Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und kann in den Themenbereichen Berufung, Weltkirche, Kirche in Afrika, Priestertum, Glaubenszeugnis, Eucharistie, Mission sowie interkulturelles Lernen eingesetzt werden. Durch die persönlichen Erfahrungen des Priesterseminaristen erhalten die Lernenden einen authentischen Einblick in den Glauben eines jungen Christen aus Nigeria und lernen unterschiedliche Ausdrucksformen des katholischen Glaubens kennen.
Als Einstieg bietet sich eine Sammlung der Vorstellungen der Lernenden zum Thema Berufung an. Die Frage, wodurch Menschen erkennen, welchen Lebensweg Gott für sie vorgesehen haben könnte, eröffnet einen persönlichen Zugang zum Thema. Anschließend können Vermutungen über das kirchliche Leben in Nigeria gesammelt und mit den Aussagen des Interviews verglichen werden.
Während des Videos können die Lernenden Beobachtungsaufträge bearbeiten. Sie achten beispielsweise darauf, welche Erfahrungen den Glaubensweg von Michael Aekeba geprägt haben, welche Unterschiede er zwischen Nigeria und Europa beschreibt und welche Bedeutung Gebet, Eucharistie und Gemeinschaft für seinen Glauben besitzen. Ebenso kann untersucht werden, welche Herausforderungen eine Berufung mit sich bringen kann und wie Menschen trotz Widerständen ihrem Glauben treu bleiben.
In der gemeinsamen Auswertung können die Themen Berufung, Priestermangel, Glaubensweitergabe, kirchliches Leben in verschiedenen Kulturen sowie die Bedeutung der Weltkirche vertieft werden. Besonders geeignet sind Gruppenarbeiten zu den Themen Kirche in Afrika, Unterschiede zwischen europäischen und afrikanischen Gottesdiensten, Eucharistische Anbetung oder Berufungsgeschichten in der Bibel. Ebenso bietet sich ein Vergleich zwischen der Situation der Kirche in Nigeria und jener in Mitteleuropa an.
Das Video fördert die interkulturelle Kompetenz sowie die Wahrnehmung der Weltkirche. Die Lernenden erkennen, dass christlicher Glaube weltweit unterschiedlich gelebt wird und dennoch auf denselben Grundlagen beruht. Kreative Methoden wie Rollenspiele, Interviews, das Verfassen eines persönlichen Berufungsberichtes, eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Kirche oder die Gestaltung einer Mindmap zur Weltkirche ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Inhalten. Ebenso eignet sich das Medium für Unterrichtseinheiten zur Eucharistie, zum Sakrament der Taufe, zur Berufungsgeschichte biblischer Personen sowie zur Bedeutung des Gebetes im Alltag.
Interview mit einem nigerianischen Priesterseminaristen in Heiligenkreuz (Österreich)
In einem Beitrag der Reihe „Gesichter der Weltkirche“ erzählt Ugala Michael Aekba, ein Priesterseminarist aus Nigeria, im Priesterseminar Leopoldinum im Stift Heiligenkreuz bei Wien, von seiner Berufung und seinen Erfahrungen auf dem Weg zum Priestertum.
1. Berufung und familiäre Widerstände:
Michael schildert, dass er schon früh den Wunsch hatte, Priester zu werden. Als Ministrant spürte er eine erste Hinwendung zum Glauben. Seine Mutter war jedoch nicht katholisch und sein Vater lehnte seine Berufung strikt ab. Dennoch hielt er an seinem Wunsch fest, auch wenn er zwischenzeitlich in einem kleinen Priesterseminar in Nigeria Zweifel bekam. Zwei spirituelle Erlebnisse – ein intensiver Moment in der Kapelle und die inspirierende Gebetsweise eines Priesters – stärkten schließlich seine Entscheidung.
2. Unterstützung durch Kirche statt Familie:
Da seine Familie ihn nicht unterstützte, erhielt er entscheidende Hilfe durch seinen Bischof Anthony Ad und einen Rektor seines Seminars, die seine Berufung anerkannten und ihm den Weg ins Seminar ermöglichten.
3. Wechsel nach Österreich:
Sein Bischof entschied, ihn zum Studium nach Österreich zu schicken. Der Kulturschock war groß: die Sprachbarriere, der Kleidungsstil in Europa und ein spürbarer Unterschied in der religiösen Praxis machten ihm anfangs zu schaffen.
4. Unterschiede zwischen Nigeria und Mitteleuropa:
Michael beschreibt, dass in Nigeria fast alle – insbesondere Jugendliche – regelmäßig in die Kirche gehen, während er in Europa vor allem ältere Menschen in Gottesdiensten erlebt. In Afrika sei der Glaube lebendiger, emotionaler und stärker in den Alltag eingebunden. Der Mangel an Berufungen in Europa sei für ihn auch auf eine „spirituelle Bequemlichkeit“ zurückzuführen – viele hätten „alles“ und fühlten daher keine Notwendigkeit, sich an Gott zu wenden.
5. Umgang mit Berufung in Europa:
Wenn er in Europa als Priester wirken solle, wolle er besonders die Eucharistie in den Mittelpunkt stellen und etwa durch eucharistische Anbetung vor der Messe Menschen ansprechen. Dabei betont er, dass er keinen festen Plan habe, sondern auf die Entscheidung seines Bischofs vertraue.
6. Bedeutung der Eucharistie und theologische Erkenntnisse:
Michael empfindet die tägliche eucharistische Anbetung im Seminar als zentrale geistliche Kraftquelle. Besonders beeindruckt hat ihn im Studium die theologische Erkenntnis, dass bei jeder gültigen Taufe – unabhängig vom Spender – Christus selbst handelt.
7. Sicherheit in Nigeria und Bereitschaft zum Martyrium:
Trotz der prekären Sicherheitslage in Teilen Nigerias äußert Michael keine Angst vor einer möglichen Rückkehr. Er verweist auf das priesterliche Ideal der Bereitschaft zum Martyrium.
Fazit:
Michael Aekbas Weg zeigt eindrücklich, wie Berufung auch gegen Widerstände reifen kann, wie lebendig Glaube in anderen kulturellen Kontexten ist – und wie befruchtend der Austausch innerhalb der Weltkirche sein kann. Sein Beispiel kann Impulse geben, die Bedeutung gelebten Glaubens und priesterlicher Präsenz für junge Menschen neu zu bedenken.
Fragestellungen zum Video mit Antworten
Wer ist Michael Aekeba?
Michael Aekeba ist ein Priesterseminarist aus Nigeria, der seine Ausbildung im Priesterseminar Leopoldinum des Stiftes Heiligenkreuz in Österreich absolviert.
Wie entstand seine Berufung zum Priestertum?
Schon als Ministrant verspürte er den Wunsch Priester zu werden. Entscheidende geistliche Erfahrungen im Gebet sowie die Begleitung durch seinen Bischof und einen Priester stärkten seine Berufung.
Welche Schwierigkeiten musste er auf seinem Berufungsweg überwinden?
Seine Eltern lehnten seinen Wunsch zunächst ab. Besonders sein Vater verweigerte ihm jede Unterstützung. Dennoch blieb Michael seiner Berufung treu und erhielt Hilfe durch seinen Bischof.
Warum kam er nach Österreich?
Sein Bischof entschied, dass er seine Priesterausbildung in Österreich fortsetzen sollte. Dort lernte er eine neue Sprache und eine andere kirchliche Kultur kennen.
Welche Unterschiede sieht er zwischen Nigeria und Europa?
Er beschreibt die Kirche in Nigeria als sehr lebendig. Viele junge Menschen besuchen regelmäßig die Gottesdienste. In Europa erlebt er dagegen deutlich weniger junge Menschen in den Kirchen.
Wie erklärt er die Lebendigkeit der Kirche in Nigeria?
Er sieht die Ursache im tief verwurzelten Glauben vieler Menschen sowie in der Bereitschaft, Gott im Alltag zu vertrauen und anderen Menschen zu dienen.
Welche Bedeutung hat die Eucharistie für ihn?
Die Eucharistie und besonders die eucharistische Anbetung bilden das geistliche Zentrum seines Lebens. Dort erfährt er Kraft, Orientierung und Ermutigung für seinen Weg zum Priestertum.
Was vermisst er aus seiner Heimat?
Er vermisst die lebendige, freudige und charismatische Form des gemeinsamen Gebetes, die viele Gottesdienste in Nigeria prägt.
Wie möchte er Menschen für den Glauben begeistern?
Er möchte den Menschen durch persönliche Begegnung, gemeinsames Gebet, Eucharistische Anbetung und eine glaubwürdige Verkündigung des Evangeliums den Glauben näherbringen.
Welche zentrale Botschaft vermittelt das Video?
Das Video zeigt, dass Berufung Vertrauen auf Gott, Mut und Ausdauer erfordert. Zugleich macht es deutlich, dass die Weltkirche von der Vielfalt ihrer Kulturen lebt und dass ein lebendiger Glaube Menschen weltweit verbindet.