Das Medium eignet sich für den Religionsunterricht, um grundlegende Fragen nach Demokratie, gesellschaftlicher Verantwortung, Gerechtigkeit, Menschenwürde und politischer Mitbestimmung aufzugreifen. Aus religionspädagogischer Perspektive bietet die Auseinandersetzung mit politischen Parteien zahlreiche Anknüpfungspunkte an zentrale Inhalte christlicher Sozialethik. Insbesondere die Prinzipien der Solidarität, Subsidiarität, Personalität und des Gemeinwohls können mit den Aufgaben politischer Parteien und den Möglichkeiten demokratischer Beteiligung verknüpft werden. Die Lernenden erkennen, dass das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft unterschiedliche Interessen, Wertvorstellungen und Überzeugungen berücksichtigen muss. Dabei können sie darüber nachdenken, welche Bedeutung christliche Werte wie Nächstenliebe, Frieden, Gerechtigkeit und Verantwortung für politische Entscheidungen besitzen. Zugleich wird deutlich, dass religiöse Überzeugungen eine Grundlage persönlicher Urteilsbildung darstellen können, ohne dass daraus eine Verpflichtung zur Unterstützung bestimmter politischer Parteien folgt.
Als Einstieg in die Unterrichtseinheit empfiehlt sich ein gemeinsames Unterrichtsgespräch über die Frage, weshalb Menschen unterschiedliche politische Vorstellungen entwickeln und wie Entscheidungen getroffen werden können, die möglichst vielen Menschen gerecht werden. Die Lernenden können zunächst eigene Erfahrungen mit demokratischen Entscheidungsprozessen aus dem schulischen Alltag sammeln, beispielsweise bei der Wahl einer Klassenvertretung oder bei Abstimmungen über gemeinsame Vorhaben. Anschließend wird der Erklärfilm gezeigt. Während der Betrachtung können die Lernenden gezielt darauf achten, welche Aufgaben politische Parteien übernehmen und weshalb unterschiedliche Interessen in einer Demokratie vertreten sein müssen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend in einer gemeinsamen Mindmap gesichert und den Bereichen Interessenvertretung, Information und Wahlen zugeordnet.
Eine besondere methodische Stärke des Materials liegt im Planspiel zur Gründung eigener Schulparteien. Hierbei entwickeln die Lernenden in Kleingruppen politische Programme, formulieren Forderungen und überlegen, welche Veränderungen sie innerhalb ihrer Schule erreichen möchten. Für den Religionsunterricht bietet es sich an, die Parteiprogramme zusätzlich unter ethischen Gesichtspunkten zu betrachten. Die Lernenden können beispielsweise Forderungen zu sozialer Gerechtigkeit, Inklusion, Umweltschutz, gegenseitigem Respekt, religiöser Vielfalt oder zur Unterstützung benachteiligter Menschen entwickeln. Dabei sollen sie ihre Entscheidungen begründen und unterschiedliche Interessen gegeneinander abwägen. Durch die Gestaltung von Wahlplakaten, die Präsentation der Programme und die anschließende geheime Abstimmung erleben sie demokratische Verfahren unmittelbar. Gleichzeitig werden kommunikative Fähigkeiten, Perspektivübernahme, Kooperationsbereitschaft und die Fähigkeit zur begründeten ethischen Urteilsbildung gefördert.
In der anschließenden Reflexionsphase sollten die Erfahrungen aus dem Planspiel ausdrücklich mit religiösen und ethischen Fragestellungen verbunden werden. Mögliche Leitfragen lauten: Was bedeutet es, gerecht zu entscheiden? Wie können die Interessen von Minderheiten berücksichtigt werden? Welche Verantwortung tragen Menschen für das Wohl der Gemeinschaft? Weshalb müssen auch diejenigen respektiert werden, deren Vorstellungen bei einer Abstimmung keine Mehrheit erhalten haben? Ergänzend können biblische Texte herangezogen werden, etwa das Gebot der Nächstenliebe in Markus 12,31, die Goldene Regel in Matthäus 7,12 oder die Forderung nach Gerechtigkeit in Micha 6,8. Die Lernenden können untersuchen, welche ethischen Orientierungen diese Texte für das gesellschaftliche Zusammenleben eröffnen und wie sich entsprechende Wertvorstellungen in politische Entscheidungsprozesse einbringen lassen. Dabei ist auf eine offene und kontroverse Gesprächskultur zu achten, die unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Positionen respektiert.
Zur Vertiefung bietet sich ein Vergleich zwischen demokratischen Entscheidungsprozessen und Formen der Mitbestimmung innerhalb kirchlicher Gemeinschaften an. Die Lernenden können untersuchen, welche Möglichkeiten der Beteiligung beispielsweise in kirchlichen Jugendgruppen, Pfarrgemeinden oder kirchlichen Gremien bestehen und welche Unterschiede zu staatlichen demokratischen Verfahren erkennbar werden. Auch die Frage nach dem Verhältnis von Kirche, Religion und Politik kann aufgegriffen werden. Dabei sollte deutlich werden, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und zu ethischen Fragen Stellung beziehen können, während politische Entscheidungen in einer pluralistischen Demokratie unterschiedliche weltanschauliche Überzeugungen berücksichtigen müssen.
Methodisch empfiehlt sich eine Verbindung aus Filmrezeption, Unterrichtsgespräch, Gruppenarbeit, kreativer Gestaltung, Planspiel und gemeinsamer Reflexion. Eine Differenzierung kann durch vereinfachte Arbeitsaufträge, vorgegebene Begriffskarten, zusätzliche Impulsfragen oder unterschiedlich anspruchsvolle Reflexionsaufgaben erfolgen. Für leistungsstärkere Lernende bietet sich eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis zwischen Mehrheitsentscheidungen, Minderheitenschutz und ethischer Verantwortung an. Zum Abschluss können die Lernenden eine persönliche Stellungnahme zu der Frage formulieren, welche Werte ihnen für eine gerechte und demokratische Gesellschaft besonders wichtig erscheinen und wie sie selbst Verantwortung für das Zusammenleben übernehmen können. Das Medium unterstützt somit nicht nur die Vermittlung politischer Grundkenntnisse, sondern fördert insbesondere die Entwicklung ethischer Urteilskompetenz, demokratischer Handlungskompetenz und gesellschaftlicher Verantwortungsbereitschaft. Es eignet sich daher besonders für Unterrichtseinheiten zu den Themen „Christliche Verantwortung in der Gesellschaft“, „Gerechtigkeit und Frieden“, „Menschenwürde und Menschenrechte“ sowie „Religion und Politik“.