Der Artikel behandelt Jugendfreizeiten als zentrale Arbeitsform der kirchlichen und verbandlichen Jugendarbeit, die in ihren Ursprüngen auf verschiedene Jugendbewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts zurückgehen. Jugendfreizeiten werden als mehrtägige, freiwillige, außeralltägliche und pädagogisch begleitete Gruppenaktivitäten definiert, die rechtlich in § 11 des Achten Sozialgesetzbuchs verankert und von Kommunen finanziell gefördert werden. Der Autor beschreibt die große Formenvielfalt von Wochenendfahrten bis zu mehrwöchigen internationalen Reisen und betont die zentrale Bedeutung von Prinzipien wie Freiwilligkeit, Partizipation und Ehrenamtlichkeit. Im evangelischen Bereich haben Konfirmandenfahrten einen standardisierten Status erreicht und ermöglichen damit Kirche als Erlebnis für nahezu alle jugendlichen Gemeindemitglieder. Der Artikel hebt das hohe spirituelle und pädagogische Potenzial hervor, da Freizeiten intensive Gemeinschaftserfahrungen, Beziehungsentwicklung und diverse Ausdrucksformen von Religiosität ermöglichen. Gleichzeitig werden Herausforderungen benannt, insbesondere die Notwendigkeit von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt und die empirisch belegte Unternutzung von Partizipationsmöglichkeiten. Der empirische Forschungsstand wird als unterentwickelt charakterisiert, wobei der Forschungsverbund Freizeitenevaluation erste quantitative und qualitative Daten liefert, die hohe Effekte im Bereich Persönlichkeitsbildung und soziales Lernen nachweisen. Abschließend wird die ekklesiologische Bedeutung von Freizeiten als Orte hervorgehoben, an denen Kirche als zeitlich begrenzte Gemeinschaft erlebt werden kann.