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Münchner Theologische ZeitschriftGerd Häfner

Münchner Theologische Zeitschrift,

Gerd Häfner

Das sehnsüchtige Harren der Schöpfung

Veröffentlichung:1.5.2026

In theologischen Debatten um das Verhältnis zur Tierwelt spielt Röm 8,19–22 insofern eine besondere Rolle, als der Text mit seinem Bezug auf „die ganze Schöpfung“ und ihr endzeitliches Geschick nicht nur tierethische Fragen berührt, sondern auch als Zeugnis von der Vorstellung einer Auferweckung der Tiere gewertet wird. Die Exegese des Abschnitts ergibt: Die anthropozentrische Perspektive, kennzeichnend für die biblische Tradition, wird von Paulus nicht verlassen; ihm liegt daran, die Hoffnung der Glaubenden zu stärken, nicht eine Aussage über die Erlösung der Tiere zu treffen.

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In theologischen Debatten um das Verhältnis zur Tierwelt spielt Röm 8,19–22 insofern eine besondere Rolle, als der Text mit seinem Bezug auf „die ganze Schöpfung“ und ihr endzeitliches Geschick nicht nur tierethische Fragen berührt, sondern auch als Zeugnis von der Vorstellung einer Auferweckung der Tiere gewertet wird. Die Exegese des Abschnitts ergibt: Die anthropozentrische Perspektive, kennzeichnend für die biblische Tradition, wird von Paulus nicht verlassen; ihm liegt daran, die Hoffnung der Glaubenden zu stärken, nicht eine Aussage über die Erlösung der Tiere zu treffen. Dieses negative Ergebnis schließt in heutiger Rezeption des Textes tierethische Konsequenzen aber nicht aus. Die Frage, wie die Erlösung der Schöpfung von der „Knechtschaft der Vergänglichkeit“ heute zu denken ist, kann allerdings nicht im Rückgriff auf den biblischen, von mythologischen Vorstellungen geprägten Text beantwortet werden.

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