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Landesinstitut für Schule und Bildung Berlin

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Der fremde Blick

Veröffentlichung:1.1.2006

Die Reihe „Der fremde Blick“ ab Seite 33 mit neun Seiten aus der PDF "Ethikunterricht in der 7. Jahrgangsstufe" beschäftigt sich mit der Wahrnehmung des Eigenen und des Fremden sowie mit der Frage, wie Menschen einander betrachten, beurteilen und begegnen. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen von Fremdheit, Anderssein, Zugehörigkeit und Ausgrenzung. Die Materialien regen die Lernenden dazu an, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und zu erkennen, wie Erwartungen, Erfahrungen, Vorurteile und gesellschaftliche Vorstellungen den Blick auf andere Menschen beeinflussen können. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven auf Identität, kulturelle und religiöse Vielfalt sowie menschliches Zusammenleben eröffnet. Die Reihe sensibilisiert für vorschnelle Zuschreibungen und lädt dazu ein, Fremdheit nicht ausschließlich als Abgrenzung, sondern auch als Möglichkeit für Begegnung, Erkenntnis und persönliche Entwicklung zu verstehen. Aus religionspädagogischer Perspektive können Fragen nach Menschenwürde, Nächstenliebe, Anerkennung, Toleranz, Verantwortung und dem Umgang mit Fremden aufgegriffen und mit biblischen sowie christlichen Vorstellungen vom Menschen verbunden werden.

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Didaktisch bietet die Unterrichtsreihe die Möglichkeit, Wahrnehmung und Perspektivwechsel eng miteinander zu verbinden. Ausgangspunkt können Bilder, Fotografien, kurze Geschichten, Situationen aus dem Alltag oder bewusst mehrdeutige Darstellungen sein. Die Lernenden beschreiben zunächst möglichst genau, was sie wahrnehmen, bevor sie ihre Beobachtungen deuten und bewerten. Auf diese Weise lässt sich verdeutlichen, dass Wahrnehmung und Interpretation nicht identisch sind. Anschließend können unterschiedliche Deutungen miteinander verglichen werden. Dabei sollte die Lehrkraft darauf achten, dass verschiedene Wahrnehmungen zunächst nebeneinanderstehen dürfen und gemeinsam untersucht wird, wodurch sie entstanden sind. Besonders geeignet sind Methoden des Perspektivwechsels. Die Lernenden können eine Situation aus der Sicht verschiedener beteiligter Personen erzählen, Gedanken und Gefühle formulieren oder in einem Rollenspiel unterschiedliche Positionen einnehmen. Auch Schreibaufgaben aus der Perspektive einer fremden Person ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit Empathie und Fremdwahrnehmung. Begriffe wie Vorurteil, Stereotyp, Ausgrenzung, Zugehörigkeit, Toleranz, Respekt und Anerkennung können anhand konkreter Beispiele erschlossen und voneinander unterschieden werden. Wichtig ist eine sensible Gesprächsführung, damit einzelne Lernende nicht aufgrund ihrer Herkunft, Religion, Sprache, ihres Aussehens oder ihrer Lebensweise stellvertretend für eine bestimmte Gruppe angesprochen werden. Persönliche Erfahrungen mit Fremdheit oder Ausgrenzung sollten freiwillig eingebracht werden können. Religionspädagogisch lässt sich die Thematik durch biblische Erzählungen vertiefen, in denen Begegnungen mit Fremden, gesellschaftlich ausgegrenzten Menschen oder Personen außerhalb der eigenen Gemeinschaft eine wichtige Rolle spielen. Die Lernenden können untersuchen, wie Jesus Menschen wahrnimmt, wie Grenzen zwischen Gruppen überwunden werden und welche Bedeutung Nächstenliebe und Menschenwürde für die Begegnung mit dem Fremden besitzen. Ebenso können unterschiedliche religiöse und weltanschauliche Perspektiven auf Gastfreundschaft, Mitmenschlichkeit und Verantwortung einbezogen werden. Methodisch eignen sich neben Bildbetrachtungen und Rollenspielen auch Schreibgespräche, Standbilder, Fallbeispiele, Gedankenexperimente, Positionsübungen und kreative Gestaltungsaufgaben. Zum Abschluss können die Lernenden reflektieren, wie sich der eigene Blick auf andere verändern kann und welche Voraussetzungen für respektvolle Begegnungen notwendig sind. Die Reihe fördert damit Wahrnehmungskompetenz, Empathie, Urteilsfähigkeit, Dialogfähigkeit und die Bereitschaft, eigene Vorstellungen kritisch zu überprüfen.

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