Das Compassion-Projekt ist eine seit 1994 dokumentierte pädagogische Initiative der Katholischen Freien Schulen in Deutschland, die durch verpflichtende Sozialpraktika sozialer Lernens das Ziel verfolgt, Schülerinnen und Schüler mit sozial benachteiligten Menschen in Kontakt zu bringen. Das Kernkonzept verbindet erlebnispädagogische Elemente mit reflektierendem Fachunterricht, um nachhaltige Verhaltensänderungen zu erzielen, die auf Einsicht statt auf bloßem Gefühl beruhen. Der Projektname basiert auf dem englischen Terminus "Compassion" (Kennedy-Ära) und bezeichnet nicht sentimentales Mitleid, sondern engagierte Mitmenschlichkeit gegenüber Leidenden. Theologisch wird das Projekt durch Johann Baptist Metz fundiert, der Compassion als Schlüsselwort des Christentums deutet und die "Autorität der Leidenden" sowie die Mystik der offenen Augen betont. Das Projekt hat internationale Anerkennung erfahren, wurde 2002 mit dem ALCUIN-Award ausgezeichnet und wird mittlerweile an einer wachsenden Zahl von Schulen implementiert. Verschiedene wissenschaftliche Evaluationen und Einzelstudien zu Gender-Aspekten sowie institutioneller Begleitung dokumentieren die Effektivität des Ansatzes. Das Projekt wird als Beitrag zur Schulentwicklung, zur Profilbildung von Schulen und zur Förderung von Bürgerbeteiligung verstanden, ohne dabei ausschließlich an katholische Träger gebunden zu sein.