Die Autoren präsentieren einen umfassenden Literaturüberblick über empirische Forschungsprojekte in der Religionspädagogik aus der AKRK-Sektion „Empirische Religionspädagogik". Der Überblick erfasst Statements und Kurzreferate von 2000 bis September 2010 und dokumentiert nur solche Sektionsbeiträge, die in Deutsch oder Englisch veröffentlicht wurden. Die Autoren begründen ihre Konzentration auf publizierte Projekte damit, dass die Sektionsarbeit Einblicke in die konkrete Forschungspraxis vermittelt, wo offene und strittige Fragen nicht ausgeklammert werden. Der Überblick ist strukturiert nach vier Bereichen: (1) Schule allgemein mit Projekten zur sozialen Solidarität, religiöser Pluralität und Schulpastoral; (2) Religionsunterricht und institutionalisierter religionspädagogischer Elementarbereich mit Untersuchungen zu konfessionell-kooperativem Unterricht, interreligiösem Lernen und religiöser Kompetenzorientierung; (3) Pastorale Themenfelder zu Jugend, Familie und Erwachsenen mit Forschungen zu organisierten Jugendgruppen, Jugendkirche und religiöser Tradierung; (4) Religiosität und Spiritualität mit psychologischen und religionspädagogischen Zugängen. Die dokumentierten Projekte verwenden vielfältige Methoden: qualitative Verfahren wie Grounded Theory, narrative Interviews und dokumentarische Methode; quantitative Ansätze mit Fragebögen und Strukturgleichungsmodellen; sowie Mixed-Methods-Designs. Zentrale Themen sind das Pluralitätsparadigma, religiöse Kompetenzen, interreligiöses Lernen, Gottesbilder Jugendlicher und religiöse Identitätsbildung. Die Autoren schließen mit einem Resümee, das die Vielfalt religionspädagogischer Themen und empirischer Methoden würdigt. Sie konstatieren, dass empirische Forschung wesentlich zu einem differenzierten Bild von Religion, Glaube und Spiritualität beiträgt. Gleichzeitig identifizieren sie noch offene Forschungslücken, etwa zur empirischen Durchdringung komplexer Lehr- und Lernprozesse und zum performativen Ansatz in der Religionspädagogik. Sie fordern methodologisch einwandfreie Studien, die sich ihrer Hermeneutik und Grenzen bewusst sind.