Thomas Schlag, Professor an der Universität Zürich, setzt sich mit der Frage auseinander, welche Impulse eine explizit theologische Perspektive für die Religionspädagogik und die Bibeldidaktik bringen kann. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die theologische Dimension der Religionspädagogik in den letzten Jahren neu in den Fokus gerückt ist – nicht zuletzt durch die Forschung zur Kinder- und Jugendtheologie. Schlag entwickelt ein Verständnis theologischer Bildung, das ‚den ganzen Menschen' in Blick nimmt: kognitive, affektive, spirituelle und sozial-kritische Dimensionen gehören dazu. Eine bibeldidaktische Praxis, die diesem Anspruch gerecht wird, geht über Wissensvermittlung hinaus und fragt nach dem ‚Lebensdienlichen' – dem, was für das konkrete Leben von SchülerInnen relevant und förderlich ist. Schlag plädiert für ein ‚Open book'-Modell der Bibeldidaktik: offen für Fragen, offen für verschiedene Auslegungen, gesellschaftskritisch und lebensrelevant.