Der Artikel von Isik und Tautz entwickelt ein doppeltes Konzept für die Behandlung des Islam in christlicher Religionspädagogik. Erstens geht es um die Vermittlung religionskundlichen Wissens, das sensibel für kulturelle und interreligiöse Besonderheiten ist und die gelebte Religiosität von Muslimen einbezieht. Dabei spielen Erfahrungen und emotionale Dispositionen der Lernenden eine wichtige Rolle für ihre Bereitschaft zur Auseinandersetzung. Zweitens wird argumentiert, dass die Beschäftigung mit dem Islam aus theologischen Gründen für die christliche Identitätsbildung sinnvoll ist, da sie zur Bewusstwerdung des eigenen Glaubensproprium beiträgt. Zentral ist die Warnung vor einer Instrumentalisierung des islamischen Glaubens und die Forderung nach methodischer Sorgfalt beim Religionsvergleich, insbesondere durch die Konstanz der Vergleichsebenen. Der Text betont, dass die Vielfalt des Islam in der deutschen Lebenswelt von Schülern bisher zu wenig berücksichtigt wird und dass interreligiöses Lernen über reines Informieren hinausgehen muss. Die nachfolgenden Kapitel präsentieren theologische und lebensweltliche Akzente des islamischen Glaubens sowie didaktische Zugänge. Dabei wird der islamische Monotheismus (tawḥīd) als Kernbotschaft dargestellt, die das ganze Leben der Muslime prägt. Die Lehre von Gottes Einheit und Unvergleichbarkeit führt zum Bilderverbot und zur Vorstellung radikaler Transzendenz, die in der islamischen Theologie zu unterschiedlichen Interpretationen geführt hat. Der Mensch wird als vernunftbegabtes Geschöpf verstanden, das in unmittelbarer und persönlicher Beziehung zu Gott steht.