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Freiheit der Wissenschaft – Art. 5 GG

Veröffentlichung:1.1.2025

Das Medium „Freiheit der Wissenschaft: Art. 5 GG“ mit drei Seiten richtet sich an Lernende ab Klasse 11 und thematisiert die Bedeutung der Wissenschaftsfreiheit für eine demokratische Gesellschaft. Ausgangspunkt ist ein Video mit Prof. Dr. Alicia von Schenk von der Universität Würzburg, anhand dessen die Lernenden den Begriff Wissenschaftsfreiheit sowie dessen Grenzen erschließen. Im Zentrum steht Art. 5 GG und die Frage, weshalb freie Wissenschaft für Wahrheitsfindung, gesellschaftlichen Fortschritt und freie Meinungsbildung notwendig ist. Die Lernenden beschäftigen sich mit der Bedeutung von Wahrheit im wissenschaftlichen Kontext, mit der Abschaffung der Wissenschaftsfreiheit während des Nationalsozialismus, mit möglichen Folgen staatlicher Einflussnahme auf Forschung sowie mit Möglichkeiten zum Schutz und zur Förderung freier Wissenschaft. Einen aktuellen Schwerpunkt bildet die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz. Dabei werden Chancen wie die Verarbeitung großer Datenmengen und die weltweite Verfügbarkeit von Wissen ebenso berücksichtigt wie Gefahren durch Manipulation, technologische Abhängigkeit, Zensur, Kontrolle und Überwachung. Das für etwa 15 Minuten konzipierte Medium verbindet damit Grundrechtsbildung, historische Reflexion, Wissenschaftsverständnis und die Diskussion aktueller Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz.

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Für den Religionsunterricht bietet das Medium einen anspruchsvollen Zugang zu grundlegenden Fragen nach Freiheit, Wahrheit, Erkenntnis, Verantwortung und dem Verhältnis von Wissenschaft, Gesellschaft und Demokratie. Der Einstieg über die Aussagen von Prof. Dr. Alicia von Schenk eignet sich dazu, Wissenschaftsfreiheit zunächst aus der Perspektive einer Wissenschaftlerin zu erschließen. Die Lernenden erhalten den Auftrag, den Begriff Wissenschaftsfreiheit zu definieren und mögliche Grenzen zu benennen. Methodisch empfiehlt es sich, die ersten Definitionen zunächst zu sammeln und sichtbar festzuhalten. Dadurch kann am Ende überprüft werden, ob sich das Verständnis der Lernenden verändert oder erweitert hat. Gerade für den Religionsunterricht ist die Frage nach Freiheit besonders anschlussfähig. Die Lernenden können überlegen, warum Menschen frei denken, fragen, forschen und Erkenntnisse auch dann veröffentlichen dürfen müssen, wenn diese gesellschaftlichen, politischen oder religiösen Erwartungen widersprechen.

Eine zentrale Rolle spielt die im Medium aufgegriffene Verpflichtung auf Wahrheit. Ausgehend vom Motto „Veritati“ wird danach gefragt, was Wahrheit im wissenschaftlichen Kontext bedeutet. Diese Fragestellung besitzt für den Religionsunterricht besonderes Potenzial, da sie eine Differenzierung verschiedener Wahrheitsverständnisse ermöglicht. Dabei sollte nicht vorschnell ein Gegensatz zwischen Religion und Wissenschaft konstruiert werden. Vielmehr können die Lernenden untersuchen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden und welche Rolle Beobachtung, Belege, methodisches Vorgehen, Nachprüfbarkeit, Kritik und die Bereitschaft zur Korrektur eigener Erkenntnisse spielen. Davon ausgehend kann gefragt werden, ob und in welcher Weise sich wissenschaftliche Wahrheitsansprüche von religiösen, philosophischen oder persönlichen Wahrheitsansprüchen unterscheiden. So eröffnet das Medium einen Zugang zu grundlegenden Fragen der Erkenntnistheorie und zum Verhältnis von Glaube und Wissen.

Für eine vertiefende Erarbeitung eignet sich die historische Frage, weshalb die Nationalsozialisten Wissenschaftsfreiheit abschafften und weshalb die Verfasser des Grundgesetzes diese Freiheit anschließend ausdrücklich als Grundrecht schützten. Diese beiden Fragen werden im Medium unmittelbar miteinander verbunden. Methodisch kann eine Gegenüberstellung erfolgen: Auf der einen Seite sammeln die Lernenden mögliche Folgen politisch kontrollierter Wissenschaft, auf der anderen Seite Funktionen freier Wissenschaft in einer Demokratie. Dadurch wird sichtbar, dass Wissenschaftsfreiheit nicht nur ein individuelles Recht von Forschenden ist, sondern eine gesellschaftliche Bedeutung besitzt. Wo Forschung politisch gesteuert, unerwünschte Erkenntnisse unterdrückt oder wissenschaftliche Institutionen kontrolliert werden, können Wahrheitsfindung, Kritik und gesellschaftlicher Fortschritt beeinträchtigt werden.

An dieser Stelle kann der Religionsunterricht die historische Perspektive vertiefen, indem nach der Verantwortung von Wissenschaft und Wissenschaftlern gefragt wird. Freiheit bedeutet nicht, dass Forschung grundsätzlich von ethischer Verantwortung entbunden wäre. Die Lernenden können deshalb zwischen der Freiheit wissenschaftlicher Fragestellungen und Methoden einerseits und der Verantwortung für mögliche Folgen wissenschaftlichen Handelns andererseits unterscheiden. Mögliche Leitfragen sind „Darf Wissenschaft alles erforschen, was erforscht werden kann?“, „Wer trägt Verantwortung für die Folgen wissenschaftlicher Erkenntnisse?“ und „Welche ethischen Grenzen können Forschung gesetzt werden?“. Damit lässt sich Wissenschaftsfreiheit mit Menschenwürde, Verantwortung, Schutz des Lebens und ethischer Urteilsbildung verbinden.

Eine weitere Möglichkeit zur Vertiefung bietet der im Material vorgestellte Academic Freedom Index. Das Medium verweist darauf, dass dieser jährlich Daten zur Wissenschaftsfreiheit weltweit bereitstellt und unter anderem die Freiheit von Forschung und Lehre, den akademischen Austausch, die Wissenschaftskommunikation, die akademische und kulturelle Ausdrucksfreiheit sowie die institutionelle Autonomie betrachtet. Der Index kann genutzt werden, um Wissenschaftsfreiheit als globales Thema zu erschließen. Die Lernenden können untersuchen, warum Wissenschaft in demokratischen und autokratischen Gesellschaften unterschiedliche Freiräume besitzt. Da das Material darauf hinweist, dass der Begriff Autokratie möglicherweise zunächst geklärt werden muss, empfiehlt sich eine kurze begriffliche Vorentlastung.

Besonders lebensweltbezogen ist die abschließende Diskussion über Künstliche Intelligenz. Das Medium fragt ausdrücklich danach, wie Künstliche Intelligenz die Freiheit von Kunst und Wissenschaft beeinflussen kann. Als mögliche positive Aspekte werden die Erleichterung von Forschung durch große Datensätze und die globale Verfügbarkeit von Wissen genannt. Gleichzeitig werden Manipulation, Abhängigkeit von Technologien sowie mögliche Zensur und Kontrolle durch Staaten oder Unternehmen als Risiken thematisiert. Methodisch bietet sich eine strukturierte Gegenüberstellung von Chancen und Risiken an. Die Lernenden können zunächst in Kleingruppen Argumente sammeln und anschließend prüfen, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf Freiheit, Wahrheit und Verantwortung besitzen.

Gerade im Religionsunterricht sollte die Diskussion über Künstliche Intelligenz über eine rein technische Betrachtung hinausgehen. Die Lernenden können fragen, wie sich der Zugang zu Wissen verändert, wem sie bei wissenschaftlichen Informationen vertrauen können und welche Verantwortung Menschen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz besitzen. Denkbare Leitfragen sind „Kann Künstliche Intelligenz zur Wahrheitsfindung beitragen?“, „Wie erkennen wir manipulierte Informationen?“, „Wer trägt Verantwortung für Entscheidungen, die mithilfe Künstlicher Intelligenz getroffen werden?“ oder „Was geschieht mit wissenschaftlicher Freiheit, wenn wenige Unternehmen die wichtigsten technischen Systeme kontrollieren?“. Dadurch verbindet sich Medienbildung mit ethischer Reflexion.

Das Material schlägt ausdrücklich vor, selbst eine Künstliche Intelligenz zum Thema zu befragen und deren Antworten anschließend zu diskutieren. Ebenso werden Seminararbeiten, Referate und Fragen des Urheberrechts als lebensweltbezogene Anknüpfungspunkte genannt. Diese Möglichkeit eignet sich für einen methodischen Perspektivwechsel. Lernende können eine Antwort einer Künstlichen Intelligenz mit anderen Informationsquellen vergleichen und Kriterien entwickeln, anhand derer sich die Qualität einer Aussage beurteilen lässt. Entscheidend ist dabei nicht nur, ob eine Antwort plausibel klingt, sondern ob Aussagen nachvollziehbar, überprüfbar und durch geeignete Quellen gestützt werden können. Damit wird wissenschaftliches Arbeiten unmittelbar mit der Erfahrungswelt der Lernenden verbunden.

Religionspädagogisch lässt sich das Thema außerdem mit dem Verhältnis von Wissenschaft und Religion verknüpfen. Statt beide Bereiche als grundsätzlich konkurrierende Systeme darzustellen, können unterschiedliche Fragestellungen und Erkenntniswege betrachtet werden. Naturwissenschaftliche Forschung kann beispielsweise danach fragen, wie bestimmte Prozesse funktionieren, während Religion und Theologie Fragen nach Sinn, Verantwortung, Hoffnung, Menschenbild und einem verantwortbaren Umgang mit Erkenntnissen stellen können. Zugleich gibt es Überschneidungen und Konfliktfelder, die eine differenzierte Auseinandersetzung verlangen. Für Lernende kann daraus die Erkenntnis entstehen, dass wissenschaftliche und religiöse Aussagen jeweils hinsichtlich ihrer Voraussetzungen, Methoden und Geltungsansprüche untersucht werden müssen.

Als Abschluss sieht das Medium die Frage nach den positiven Folgen der Wissenschaftsfreiheit vor und bezeichnet sie als Grundpfeiler der Demokratie, der Fortschritt, Wahrheitsfindung und freie Meinungsbildung sichert. Zugleich wird an die historischen Erfahrungen des Nationalsozialismus erinnert. Für die abschließende Reflexion können die Lernenden den Satz „Wissenschaft braucht Freiheit, weil …“ vervollständigen. Ergänzend eignet sich die Aussage „Wissenschaft braucht Freiheit, aber auch Verantwortung“ für eine Positionierung. Die Lernenden können erläutern, ob sie dieser Aussage zustimmen und welche Verantwortung sie mit wissenschaftlicher Freiheit verbinden. Auf diese Weise führt das Medium von der verfassungsrechtlichen Grundlage über historische Erfahrungen und aktuelle Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz zu einer grundlegenden ethischen Reflexion über Freiheit, Wahrheit, Erkenntnis und Verantwortung.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 3. Gesellschaftlich-politische Verantwortung aus christlicher Motivation.

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