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Simon Wiesgickl

Öko-Buddhismus

Veröffentlichung:1.5.2026

Der verstorbene Zen-Meister Thich Nhat Hanh prägte den „Engagierten Buddhismus" und verbindet Achtsamkeitspraxis mit Klimaaktivismus durch die Lehre der wechselseitigen Verbundenheit aller Lebens, die zeitgenössische buddhistische Bewegungen zur Rettung des Planeten inspiriert.

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Mit dem Tod von Thich Nhat Hanh im Januar 2022 verlor die globale Achtsamkeitsbewegung einen ihrer einflussreichsten Lehrer. Der vietnamesische Zen-Meister begründete den „Engagierten Buddhismus" – eine Synthese aus spiritueller Praxis und politischem Aktivismus, die seit den 1970er Jahren mit konkretem Einsatz für ökologische Fragen verbunden ist. Sein Vermächtnis reicht vom Kloster Plum Village in Südfrankreich bis zu zeitgenössischen Aktivisten wie der britischen Nonne Sister True Dedication, die buddhistische Traditionen mit modernen Klimagerechtigkeitsbewegungen verbinden. Die theologische Kraft dieser Bewegung liegt in der zentralen Lehre des „Interbeing" – der wechselseitigen Verbundenheit allen Lebens. Im Buddhismus wurzelt ökologische Ethik in zwei Quellen: dem Gebot, keinem fühlenden Wesen Schaden zuzufügen, und der Vorstellung kosmischer Verflochtenheit. Der edle achtfache Pfad impliziert ressourcenschonendes Handeln; das Mitleid erstreckt sich auf alle Kreaturen. Symbolisch zeigt sich dies in der thailändischen Ordination von Bäumen mit saffranfarbenen Roben als Protest gegen Ressourcenausbeutung. Thich Nhat Hanh bezog sich dabei auf das Lotus Sutra, das auffordert, egozentrische Weltbilder zu überwinden und sich als Teil des Kosmos zu erkennen. Aus dieser Lehre entstanden neue Organisationsformen wie die Earth Holder Sangha, inspiriert durch den Bodhisattva Dharanimdhara als „Bewahrerin der Erde". Wake Up Groups versammeln weltweit junge Menschen zu gemeinsamer Meditation und praktischem Klimaaktivismus. Diese Strukturen verbinden persönliches Erwachen mit kollektivem Handeln und verhindern Burnout durch Gemeinschaft und Hoffnungsgenerierung. Der Ansatz fordert auch christliche Theologinnen und Theologen heraus, sich mit dieser ganzheitlichen Vision von Spiritualität und Gerechtigkeit auseinanderzusetzen.

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