Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders zur Erarbeitung der Organisationsstruktur und der räumlichen Gestalt der katholischen Kirche in Deutschland. Als Einstieg können die Lernenden zunächst ihren eigenen Wohnort suchen und herausfinden, zu welchem Bistum dieser gehört. Davon ausgehend können weitere Fragen entwickelt werden: Wo befindet sich der Bischofssitz? Welche benachbarten Bistümer gibt es? Wo verlaufen die Bistumsgrenzen? Welche Unterschiede bestehen zwischen einem Bistum und einem Bundesland? Auf diese Weise verbindet das Medium religiöses Lernen mit geografischer Orientierung und ermöglicht einen lebensweltlichen Zugang zu zunächst abstrakt erscheinenden kirchlichen Strukturen. Im Rahmen einer Unterrichtseinheit zum Thema Kirche können Lernende arbeitsteilig verschiedene Bistümer untersuchen und die Ergebnisse anschließend präsentieren. Dabei können sie beispielsweise Name, Bischofssitz, räumliche Ausdehnung, besondere Kirchen, Wallfahrtsorte und weitere kirchliche Einrichtungen recherchieren. Methodisch bietet sich auch ein Vergleich mit einer politischen Deutschlandkarte an. Lernende können untersuchen, an welchen Stellen Bistumsgrenzen und Ländergrenzen voneinander abweichen und daraus Fragen nach der historischen Entwicklung kirchlicher Strukturen ableiten. Für leistungsstärkere Lerngruppen kann daran die Frage angeschlossen werden, weshalb kirchliche Räume historisch gewachsen sind und nicht einfach der heutigen politischen Gliederung Deutschlands entsprechen. Ebenso kann die Karte Ausgangspunkt für eine Klärung zentraler Begriffe wie Bistum, Diözese, Erzbistum, Bischof, Erzbischof, Kathedrale und Pfarrei sein. Sinnvoll ist zudem eine Verbindung mit der Frage nach der katholischen Kirche als Ortskirche und Weltkirche. Von der eigenen Pfarrei ausgehend können die Lernenden die verschiedenen Ebenen kirchlicher Zugehörigkeit erschließen und Beziehungen zwischen Gemeinde, Bistum, katholischer Kirche in Deutschland und Weltkirche herstellen. Die Deutsche Bischofskonferenz selbst ist der Zusammenschluss der katholischen Bischöfe der deutschen Bistümer, sodass sich über die Karte auch deren Funktion und Bedeutung erschließen lässt. DBK Für eine vertiefende digitale Erarbeitungsphase kann zusätzlich der statistische Bistumsatlas herangezogen werden. Dort lassen sich beispielsweise Daten zu Taufen, Erstkommunionen, Firmungen, Trauungen, Bestattungen, Eintritten, Austritten und Gottesdienstbesuchen kartografisch und grafisch untersuchen. DBK Dadurch kann aus einer zunächst geografischen Orientierung eine anspruchsvollere Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Situation der katholischen Kirche entstehen. Lernende können Daten verschiedener Bistümer vergleichen, Entwicklungen beschreiben und mögliche Ursachen diskutieren. Besonders gewinnbringend ist dabei die Verbindung von Kartenarbeit, Recherche, kooperativem Lernen und Präsentation. Als Sicherung können Lernende eine eigene beschriftete Bistumskarte erstellen, ausgewählte Bistümer in Kurzporträts vorstellen oder die kirchliche Gliederung Deutschlands in einem Schaubild darstellen. Das Medium eignet sich somit sowohl für einen grundlegenden Zugang zum Thema katholische Kirche als auch für vertiefende Fragestellungen zu kirchlichen Strukturen, regionaler Vielfalt, religiöser Praxis und den gegenwärtigen Veränderungen kirchlichen Lebens.