Der Einstieg kann über ein Video zu Fluchtgründen erfolgen. Das Video ist im drop-down Menü „Eingebettete Medien“ auf dieser Seite zu finden.
Darin werden Fluchtursachen thematisiert, die im Material anhand eines Textes erarbeitet werden können. Die Fluchtgründe werden in einer Mindmap oder anderen Methode an der Tafel gesammelt. In einem Unterrichtsgespräch können auch Vorwissen und entstehende Gefühle besprochen werden. Falls Lernende eigene Fluchterfahrungen z. B. aus dem Kosovo einbringen wolle, ist auch dies möglich.
In einem weiteren Schritt wird das Gefühl des Ausgeschlossenseins in Gesellschaften mit anderen Regeln und Kulturen und die Anpassung daran erfahrbar. Detaillierte Spielbeschreibungen und vorzulesende Texte sind im Material enthalten. Dazu wird in mehreren Gruppen Mau-Mau, aber an jedem Tisch mit unterschiedlichen Regeln gespielt. Die fünf verschiedenen Mau-Mau Regeln sind weiter unten im Material als die Beschreibung auf Seite 19 bis Seite 22 zu finden. Nach jeder Runde wechselt von jedem Tisch ein Mitglied an einen anderen Tisch. Dort gelten andere Regeln und das eigene Spielen funktioniert nicht mehr. Es ist sinnvoll, die Regeln unkommentiert zu verteilen, so das den Gruppen nicht bewusst ist, dass jeder Tisch eigene Regeln hat.
Die entstehende kognitive Dissonanz der sich widersprechenden Spielhandlungen ist entscheidend für die Wirkung dieses Schritts. Auch die Auswertung wird im Material über Impulsfragen angeleitet.
Ein weiterer Schritt thematisiert Gruppenzugehörigkeit und Inhomogenität von Gruppen. Dazu werden im Material angegebene Eigenschaften in Einzelarbeit nach Wichtigkeit gewertet. Jede Person wird anders werten. So zeigt sich die angesprochene Inhomogenität einer deutschen Schulklasse. Auch hier wird die Auswertung im Material angeleitet.
Der nächste Schritt behandelt Vorurteile und vorschnelles Urteilen. Dazu wird die Eisberganalogie genutzt.
Ein weiterer Schritt nutzt eine soziologische Theorie zum Entstehen von Wertmustern in Individuen und Kulturen. Übertreibung steht dabei im Vordergrund. Durch Übertreibung kann aus einer Tugend eine Untugend werden. Nachdem das Muster in einem Unterrichtsgespräch anhand einer Abbildung erfasst wurde, werden in Gruppenarbeit andere Beispiele erarbeitet. Dazu werden Beispiele gesucht und z. B. in Form eines Briefes oder einer Geschichte abgefasst und präsentiert. Das Plenum erschließt dann daraus das vorher besprochene Muster. Z. B. die Kreuzverbindung der Tugenden Ehrlichkeit, Takt und Sensibilität und deren Übertreibungen, brutale Offenheit und höfliche Fassade.
Acht Beispiele dieser Übertreibungen sind im Material angegeben und dienen als Material der Gruppenarbeit.
Der nachfolgende Schritt bietet eine Vertiefung über ein szenisches Spiel dazu an. Ein Text: „Ihr Deutschen wisst nicht, wie man feiert“, greift ein kulturelles Problem auf. Dieser Text kann in verteilten Rollen gelesen oder memoriert vorgespielt werden. Dabei wird erneut die Verwandlung einer Tugend durch Übertreibung in eine Untugend erfasst. `Deutsche` Zurückhaltung wird z. B. zu Hemmung. Vier weitere Wertquadrate sind für diese Geschichte im Material angegeben. Die Lernenden entwickeln in Gruppenarbeit solche Wertquadrate und präsentieren die Zusammenhänge von Tugenden und Untugenden durch Übertreibung im Bezug zu der Geschichte. Auch hier können weitere Beispiele entwickelt werden. Die Anleitung dazu ist detailliert im Material enthalten.
In einem letzten Schritt können beispielhafte Projekte von Don Bosco für Flüchtlinge in Gruppenarbeit als Webquest erarbeitet und präsentiert werden.