Carsten Gennerich stellt den Lebensstilansatz als Rahmenkonzept für die Erforschung und religionsdidaktische Förderung von Jugendreligiosität vor. Der Ansatz differenziert Jugendliche dimensional anhand ihrer Werthaltungen: Da religiöse Einstellungen und Verhaltensäußerungen von Werten abhängig sind, können auf Basis einer Lebensstiltypologie Religiositätsmuster erklärt werden. Gennerich beschreibt den Aufbau des Lebensstilansatzes in vier Schritten: (1) Begründung seiner Relevanz für die Religionspädagogik, (2) Skizze des Ansatzes, (3) Darstellung religionspädagogischer Befunde, (4) exemplarische Illustration innovativer theologischer Impulse. Zentrale Ergebnisse der Forschung zeigen, dass Jugendliche je nach Lebensstiltypus sehr unterschiedliche religiöse Partizipationsmuster aufweisen – von aktiver Kirchenbindung über individuelle Spiritualität bis hin zu religiöser Indifferenz. Für den Religionsunterricht bedeutet dies: Passung zwischen angebotenen Lebensdeutungen und persönlichen Lebenskontexten der SchülerInnen wird durch lebensstilsensible Unterrichtsplanung wahrscheinlicher. Der Beitrag gibt einen aktuellen Überblick über den Forschungsstand.