Didaktisch eignet sich das Medium besonders für Unterrichtseinheiten zu Gottesvorstellungen, Gottesbildern, Gotteserfahrungen und dem Bilderverbot im Judentum und Christentum. Der Workshop knüpft unmittelbar an die Lebenswelt der Lernenden an, da er ihre individuellen Erfahrungen, Vorstellungen und Gefühle in den Mittelpunkt stellt. Methodisch überzeugt das Material durch seinen konsequenten Aufbau von Wahrnehmung über Ausdruck bis hin zur Reflexion. Das einleitende Gedicht kann als Impuls zur Aktivierung vorhandener Vorstellungen genutzt werden. Die anschließende Fantasiereise eröffnet einen geschützten Raum, in dem innere Bilder bewusst wahrgenommen werden können. Besonders wertvoll ist dabei die kreative Gestaltungsphase, da religiöse Erfahrungen und Vorstellungen nicht nur sprachlich, sondern auch durch Farben, Formen, Symbole und Collageelemente ausgedrückt werden können. Die Methode der Bildworte fördert Perspektivwechsel und ermöglicht wertschätzende Rückmeldungen innerhalb der Lerngruppe. Die abschließende Gebetsphase unterstützt die persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Gottesbild und eröffnet Möglichkeiten spirituellen Lernens. Das Material eignet sich sowohl für einzelne Unterrichtsstunden als auch für Projekttage oder längere Unterrichtsreihen. Differenzierungsangebote ermöglichen den Einsatz in heterogenen Lerngruppen. Besonders gewinnbringend ist der Workshop im Zusammenhang mit biblischen Gottesbildern, der Frage nach dem Bilderverbot, theologischer Sprachfähigkeit sowie der Reflexion individueller Glaubensvorstellungen. Die Lernenden erfahren dabei, dass jede Vorstellung von Gott zugleich hilfreich und begrenzt ist und dass religiöse Sprache immer nur Annäherung an das Geheimnis Gottes bleibt.
Der Einstieg gelingt über ein Gedicht, das das erschaffen von Gottesbildern hinterfragt. Die persönlichen Gottesbilder werden in einem Material eingetragen und mit Think per share in Partnerarbeit ausgetauscht.
Ein weiterer Schritt fragt nach persönlichen Erfahrungen mit Gott. Ein Wortwolke entlastet dies. Aus den Ergebnissen wird ein eigenes Gottesbild gemalt.
Im nächsten Schritt wird ein Gebet an Gott verfasst. Ein Material entlastet den Forgang durch Satzanfänge.
M1: „Ich sehe dich in tausend Bildern“
Material: Arbeitsblatt mit einem Gedicht und offenen Satzanfängen.
Was passiert im Unterricht?
Die Lernenden ergänzen die Verse des Gedichts mit eigenen Vorstellungen von Gott.
In Partnerarbeit tauschen sie ihre Gedanken aus.
Anschließend diskutieren sie in Kleingruppen über die Bedeutung der Aussage „immer so wie du nicht bist“.
Die Methode aktiviert Vorwissen und macht unterschiedliche Gottesbilder sichtbar.
Fantasiereise
Material: Ausführlich ausgearbeitete Fantasiereise in ein Atelier.
Was passiert im Unterricht?
Die Lernenden entspannen sich und lassen sich gedanklich in ein Atelier führen.
Dort begegnen sie der Frage nach ihren persönlichen Gottesbildern.
Sie stellen sich Farben, Formen, Situationen und Symbole vor, die sie mit Gott verbinden.
Die Fantasiereise dient als Brücke zwischen kognitivem Nachdenken und kreativem Gestalten.
M2: Hilfestellung zur Gestaltung
Material: Impulsblatt mit Beispielen für Gotteserfahrungen und Farbsymbolik.
Was passiert im Unterricht?
Die Lernenden gestalten ein eigenes Gottesbild.
Sie wählen Farben, Formen, Symbole oder Collageelemente aus.
Das Blatt unterstützt bei der Frage: „Wo erfahre ich Gott?“
Die Farbsymbolik hilft bei der bewussten Gestaltung und Interpretation der Bilder.
Methode „Bildworte“
Material: Kleine Papierzettel für spontane Assoziationen zu den Bildern.
Was passiert im Unterricht?
Die fertigen Gottesbilder werden ausgestellt.
Die Lernenden gehen wie in einem Museum durch die Ausstellung.
Zu jedem Bild schreiben sie einzelne Begriffe oder kurze Eindrücke auf Zettel.
Die Bildworte werden den jeweiligen Werken zugeordnet.
Dadurch erhalten die Gestaltenden Rückmeldungen zur Wirkung ihrer Bilder und neue Perspektiven auf ihre eigenen Gottesvorstellungen.
M3: „Gebet zu meinem Gottesbild“
Material: Arbeitsblatt zur Gebetsgestaltung.
Was passiert im Unterricht?
Die Lernenden verwenden die gesammelten Bildworte als Inspiration.
Sie formulieren ein persönliches Gebet zu ihrem Gottesbild.
Die kreative Gestaltung wird damit in eine religiöse Sprachform überführt.
Eigene Erfahrungen und Gottesvorstellungen werden sprachlich verdichtet.
M4: „Tipps zum Gebet“
Material: Leitfaden mit den Bausteinen eines Gebets.
Was passiert im Unterricht?
Die Lernenden erhalten Hilfen zur Strukturierung ihres Gebets.
Sie lernen die Elemente Anrede, Thema, Anliegen und Schluss kennen.
Besonders für religiös weniger sprachfähige Lernende bietet das Material eine wichtige Unterstützung.
Das Gebet wird dadurch leichter zugänglich und individuell gestaltbar.
Abschlussphase
Material: Die gestalteten Bilder und Gebete der Lernenden.
Was passiert im Unterricht?
Die Werke werden gemeinsam betrachtet.
Freiwillige lesen ihre Gebete vor.
Die Lerngruppe reflektiert, wie unterschiedlich Menschen von Gott sprechen und denken.
Die zentrale Erkenntnis lautet: Alle Gottesbilder sind Annäherungen an Gott, können Gott aber niemals vollständig erfassen.
Überblick über den Ablauf
Motivation mit Gedicht → Fantasiereise → Kreative Gestaltung des Gottesbildes → Bildworte und Austausch → Gebet verfassen → Gemeinsame Reflexion und Abschluss.
Dieser Aufbau macht den Workshop besonders geeignet für kompetenzorientierten Religionsunterricht, weil Wahrnehmung, Deutung, Gestaltung, Kommunikation und spirituelle Reflexion miteinander verbunden werden.