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Landesinstitut für Schule und Bildung Berlin

Landesinstitut für Schule und Bildung Berlin

In der Familie leben

Veröffentlichung:1.1.2006

Die Reihe „In der Familie leben“ ab Seite 25 mit sieben Seiten aus der PDF "Ethikunterricht in der 7. Jahrgangsstufe" thematisiert die Bedeutung von Familie als grundlegenden Lebens und Erfahrungsraum von Lernenden. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Formen des familiären Zusammenlebens, Beziehungen zwischen Familienmitgliedern sowie Erfahrungen von Geborgenheit, Vertrauen, Verantwortung, Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung. Zugleich können Konflikte, unterschiedliche Bedürfnisse, Regeln und Veränderungen innerhalb von Familien aufgegriffen werden. Die Materialien regen dazu an, eigene Vorstellungen von Familie wahrzunehmen und mit den Erfahrungen anderer Menschen zu vergleichen. Dabei wird deutlich, dass Familie vielfältig gelebt werden kann und Menschen in unterschiedlichen familiären Konstellationen aufwachsen. Aus religionspädagogischer Perspektive eröffnet die Reihe Zugänge zu Fragen nach Liebe, Gemeinschaft, Verantwortung, Vergebung und einem respektvollen Umgang miteinander. Biblische Geschichten und christliche Vorstellungen von Gemeinschaft können dazu beitragen, eigene Erfahrungen zu reflektieren und religiöse Deutungsmöglichkeiten kennenzulernen.

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Didaktisch bietet die Unterrichtsreihe einen besonders lebensnahen Zugang, da familiäre Beziehungen für viele Lernende einen wesentlichen Bestandteil ihrer Lebenswelt darstellen. Gleichzeitig erfordert das Thema eine sensible Gestaltung des Unterrichts. Die Lehrkraft sollte von einem offenen und vielfältigen Familienbegriff ausgehen und unterschiedliche Lebensformen selbstverständlich berücksichtigen. Dazu können Familien mit einem oder mehreren Elternteilen, Patchworkfamilien, Pflegefamilien, Adoptivfamilien, Familien mit zwei Müttern oder zwei Vätern sowie weitere Formen verlässlicher Lebensgemeinschaft gehören. Entscheidend ist, Familie nicht ausschließlich über eine bestimmte Zusammensetzung, sondern über Beziehungen, Fürsorge, Verantwortung und Zusammengehörigkeit zu erschließen. Da Lernende auch Erfahrungen mit Trennung, Verlust, Streit oder belastenden familiären Situationen mitbringen können, sollten persönliche Beiträge grundsätzlich freiwillig bleiben. Aufgabenstellungen können deshalb so formuliert werden, dass Lernende wahlweise über die eigene Familie, eine erfundene Familie oder Familien aus Geschichten und Medien sprechen und schreiben können. Methodisch eignen sich Bildimpulse, Geschichten, Gesprächskreise, Gedankenexperimente, Rollenspiele, kreative Schreibaufgaben, Standbilder und gestalterische Aufgaben. Familienbilder oder fiktive Alltagssituationen können als Ausgangspunkt dienen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Formen des Zusammenlebens wahrzunehmen. Konfliktsituationen ermöglichen es, Perspektivwechsel einzuüben und gemeinsam nach Möglichkeiten für einen respektvollen Umgang zu suchen. Begriffe wie Vertrauen, Liebe, Streit, Versöhnung, Verantwortung und Vergebung können gesammelt, geordnet und anhand konkreter Situationen erschlossen werden. Biblische Erzählungen über Familien und Gemeinschaft bieten die Möglichkeit, Erfahrungen der Lernenden mit religiösen Traditionen in Beziehung zu setzen. Dabei sollte deutlich werden, dass auch biblische Familiengeschichten von Konflikten, Veränderungen und schwierigen Beziehungen erzählen und kein idealisiertes Familienbild vermitteln müssen. Die Lernenden können herausarbeiten, welche Werte für ein gelingendes Zusammenleben wichtig sind und wie diese im Alltag sichtbar werden. Als Abschluss der Reihe eignet sich beispielsweise die Gestaltung eines persönlichen oder gemeinschaftlichen Wertebildes zum Thema Familie und Zusammenleben. Dadurch werden die Ergebnisse gebündelt, ohne dass Lernende private familiäre Verhältnisse offenlegen müssen.

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