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Religionspädagogische BeiträgeMichael Langer

Religionspädagogische Beiträge,

Michael Langer

Die „Jugendbibel der Katholischen Kirche"

Veröffentlichung:1.5.2019

Werkstattbericht zur Entstehung und Konzeption der „Jugendbibel der Katholischen Kirche" (2015). Der Artikel erläutert die Entwicklung dieses Projekts als Auswahlbibel für Jugendliche, ihre theologische Ausrichtung, die didaktische Gestaltung mit Kommentaren und Illustrationen sowie ihre Bedeutung für die Bibeldidaktik und den Religionsunterricht.

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Michael Langer präsentiert einen umfassenden Werkstattbericht zur „Jugendbibel der Katholischen Kirche" (2015), die sich als „Appetizer-Auswahlbibel" versteht. Der Artikel behandelt zunächst begriffliche Klärungen zum Begriff „Jugendbibel" und skizziert das vielfältige Angebot an deutschsprachigen Jugendbibeln. Die Jugendbibel wird als Pendant zum 2011 erschienenen Jugendkatechismus YOUCAT positioniert, kann aber auch eigenständig verwendet werden. Die Entstehungsgeschichte wird nachgezeichnet: Das Autorenteam bestand aus dem Bonner Neutestamentler Thomas Söding, den Jesuiten und Alttestamentlern Georg Fischer (Innsbruck) und Dominik Markl (Rom) sowie Religionspädagogen aus Regensburg und Wien. Das Team verfolgte bewusst einen anderen Zugang als andere Jugendbibeln – weder eine Gesamtausgabe noch thematische Schwerpunkte, sondern eine Auswahlbibel, die Interesse am ganzen Text weckt. Die Textauswahl basiert auf der ökumenischen Einheitsübersetzung mit zentralen biblischen Texten. Bei der Konzeption wurden mehrere Vorentscheide getroffen: Das Verhältnis der Textmengen zwischen Altem und Neuem Testament sollte der Vollausgabe entsprechen, um die stiefsüchtig behandelten alttestamentlichen Texte aufzuwerten. Die Wahl der Bibelübersetzung war umstritten – lange wurde eine Eigenübersetzung diskutiert, letztlich entschied man sich aber für die Einheitsübersetzung, um Approbationsverfahren zu vermeiden. Das Erscheinungsbild wird wesentlich durch die Strichmännchen-Grafiken des Kölner Grafikers Alexander von Lengerke geprägt – ein Alleinstellungsmerkmal aller YOUCAT-Produkte. Jede Seite enthält neben dem Bibeltext Karikaturen, Kommentare, Zeugnisse von Jugendlichen, Zitate, Querverweise und Bilder. Der Randkommentar bietet Fragen zum Nach- und Weiterdenken, Zitate von Heiligen und anderen Autoren sowie Verweise auf Überraschungen und YOUCAT. Der Autor würdigt die gelungenen Aspekte, kritisiert aber auch die teilweise zu kleine Schriftgröße der Randspalten, die teils willkürliche Bebilderung und die überladen wirkende Gestaltung. Der Namentitel „Jugendbibel der Katholischen Kirche" wurde mit Zustimmung kirchlicher Autoritäten gewählt. Beachtlich ist das Vorwort von Papst Franziskus, das Aufmerksamkeit auslöste und in der Presse breit abgedruckt wurde. Die Jugendbibel soll verdeutlichen, wie sehr die Heilige Schrift im Zentrum von Kirche und Glauben steht und im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil steht. Die Erfolgsgeschichte ist bereits beachtlich: Bei der Frankfurter Buchmesse wurden über 20 Übersetzungsverträge abgeschlossen. Eine evangelische Ausgabe ist im Schweizer Brunnen Verlag geplant, auch orthodoxe Kirchen arbeiten an einer deutschsprachigen Ausgabe. Die Jugendbibel könnte somit erreichen, was anderen Jahrzehnte nicht gelang – eine gemeinsame Bibelausgabe für alle drei großen christlichen Konfessionen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: private Lektüre, Jugendarbeit, Bibelrunden, Sakramentenpastoral, Neuevangelisierung und interreligiöser Dialog.

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