RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Katholisches Bibelwerk

Katholisches Bibelwerk

Glauben als individueller Weg und als persönliche Berufung

Veröffentlichung:1.1.1970

Das Medium „Glauben als Weg“ des Katholischen Bibelwerks thematisiert Glauben als individuellen Lebensweg und als persönliche Berufung. Ausgangspunkt sind die Berufung Samuels in 1 Sam 3,1 bis 10 und die Begegnung der ersten Jünger mit Jesus in Joh 1,35 bis 40. Anhand dieser biblischen Erzählungen wird herausgearbeitet, dass Glaubenswege nicht immer geradlinig verlaufen, sondern von Suche, Fragen, Veränderungen, Nähe, Distanz und neuen Aufbrüchen geprägt sein können. Das Medium verbindet die Bibeltexte mit einer ausführlichen Auslegung und Aktualisierung, einer persönlichen Meditation, einem Gebet und einer praktisch ausgearbeiteten Bibelarbeit. Im Zentrum steht die Frage, wie Menschen den Ruf Gottes wahrnehmen, wie persönliche Berufung entdeckt werden kann und wie sich Glaube im Verlauf des Lebens entwickelt.

Products

Für den Religionsunterricht bietet das Medium einen besonders geeigneten Zugang, um biblisches Lernen mit den Lebensfragen der Lernenden zu verbinden. Die beiden Berufungsgeschichten können zunächst gelesen und miteinander verglichen werden. Dabei können die Lernenden untersuchen, wie Samuel und Andreas angesprochen werden, welche Rolle andere Menschen auf ihrem Weg spielen und wie unterschiedlich die jeweiligen Reaktionen ausfallen. Das Medium selbst schlägt hierfür ein Lesen mit verteilten Rollen sowie eine anschließende Arbeit in Kleingruppen vor. Leitfragen richten die Aufmerksamkeit darauf, wie Berufung geschieht, wie die Suchenden charakterisiert werden und wie sie mit ihrem Angesprochensein umgehen. Diese Vorgehensweise lässt sich gut für den schulischen Religionsunterricht adaptieren. Die Lernenden können Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Texte in einer Tabelle festhalten und anschließend diskutieren, welches Verständnis von Berufung darin sichtbar wird. Von besonderer didaktischer Bedeutung ist dabei, Berufung nicht vorschnell auf einen kirchlichen oder geistlichen Beruf zu reduzieren. Das Material eröffnet vielmehr die Perspektive, Berufung mit dem eigenen Leben, persönlichen Begabungen, Aufgaben, Entscheidungen und Entwicklungen in Beziehung zu setzen. Dadurch entstehen Anknüpfungspunkte an Fragen der Identitätsbildung und Lebensorientierung. Die Frage Jesu „Was sucht ihr?“ kann beispielsweise als Ausgangspunkt für eine persönliche Schreibaufgabe dienen. Lernende können überlegen, wonach Menschen in ihrem Leben suchen, welche Wünsche und Hoffnungen sie mit ihrer Zukunft verbinden und welche Menschen ihnen Orientierung geben. Persönliche religiöse Äußerungen sollten dabei grundsätzlich freiwillig bleiben. Das Material berücksichtigt diese notwendige Offenheit ausdrücklich, indem die Teilnehmenden bei einer Übung selbst entscheiden können, welche Aspekte ihres persönlichen Suchens sie mitteilen und welche sie für sich behalten möchten. Methodisch eignet sich außerdem die im Medium vorgesehene Arbeit mit Papierhänden. Lernende können darauf notieren, welche Menschen, Erfahrungen, Texte oder Begegnungen für einen Lebensweg zu Wegweisern werden können. Die Ergebnisse können um ein Symbol in der Mitte des Raumes angeordnet und anschließend betrachtet werden. Das ermöglicht einen anschaulichen Übergang von der biblischen Erfahrung des Wegweisens zu heutigen Erfahrungen. Für Lerngruppen, in denen stärker persönlich und erfahrungsbezogen gearbeitet werden kann, bietet sich zudem die Meditation an. Sie lädt dazu ein, sich eine Begegnung mit Jesus vorzustellen und der Frage „Was suchst du?“ nachzugehen. Im schulischen Kontext sollte die Teilnahme an einer solchen religiösen Praxis jedoch freiwillig gestaltet und eine beobachtende oder schriftlich reflektierende Alternative angeboten werden. Eine weitere interessante Methode ist das im Medium beschriebene Dyadengespräch. Dabei sprechen Lernende zu ausgewählten Begriffen oder Aussagen aus den Bibeltexten, während das Gegenüber aufmerksam zuhört, ohne unmittelbar zu kommentieren. In angepasster Form kann diese Methode dazu beitragen, aktives Zuhören, Perspektivübernahme und persönliche Reflexion miteinander zu verbinden. Insgesamt ermöglicht das Medium eine Verbindung von Bibelarbeit, Textvergleich, Gespräch, kreativer Gestaltung, Meditation und biografischem Lernen. Besonders wichtig ist eine offene Unterrichtsgestaltung, die Glauben als möglichen individuellen Weg thematisiert, ohne von den Lernenden ein persönliches Glaubensbekenntnis zu erwarten. So können auch Zweifel, Distanz, Suche und unterschiedliche religiöse Positionierungen als legitime Perspektiven in den Unterricht einbezogen werden. Gerade die im Medium vertretene Vorstellung, dass Glaubenswege von Veränderungen und unterschiedlichen Phasen geprägt sein können, eröffnet hierfür einen geeigneten religionspädagogischen Rahmen.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.