Didaktisch bietet die Unterrichtsreihe einen besonders lebensnahen Zugang, da familiäre Beziehungen für viele Lernende einen wesentlichen Bestandteil ihrer Lebenswelt darstellen. Gleichzeitig erfordert das Thema eine sensible Gestaltung des Unterrichts. Die Lehrkraft sollte von einem offenen und vielfältigen Familienbegriff ausgehen und unterschiedliche Lebensformen selbstverständlich berücksichtigen. Dazu können Familien mit einem oder mehreren Elternteilen, Patchworkfamilien, Pflegefamilien, Adoptivfamilien, Familien mit zwei Müttern oder zwei Vätern sowie weitere Formen verlässlicher Lebensgemeinschaft gehören. Entscheidend ist, Familie nicht ausschließlich über eine bestimmte Zusammensetzung, sondern über Beziehungen, Fürsorge, Verantwortung und Zusammengehörigkeit zu erschließen. Da Lernende auch Erfahrungen mit Trennung, Verlust, Streit oder belastenden familiären Situationen mitbringen können, sollten persönliche Beiträge grundsätzlich freiwillig bleiben. Aufgabenstellungen können deshalb so formuliert werden, dass Lernende wahlweise über die eigene Familie, eine erfundene Familie oder Familien aus Geschichten und Medien sprechen und schreiben können. Methodisch eignen sich Bildimpulse, Geschichten, Gesprächskreise, Gedankenexperimente, Rollenspiele, kreative Schreibaufgaben, Standbilder und gestalterische Aufgaben. Familienbilder oder fiktive Alltagssituationen können als Ausgangspunkt dienen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Formen des Zusammenlebens wahrzunehmen. Konfliktsituationen ermöglichen es, Perspektivwechsel einzuüben und gemeinsam nach Möglichkeiten für einen respektvollen Umgang zu suchen. Begriffe wie Vertrauen, Liebe, Streit, Versöhnung, Verantwortung und Vergebung können gesammelt, geordnet und anhand konkreter Situationen erschlossen werden. Biblische Erzählungen über Familien und Gemeinschaft bieten die Möglichkeit, Erfahrungen der Lernenden mit religiösen Traditionen in Beziehung zu setzen. Dabei sollte deutlich werden, dass auch biblische Familiengeschichten von Konflikten, Veränderungen und schwierigen Beziehungen erzählen und kein idealisiertes Familienbild vermitteln müssen. Die Lernenden können herausarbeiten, welche Werte für ein gelingendes Zusammenleben wichtig sind und wie diese im Alltag sichtbar werden. Als Abschluss der Reihe eignet sich beispielsweise die Gestaltung eines persönlichen oder gemeinschaftlichen Wertebildes zum Thema Familie und Zusammenleben. Dadurch werden die Ergebnisse gebündelt, ohne dass Lernende private familiäre Verhältnisse offenlegen müssen.