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Religionspädagogische BeiträgeMarco Rieckmann

Religionspädagogische Beiträge,

Marco Rieckmann

Reflexion einer Bildung für nachhaltige Entwicklung aus bildungstheoretischer Perspektive

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel reflektiert das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) aus bildungstheoretischer Perspektive und untersucht Anschlussperspektiven zwischen BNE und ausgewählten bildungstheoretischen Positionen wie Klafkis Bildungstheorie, transformative Bildung, reflexive Erziehungswissenschaft und Freires Befreiungspädagogik. Der Autor zeigt, dass BNE als aktualisierte Konzeption von Allgemeinbildung verstanden werden kann und großes Potenzial für theoretische Fundierung und Weiterentwicklung bietet.

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Der Artikel setzt sich mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) als relativ junges Bildungskonzept auseinander, das sich in den letzten 20 Jahren etabliert hat. Im internationalen Diskurs lassen sich zwei Strömungen unterscheiden: ESD 1 als instrumental-erziehender Ansatz, der spezifische Verhaltensweisen und Werte vermittelt, und ESD 2 als emanzipatorischer Bildungsansatz, der Lernende befähigt, kritisch über nachhaltige Entwicklung nachzudenken. Der Autor argumentiert, dass BNE sich besser verstehen und verorten lässt, wenn sie auf erziehungswissenschaftliche Theorien Bezug nimmt. In diesem Sinne wird BNE als aktualisierte Konzeption von Klafkis Allgemeinbildung betrachtet, die auf die Förderung von Emanzipation, Mündigkeit und Verantwortung abzielt. BNE zielt auf die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen ab (Vernetzes Denken, Vorausschauendes Denken, Normative Kompetenz, Strategische Kompetenz, Kooperationskompetenz, Kritisches Denken, Selbstkompetenz, Integrierte Problemlösekompetenz). Der Artikel zeigt Bezüge zwischen BNE und transformativer Bildung, besonders hinsichtlich der angestrebten Werte- und Bewusstseinsbildung. Aus Krügers Reflexiver Erziehungswissenschaft ergeben sich Anregungen für eine Auseinandersetzung mit struktureller und institutioneller Transformation sowie für eine inklusivere Gestaltung von BNE. Des Weiteren werden Parallelen zu Freires Befreiungspädagogik herausgearbeitet, insbesondere bezüglich der Förderung von Emanzipation, des dialogischen Lernprozesses und der partizipativen Erforschung des Lebensumfeldes. Der Autor schlussfolgert, dass die BNE-Community durch eine stärkere Auseinandersetzung mit bildungstheoretischen Diskursen ihre theoretische Fundierung vertiefen und ihre Anschlussfähigkeit an allgemeine erziehungswissenschaftliche Debatten erhöhen könnte.

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