Der Artikel argumentiert, dass Genderdebatten ein unvermeidliches Zeichen unserer Zeit darstellen, da sich Geschlechterrollen und gesellschaftliche Verhältnisse grundlegend verschoben haben. Ausgehend vom Film „We want sex" über die Lohngleichheitskampagne bei Ford Dagenham wird verdeutlicht, wie lange der Kampf um Gleichberechtigung andauert und welche Bedeutung diese Thematik für Arbeitswelt, Gesellschaft und Kirche hat. Der Autor warnt davor, diesen notwendigen Umbruch als „konfliktfrei" zu erwarten, plädiert aber für eine sachliche Auseinandersetzung statt Konfliktvermeidung.
Als Orientierungshilfe für diese Versachlichung wird die Position von Papst Franziskus aus „Amoris laetitia" herangezogen, die erstmals in einem päpstlichen Lehrschreiben die Unterscheidung zwischen Sex (biologisches Geschlecht) und Gender (soziokulturelle Rolle) aufgreift und als legitim anerkennt. Zentral ist die These: Sex und Gender können unterschieden, dürfen aber nicht voneinander getrennt werden. Dies bedeutet, dass biologische Realitäten kulturell geprägt sind und kulturelle Geschlechterrollenbilder sich nicht unabhängig von biologischen Gegebenheiten entwickeln lassen. Diese Position entspricht auch der Haltung der Deutschen Bischofskonferenz. Der Artikel widerlegt zudem das verbreitete Gerücht, Papst Franziskus habe Gender als „dämonisch" bezeichnet, und plädiert für eine geschlechtersensible Kirche, die Unterschiede wahrnimmt, ohne Menschen auf diese festzulegen.