Für den Religionsunterricht bietet das Medium einen sehr lebensnahen Zugang zu Fragen nach Wahrheit, Identität, Verantwortung und Menschenwürde. Lernende können sich mit der Inszenierung des eigenen Lebens in sozialen Medien auseinandersetzen und darüber nachdenken, was Authentizität eigentlich bedeutet. Methodisch eignet sich das Material besonders für eine kritische Medienanalyse. Zunächst können Lernende typische Merkmale der gezeigten Influencer Welt sammeln, etwa Inszenierung, Produktwerbung, Schönheitsideale, Reichweite und wirtschaftliche Interessen. Anschließend kann in einer vertieften Diskussion gefragt werden, welche Werte in dieser Welt sichtbar werden und welche möglicherweise verloren gehen. Ein wichtiger religionspädagogischer Zugang liegt in der Gegenüberstellung von äußerem Schein und innerer Wahrheit. Hier können Verbindungen zu biblischen Impulsen hergestellt werden, etwa zur Frage, woran der Wert eines Menschen wirklich hängt. Ebenso lässt sich über Verantwortung gegenüber der eigenen Community sprechen, besonders wenn Produkte beworben werden, deren Herkunft oder Wirkung problematisch sein könnten. Kreative Aufgaben bieten sich ebenfalls an, zum Beispiel das Entwerfen eines ehrlichen Social Media Profils, das Formulieren von Regeln für verantwortungsvolle Werbung oder das Schreiben einer Reflexion über den Unterschied zwischen Selbstdarstellung und echtem Selbst. Das Medium fördert damit nicht nur Medienkompetenz, sondern auch ethische Urteilsfähigkeit und eine bewusste Auseinandersetzung mit digitalen Lebenswelten.