Für den Religionsunterricht bietet das Video vielfältige Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit religiösen Entwicklungsprozessen, Gottesbildern und spirituellen Erfahrungen. Es eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu den Themen Gotteserfahrung, Zweifel, religiöse Reifung, Mystik, Kirche und Glaubensentwicklung. Als Einstieg kann die Frage dienen, ob Verluste und Abschiede manchmal Voraussetzungen für neue Erfahrungen und Entwicklungen sind. Die Lernenden können eigene Erfahrungen von Abschied, Veränderung oder Neubeginn reflektieren und mit den Gedanken des Videos in Beziehung setzen. Im Anschluss bietet sich eine Analyse der Aussagen Jesu im Johannesevangelium an, insbesondere der Verbindung von Fortgehen und Wiederkommen. Die Lernenden können untersuchen, wie sich Gottesbilder im Laufe eines Lebens verändern und warum religiöse Vorstellungen nicht statisch bleiben. Besonders ergiebig ist die Auseinandersetzung mit dem Begriff der Gottesferne. Hier können Erfahrungen von Zweifel, Unsicherheit und Sinnkrisen thematisiert werden, ohne diese vorschnell als Scheitern des Glaubens zu bewerten. Methodisch eignen sich philosophische Gespräche, Schreibgespräche, Reflexionsaufgaben oder die Arbeit mit Symbolen von Leere und Fülle. In der Oberstufe kann das Video als Ausgangspunkt dienen, um mystische Traditionen des Christentums kennenzulernen und mit modernen Erfahrungen religiöser Suche zu vergleichen. Ebenso eröffnet der Beitrag eine kritische Diskussion über die Zukunft der Kirche, religiösen Wandel und die Frage, wie Glaubensgemeinschaften mit Krisen umgehen. Kreative Zugänge können über Bildmeditationen, Tagebucheinträge oder die Gestaltung von Symbolen für Verlust und Neubeginn erfolgen. Das Medium fördert die Fähigkeit der Lernenden, religiöse Krisen als mögliche Entwicklungsprozesse zu verstehen, unterschiedliche Gottesbilder zu reflektieren und offen über existenzielle Fragen von Nähe, Distanz, Hoffnung und Vertrauen nachzudenken.