Religiöse Elementarpädagogik ist darum bemüht, den Kindergarten als safe space zu entwickeln. In ihm soll Differenz kultiviert und kritisch wie produktiv bearbeitet werden zugunsten der religiösen Bildung der Kinder. Der vorliegende Beitrag nimmt dieses Ziel auf, fragt aber kritisch an, ob dabei so wichtige Faktoren wie Bildungsgerechtigkeit und kulturelle Vielfalt tatsächlich in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit hinreichend bedacht werden. Erst unter dieser Bedingung, so die These, ist eine solche religiöse Elementarpädagogik heterogenitätsfähig. Auch dort hat man sich jener Kompetenzorientierung angeschlossen, die sich in der schulischen Religionspädagogik konzeptionell, theoretisch wie normativ in Kern- 1 curricula und Bildungsplänen manifestiert. Eine „religionssensible Erziehung“ steht im Zentrum. 2 Aus Sicht einer solchen religiösen Elementarbildung ist es zentral, „dass sie zu einer umfassenden Persönlichkeitsbildung in der Auseinandersetzung mit einer komplexen Lebenswelt beiträgt, wobei ganz verschiedene Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse und Einstellungen erworben werden. Sie trägt dazu bei, dass Kinder sich einen eigenen religiösen Weltzugang erschließen und damit beginnen, eine reflektierende Position zu diesem Weltzugang einzunehmen. Religiöse Bildung als Bestandteil von allgemeinen Bildungsprozessen ist mehr als Wissensaufbau, insofern sie zu Fragen nach Sinn und Bedeutung einlädt und darüber hinaus die Wahrnehmung schärfen und Sichtweisen verändern kann. So verstanden ist religiöse Bildung und Erziehung in der Frühpädagogik in einer pluralistisch geprägten Welt aus katholischer Sicht, jedoch in ökumenischer und interreligiöser Dialogbereitschaft vorzustellen, einzubringen und weiterzuentwi- 3 ckeln“. In dieser bilanzierenden wie perspektiveneröffnenden Aussage wird das Kind als aktiver Lerner in einem ganzheitlichen wie dialogischen Lernprozess verstanden. Kognitive, affektive, habituelle wie pragmatische Ziele sind hier verschmolzen.