„Seht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug“ - es ist wohl die Angst vor Irrlehren, die jemanden Ende des ersten Jahrhunderts dazu bringt, im Namen des Apostels Paulus einen Brief an die Gemeinde in Kolossae zu schreiben. SOMMERS WELTLITERATUR präsentiert die wichtigsten Punkte in sechseinhalb Minuten.
Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass der Kolosserbrief nicht von Paulus selbst, vielleicht aber von einem seiner Mitarbeiter in seinem Namen geschrieben wurde. Inhaltlich geht es nach dem üblichen Briefanfang und einem Christus-Hymnus (also einem Lobpreis von Jesus Christus) zunächst um den Auftrag des Apostels und die Grundlage der christlichen Botschaft, nämlich die Erlösung durch den Tod Jesu. Es wird vor den oben erwähnten Irrlehrern gewarnt, wobei nicht ganz klar ist, um wen es sich da eigentlich handelt; weiterhin mahnt der Verfasser die Gemeinde, Nächstenliebe und Co. zu üben - abschließend fügt er noch die so genannte „Haustafel“ ein, also die Machtordnung im Haushalt, nämlich dass Frauen, Kinder und Sklaven sich dem Mann und Hausherrn unterzuordnen haben.
Das Video bietet eine verständliche und humorvolle Einführung in den Kolosserbrief. Dabei werden sowohl die zentralen Inhalte des Briefes als auch die wissenschaftliche Diskussion um seine Verfasserschaft thematisiert. Im Mittelpunkt stehen die herausragende Stellung Jesu Christi, seine Bedeutung für Schöpfung und Erlösung sowie die Einheit der christlichen Gemeinde. Darüber hinaus werden Fragen nach christlicher Lebensführung, Taufe, Freiheit gegenüber religiösen Vorschriften und der Umgang mit konkurrierenden religiösen und philosophischen Strömungen behandelt. Das Video verdeutlicht, wie der Brief die christliche Gemeinde dazu ermutigt, sich ganz an Christus zu orientieren und ihr Leben von Liebe, Versöhnung und gegenseitiger Verantwortung prägen zu lassen. Gleichzeitig werden auch problematische Passagen, etwa die sogenannten Haustafeln mit ihren Aussagen über Familien und gesellschaftliche Hierarchien, kritisch angesprochen und historisch eingeordnet.