Der Artikel stellt einen umfassenden Überblick über empirische Forschung zu Gottesvorstellungen von Kindern und Jugendlichen dar. Zunächst werden zentrale Begriffe geklärt: Gottesbilder als kreative Gestaltungen, Gottesvorstellungen als Verbindung von kognitiven und emotionalen Elementen, Gotteskonzepte als abstrakte begriffliche Konstrukte sowie Gottesbeziehungen als emotionale personale Relationen. Die Autoren präsentieren zwei klassische Entwicklungsmodelle: Oser und Gmünders fünfstufiges Modell des religiösen Urteils beschreibt eine progressive Entwicklung von der Innen-Außen-Dichotomie über verschiedene Konzepte göttlichen Handelns zur religiösen Autonomie. Fowlers mehrstufiges Modell integriert Denken, Moral und Emotionen und beschreibt die Entwicklung vom undifferenzierten Glauben über intuitive und mythisch-wörtliche Glaubensstufen zum synthetisch-konventionellen Glauben. Obwohl beide Modelle kritisiert wurden, weil sie nicht alle empirischen Befunde erklären, dienen sie als hilfreicher Orientierungsrahmen. Die Autoren betonen, dass empirische Befunde als Bausteine für Bedingungsanalysen in verschiedenen religionspädagogischen Lernfeldern genutzt werden können und dass eine Erfahrungs- und Subjektorientierung notwendig ist.