Wie lässt sich theologisches Denken mit digitalen Medien gestalten? Der Aufsatz geht dieser Frage nach, indem er das Theologisieren – verstanden als reflexive Kommunikation über christliche Glaubensinhalte und deren Bedeutung für zwischenmenschliche Beziehungen – mit der Produktion und dem Einsatz von Digitorials verbindet. Die Studie ordnet das Thema in den Kontext der Mediatisierung ein und kombiniert konstruktivistische Ansätze zur Subjektbildung mit praxistheoretischen Überlegungen zu den Dingen und ihrer transformativen Wirkung auf das Subjekt.
Die empirische Begleitforschung, die während der Corona-Pandemie unter veränderten digitalen Bedingungen durchgeführt wurde, folgt der Grounded Theory Methodologie. Sie identifiziert die Gestaltung von Gemeinschaft als Kernkategorie eines Theologisierens mit dem Heiligen Geist und gibt präzise an, welche konkreten Aufgaben ein Digitorial im Rahmen der Konfirmandenarbeit erfüllen kann – und welche nicht. Der Text reflektiert dabei die Geschichte seiner eigenen Entstehung: Aus einem ursprünglich geplanten Workshop zum Heiligen Geist wurde durch die Pandemie ein digitales Theologisieren, das neue Fragen aufwirft. Indem der Aufsatz den Begriff des Theologisierens gegen Widerstände in der religionspädagogischen Literatur verteidigt und zugleich empirisch präzisiert, trägt er zu einer aktuellen religionspädagogischen Diskussion bei, die sich für neue Formen fachlich anspruchsvollen und schülerorientiertem Religionsunterrichts interessiert.