Der Artikel widmet sich der gegenwärtigen Krise der Firmpastoral in deutschsprachigen Ländern, wo mehrere Bistümer das Firmalter entweder senken (ins Grundschulalter) oder erhöhen (an die Volljährigkeit). Höring stellt fünf zentrale Thesen auf: (1) Die Situation ist besser als ihr Ruf – empirische Studien zeigen, dass Jugendliche mit echten Erwartungen zur Firmung kommen und die Vorbereitung später schätzen; (2) Die Diskussion um das Firmalter beginnt am falschen Ende, da weder eine Senkung noch eine Erhöhung dogmatisch zwingend ist; (3) Die Firmung muss primär als Beauftragung zum Apostolat verstanden werden – nicht als individuelles Heilssakrament, sondern als Einsegnung in die Sendung der Kirche; (4) Die Firmkatechese muss die Gottesbeziehung in den Mittelpunkt rücken, strukturiert nach der Doppelstruktur der Sakramente (Anamnese und Epiklese); (5) Ein Mentoring-Konzept mit persönlichen Begleitern ist katechetisch zielführender als Gruppenunterricht. Höring plädiert für eine mystagogische Einführung in die religiöse Erfahrung unter Einbeziehung affektiv-emotionaler Zugänge. Die Firmung wird als Erneuerung des Taufversprechens verstanden, die den Gefirmten in den Dienst für gesellschaftliche Entwicklung nimmt. Das Mentoring-Modell sieht vor, dass glaubenserfahrene Menschen aus unterschiedlichen Berufsbereichen Firmkandidaten lebensnah im Glauben begleiten, wodurch Apostolat konkret vorgemacht wird.