Der Reader eignet sich für den Religionsunterricht der höheren Jahrgangsstufen sowie für fachübergreifende Vorhaben mit Politik, Wirtschaft, Erdkunde, Geschichte und Ethik. Er ermöglicht eine vertiefte Beschäftigung mit Menschenwürde, Gerechtigkeit, Globalisierung, Verantwortung, Armut, Konsum und christlicher Sozialethik. Aufgrund seines Umfangs, seiner anspruchsvollen Fachtexte und seiner belastenden Themen sollte er nicht vollständig als fortlaufende Lektüre eingesetzt werden. Sinnvoll ist eine gezielte Auswahl einzelner Beiträge, Reportagen und Infografiken, die an Alter, Vorwissen, Sprachvermögen und emotionale Belastbarkeit der Lernenden angepasst wird.
Als Einstieg eignet sich die Weltkarte zu den Beispielen sklavenähnlicher Ausbeutung. Die Lernenden untersuchen, welche Produkte, Länder und Ausbeutungsformen dargestellt werden. Sie erkennen, dass moderne Sklaverei nicht auf eine Region oder einen Wirtschaftszweig begrenzt ist. Anschließend können sie vermuten, welche Verbindungen zwischen ihrem Alltag und den dargestellten Produktionsbedingungen bestehen. Die Lehrkraft sollte darauf achten, nicht vorschnell individuelle Schuld zuzuweisen. Ziel ist die Erkenntnis, dass Konsumentscheidungen in politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen eingebunden sind.
Der Begriff moderne Sklaverei muss zu Beginn sorgfältig geklärt werden. Er ist kein einheitlicher Rechtsbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für schwere Formen von Zwang, Kontrolle und Ausbeutung. Dazu gehören vor allem Zwangsarbeit, Menschenhandel, Schuldknechtschaft, Zwangsheirat, sexuelle Ausbeutung und bestimmte Formen ausbeuterischer Kinderarbeit. Die Lernenden sollten Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Erscheinungsformen herausarbeiten. Wesentliche Merkmale sind fehlende Freiheit, Gewalt, Drohung, Täuschung, Abhängigkeit, Entzug von Dokumenten, Verschuldung und die Unmöglichkeit, ein Arbeitsverhältnis aus eigener Entscheidung zu verlassen.
Zugleich ist eine historische Unterscheidung erforderlich. Gegenwärtige Ausbeutungsverhältnisse dürfen nicht mit dem transatlantischen Versklavungssystem gleichgesetzt werden. Historische Sklaverei, Kolonialismus und rassistische Herrschaft wirken jedoch bis in heutige globale Ungleichheiten hinein. Eine begriffliche Gegenüberstellung hilft den Lernenden, Kontinuitäten und Unterschiede zu erkennen, ohne das historische Leid zu relativieren.
Zur arbeitsteiligen Erschließung können Lerngruppen unterschiedliche Bereiche untersuchen. Eine Gruppe beschäftigt sich mit Arbeitsmigration und Frauenrechten in Katar, eine weitere mit sexuellem Missbrauch im Internet, eine dritte mit Menschenhandel und Zwangsprostitution, eine vierte mit Mobiltelefonen und Elektroschrott, eine fünfte mit der Fleischindustrie und eine sechste mit Fairem Handel. Jede Gruppe hält die Form der Ausbeutung, betroffene Menschen, Ursachen, beteiligte Akteure, wirtschaftliche Interessen, Folgen und vorgeschlagene Lösungen fest. Anschließend werden die Ergebnisse in einer gemeinsamen Übersicht zusammengeführt.
Die Infografiken eignen sich besonders zur Förderung der Medienkompetenz. Die Lernenden beschreiben zunächst, welche Aussage eine Grafik vermittelt. Danach prüfen sie Quelle, Bezugsjahr, verwendete Kategorien, Darstellungsform und mögliche Auslassungen. Da der Reader Beiträge und Daten aus den Jahren vor seiner Veröffentlichung versammelt, müssen Zahlen für eine Verwendung als aktuelle Statistik überprüft werden. Auch die Petition zum Schutz von Frauen in Katar war zeitlich begrenzt und ist deshalb als damaliges Kampagnenmaterial und nicht als gegenwärtig laufende Aktion zu behandeln.
Die Reportagen ermöglichen einen biografischen und emotionalen Zugang. Die Lernenden können herausarbeiten, wie betroffene Menschen dargestellt werden und ob sie ausschließlich als hilflose Opfer oder auch als handelnde Personen erscheinen. Eine respektvolle Beschäftigung wahrt ihre Würde und vermeidet sensationsorientierte Darstellungen. Persönliche Geschichten sollen nicht lediglich dazu dienen, Mitleid auszulösen. Sie können vielmehr strukturelle Ursachen sichtbar machen und die Forderungen betroffener Menschen nach Rechten, Schutz und Selbstbestimmung vermitteln.
Bei Texten über sexualisierte Gewalt, Zwangsprostitution und Onlinemissbrauch ist besondere Sensibilität erforderlich. Die Lehrkraft sollte die Lerngruppe vorab über belastende Inhalte informieren und alternative Aufgaben anbieten. Explizite Einzelheiten sind für das Verständnis nicht notwendig. Niemand darf zu persönlichen Äußerungen über eigene Erfahrungen gedrängt werden. Falls Lernende Hilfebedarf äußern, gelten die schulischen Schutzkonzepte und Beratungswege. Die betreffende Unterrichtsstunde sollte mit einer stabilisierenden Sicherung und konkreten Schutzmöglichkeiten enden.
Die Beiträge zu Katar eignen sich zur Untersuchung des Zusammenhangs von Sport, Wirtschaft, Politik und Menschenrechten. Die Lernenden können analysieren, wie große Sportveranstaltungen internationale Aufmerksamkeit erzeugen und zugleich zur politischen Selbstdarstellung genutzt werden. Sie unterscheiden zwischen berechtigter Kritik an Menschenrechtsverletzungen und pauschalen Urteilen über eine Religion, eine Kultur oder die Bevölkerung eines Landes. Die Kritik richtet sich gegen konkrete Gesetze, Machtstrukturen und Ausbeutungsverhältnisse, nicht gegen Menschen muslimischen Glaubens.
Am Beispiel von Mobiltelefonen kann eine Lieferkette rekonstruiert werden. Die Lernenden verfolgen den Weg von Rohstoffen über Gewinnung, Verarbeitung, Herstellung, Verkauf, Nutzung und Entsorgung. Dabei werden Coltanabbau, Arbeitsbedingungen, unternehmerische Verantwortung, Nutzung elektronischer Geräte und Elektroschrott miteinander verbunden. Die Lerngruppe kann anschließend prüfen, welche Verantwortung Staaten, Unternehmen, Handel und konsumierende Personen an den verschiedenen Stellen tragen.
Für die christlich ethische Vertiefung bieten sich biblische Texte zur Menschenwürde, Befreiung und Verantwortung an. Geeignet sind die Erschaffung des Menschen als Ebenbild Gottes, die Befreiung aus Ägypten, die Frage Gottes an Kain nach seinem Bruder, prophetische Kritik an Ausbeutung, das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und Jesu Rede vom Weltgericht. Die Lernenden beziehen die biblischen Aussagen auf moderne Formen von Zwang und Ausbeutung. Dabei erkennen sie, dass Gottesliebe und Nächstenliebe im christlichen Verständnis nicht voneinander getrennt werden können.
Die katholische Soziallehre bietet weitere Beurteilungskriterien. Menschenwürde, Gemeinwohl, Solidarität, Subsidiarität, Gerechtigkeit und die vorrangige Beachtung armer und benachteiligter Menschen können auf die dargestellten Fälle angewendet werden. Die Lernenden prüfen, welche Prinzipien verletzt werden und welche Veränderungen erforderlich sind. So entsteht ein begründetes ethisches Urteil, das über spontane Empörung hinausführt.
Eine strukturierte Fallanalyse kann in fünf Schritten erfolgen. Zunächst wird die Situation sachlich beschrieben. Danach werden die beteiligten Personen und Institutionen bestimmt. Im dritten Schritt werden Interessen, Abhängigkeiten und Machtverhältnisse untersucht. Anschließend erfolgt eine ethische Bewertung anhand von Menschenrechten und christlicher Sozialethik. Zum Abschluss entwickeln die Lernenden realistische Handlungsmöglichkeiten und prüfen deren Wirkung sowie Grenzen.
Der Reader sollte nicht den Eindruck vermitteln, dass allein verändertes Einkaufsverhalten moderne Sklaverei beseitigen könne. Kritischer Konsum, längere Nutzung elektronischer Geräte und der Kauf fair gehandelter Produkte sind wichtige Beiträge, reichen aber nicht aus. Ebenso notwendig sind wirksame Gesetze, Kontrollen, soziale Sicherung, unabhängige Gewerkschaften, existenzsichernde Löhne, Schutzangebote, Strafverfolgung und verbindliche unternehmerische Sorgfalt. Eine Verantwortungspyramide kann verdeutlichen, welche Aufgaben bei Staaten, Unternehmen, Kirchen, Organisationen und einzelnen Menschen liegen.
Die Materialien zu Fairem Handel können für eine Untersuchung von Siegeln und wirtschaftlichen Beziehungen genutzt werden. Die Lernenden prüfen, welche Standards unterschiedliche Zeichen versprechen und welche Grenzen bestehen. Dabei sollte Fairer Handel weder als vollständige Lösung noch als wirkungslos dargestellt werden. Er kann bessere Bedingungen fördern, ersetzt aber keine umfassende Veränderung ungerechter Wirtschaftsstrukturen.
Die kirchlichen Handlungsoptionen am Ende des Readers ermöglichen eine Verbindung von Analyse und Praxis. Genannt werden Bildungsarbeit, Projektförderung, politische Interessenvertretung, faire Beschaffung, Prävention, Unterstützung von Frauen, internationale Begegnung und verantwortlicher Konsum. Die Lernenden können beurteilen, welche Maßnahmen kurzfristige Hilfe leisten, welche Betroffene stärken und welche langfristig Strukturen verändern.
Als Ergebnissicherung eignet sich eine Ausstellung unter dem Titel „Eine Welt. Keine Sklaverei“. Jede Lerngruppe gestaltet eine Station mit Begriffsdefinition, Fallbeispiel, Ursachenanalyse, ethischer Bewertung und Handlungsvorschlägen. Alternativ können ein Erklärtext, eine Informationsseite, ein Podcast, ein Gottesdienstbaustein oder eine sachlich begründete Stellungnahme entstehen. Bilder von betroffenen Menschen dürfen nur würdevoll, mit geklärten Nutzungsrechten und ohne entwürdigende Darstellung verwendet werden.
Eine mögliche Abschlussaufgabe besteht in der Entwicklung eines schulischen Aktionsplans. Die Lernenden untersuchen Beschaffung, Mobiltelefone, Lebensmittel, Kleidung und digitale Medien im eigenen Umfeld. Danach wählen sie ein erreichbares Ziel, etwa eine Informationsveranstaltung, eine faire Beschaffungsregel, eine Sammelaktion für alte Mobiltelefone oder ein Gespräch mit Verantwortlichen. Politische oder religiöse Aktionen müssen freiwillig bleiben. Entscheidend ist, dass die Lernenden nicht mit einem Gefühl der Ohnmacht entlassen werden, sondern zwischen persönlichem, gemeinschaftlichem, wirtschaftlichem und politischem Handeln unterscheiden können.
Die Unterrichtseinheit besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Materialien, die das Thema moderne Sklaverei multiperspektivisch erschließen. Zu Beginn findet sich eine visuelle Weltkarte mit konkreten Beispielen von Ausbeutung in verschiedenen Ländern und Branchen. Diese Übersicht verdeutlicht global vernetzte Zusammenhänge und zeigt, dass moderne Sklaverei viele Gesichter hat, etwa in der Landwirtschaft, der Industrie oder im Dienstleistungsbereich. Es folgen einleitende Texte und ein Kapitel zur Situation von Frauen in Katar, das sowohl durch Fotos als auch durch eine Petition und Hintergrundberichte ergänzt wird. Besonders prägend sind wissenschaftliche Sachtexte, die strukturelle Zusammenhänge von Arbeitsmigration, Menschenrechten und wirtschaftlichen Interessen analysieren. Hinzu kommen journalistische Reportagen mit persönlichen Erfahrungsberichten von Betroffenen, die Einblicke in konkrete Lebenssituationen geben und das Thema emotional vertiefen. Ergänzt werden diese Materialien durch Interviews, Zitate und kirchliche Impulse, die ethische und religiöse Perspektiven einbringen.
Weltkarte zu moderner Sklaverei, Seiten 2 und 3
Die Karte verbindet Länder, Produkte und unterschiedliche Formen der Ausbeutung. Im Unterricht suchen die Lernenden bekannte Alltagsprodukte, ordnen ihnen Herkunftsländer zu und untersuchen mögliche Verbindungen zum eigenen Konsum. Anschließend formulieren sie Fragen zu Lieferketten und Arbeitsbedingungen.
Kapitelübersicht und Zitat von Papst Franziskus, Seite 5
Das Zitat stellt die Frage nach persönlicher und gesellschaftlicher Mitverantwortung. Die Lernenden erschließen die Aussage, diskutieren den Begriff Mitschuld und unterscheiden persönliche Verantwortung von der Verantwortung der Wirtschaft und der Politik.
Materialien zu Frauen und Arbeitsmigration in Katar
Frauenrechte und Arbeitsmigration in Katar, ab Seite 10
Der Fachtext informiert über das politische System Katars, Arbeitsmigration, Menschenrechte und die Situation von Frauen. Die Lernenden markieren zentrale Aussagen, erstellen ein Profil Katars und untersuchen, wie Sport, Wirtschaft, Politik und Menschenrechte zusammenhängen.
Rote Karte für Katar, ab Seite 18
Das Material zeigt Personen, die die damalige Petition von missio unterstützten. Im Unterricht analysieren die Lernenden die Symbolik der roten Karte und entwerfen eine eigene Botschaft zum Schutz von Frauen und Arbeitsmigrantinnen. Dabei wird erklärt, dass die im Reader vorgestellte Petition bereits beendet ist.
Die Scheichs, das Geld und die Frauen, ab Seite 20
Die Reportage beschreibt die Situation von Frauen in Katar. Die Lernenden sammeln rechtliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme und prüfen, wie eine Reportage Informationen und persönliche Eindrücke miteinander verbindet.
Reisewarnung für Katar, ab Seite 24
Der Text behandelt Gefahren für Frauen, die in Katar sexualisierte Gewalt erfahren. Die Lernenden untersuchen, weshalb Betroffene teilweise selbst beschuldigt werden. Danach vergleichen sie die dargestellte Situation mit grundlegenden Menschenrechten. Wegen der belastenden Inhalte ist eine sensible Einführung notwendig.
Die Leibeigenen der Scheichs, ab Seite 30
Die Reportage beschäftigt sich mit Hausangestellten und ihren Abhängigkeiten. Die Lernenden untersuchen Arbeitszeit, Bezahlung, Unterbringung, Passentzug und fehlende Bewegungsfreiheit. Anschließend prüfen sie, welche Merkmale moderner Sklaverei erkennbar sind.
Grundlegende Materialien zu moderner Sklaverei
Eine Welt. Keine Sklaverei, ab Seite 41
Der Beitrag führt in das Thema ein und verbindet moderne Sklaverei mit globaler Wirtschaft, Kinderarbeit, Menschenhandel und sexuellem Missbrauch. Die Lernenden erstellen eine Begriffsübersicht und unterscheiden historische Sklaverei von heutigen Formen extremer Ausbeutung.
Infografik Moderne Sklaverei, ab Seite 44
Die Grafik stellt Zahlen, Gruppen und Erscheinungsformen moderner Sklaverei dar. Die Lernenden lesen die Daten aus, formulieren Kernaussagen und prüfen Quelle und Bezugsjahr. Danach setzen sie eine ausgewählte Zahl in eine verständliche Aussage oder eine eigene Grafik um.
Dem sexuellen Missbrauch von Kindern ein Ende setzen, ab Seite 46
Der Beitrag von Kailash Satyarthi thematisiert Kinderrechte und sexuelle Ausbeutung. Die Lernenden arbeiten heraus, welche Schutzrechte Kinder besitzen und welche gesellschaftlichen Veränderungen notwendig sind. Belastende Einzelheiten werden nicht vertieft.
Materialien zum Onlinemissbrauch an Kindern
Moderne Sklaverei im Internet, ab Seite 50
Der Text erklärt Formen sexueller Ausbeutung im digitalen Raum. Die Lernenden untersuchen, wie Armut, technische Möglichkeiten, internationale Netzwerke und kriminelle Interessen zusammenwirken. Abschließend sammeln sie sichere und seriöse Hilfswege.
Opfer befreien, Täter vor Gericht bringen, ab Seite 55
Der Beitrag stellt die Arbeit zum Schutz betroffener Kinder und zur Strafverfolgung vor. Die Lernenden ordnen Maßnahmen den Bereichen Prävention, Schutz, Befreiung, Beratung und Strafverfolgung zu.
Infografik Missbrauch, ab Seite 60
Die Infografik verdichtet Zahlen und Zusammenhänge. Die Lernenden beschreiben ihre Wirkung, prüfen die Aussagekraft der Zahlen und überlegen, welche Informationen fehlen. Dabei üben sie einen kritischen Umgang mit Statistiken.
Pädophilen Tätern das Handwerk legen, ab Seite 62
Der Beitrag behandelt internationale Ermittlungen gegen Täter. Die Lernenden rekonstruieren, weshalb Strafverfolgung über Staatsgrenzen hinweg schwierig ist. Danach entwickeln sie ein Schaubild zur Zusammenarbeit von Polizei, Justiz, Beratungsstellen und internationalen Organisationen.
Möglichkeiten der Strafverfolgung in Deutschland, ab Seite 69
Der Text erläutert die rechtliche Verfolgung von Missbrauch und Ausbeutung. Im Unterricht unterscheiden die Lernenden Prävention, Intervention und Strafverfolgung. Sie lernen außerdem, dass Verdachtsfälle in die Hände fachlich zuständiger Stellen gehören.
Materialien zu Menschenhandel und Zwangsprostitution
Bekämpfung der modernen Sklaverei und des Menschenhandels, ab Seite 74
Der Beitrag zeigt internationale Strategien gegen Menschenhandel. Die Lernenden bestimmen Ursachen, Wege der Anwerbung und Formen der Abhängigkeit. Anschließend ordnen sie Lösungsvorschläge den Ebenen Staat, Gesellschaft, Kirche und Einzelperson zu.
Menschenhandel und Zwangsprostitution in Deutschland, ab Seite 82
Das Material macht deutlich, dass moderne Sklaverei auch in Deutschland vorkommt. Die Lernenden widerlegen die Vorstellung, Ausbeutung sei ausschließlich ein Problem ferner Länder. Danach untersuchen sie Schutzmöglichkeiten und gesellschaftliche Vorurteile gegenüber betroffenen Personen.
Moderne Sklaverei in der Parallelwelt einer sozialen Marktwirtschaft, ab Seite 89
Der Beitrag befasst sich unter anderem mit ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnissen in der Fleischindustrie. Die Lernenden untersuchen Werkverträge, Unterbringung, Löhne und Abhängigkeiten. Anschließend diskutieren sie, welche Verantwortung Unternehmen, Staat und konsumierende Personen tragen.
Materialien zu Mobiltelefonen und Elektroschrott
Die neue Sklaverei in Afrika, ab Seite 95
Der Beitrag beschreibt Ausbeutung, Gewalt und Rohstoffgewinnung in der Demokratischen Republik Kongo. Die Lernenden untersuchen den Zusammenhang zwischen Coltan, Mobiltelefonen, bewaffneten Konflikten und globaler Nachfrage.
Elektroschrott im Globalen Süden, ab Seite 99
Der Text behandelt die Folgen der Entsorgung elektronischer Geräte in Ghana. Die Lernenden verfolgen den Weg eines Mobiltelefons von der Herstellung bis zur Entsorgung und benennen gesundheitliche sowie ökologische Schäden.
Menschenrechte entlang der Wertschöpfungskette, ab Seite 103
Das Material fragt nach der Verantwortung von Unternehmen. Die Lernenden zeichnen eine Wertschöpfungskette und tragen an jeder Station mögliche Menschenrechtsverletzungen ein. Danach entwickeln sie Anforderungen an verantwortungsvolle Unternehmen.
Infografik Elektroschrott, ab Seite 106
Die Grafik veranschaulicht Mengen, Handelswege und Folgen elektronischer Abfälle. Die Lernenden entnehmen Daten, formulieren Kernaussagen und vergleichen die Informationen mit ihrem eigenen Umgang mit elektronischen Geräten.
Weiterführende Publikation zum Thema, ab Seite 108
Dieser Abschnitt verweist auf vertiefende Informationen. Lernende können daraus zusätzliche Aspekte für Referate, Präsentationen oder eine Ausstellung auswählen. Die Lehrkraft sollte prüfen, ob die weiterführenden Quellen noch erreichbar und inhaltlich aktuell sind.
Materialien zu Arbeitsmigration
Fakten zur Arbeitsmigration, ab Seite 115
Der Beitrag erklärt Ursachen, Formen und Folgen internationaler Arbeitsmigration. Die Lernenden unterscheiden freiwillige Migration, wirtschaftlich erzwungene Migration, reguläre Beschäftigung und ausbeuterische Abhängigkeit.
Menschenhandel: Prävention und Intervention, ab Seite 122
Der Text stellt Schutzarbeit und Handlungsmöglichkeiten vor. Die Lernenden erstellen eine Übersicht mit Warnzeichen, vorbeugenden Maßnahmen, Hilfsangeboten und notwendigen politischen Veränderungen.
Infografik Arbeitsmigration, ab Seite 128
Die Grafik zeigt Formen moderner Sklaverei nach Regionen und Kategorien sowie wichtige Wege des Menschenhandels. Die Lernenden beschreiben räumliche Muster, prüfen die Grenzen der Darstellung und formulieren Fragen, die durch die Grafik nicht beantwortet werden.
Materialien zu Handlungsmöglichkeiten
Lieferketten und unternehmerische Verantwortung, ab Seite 131
Der Beitrag erklärt, weshalb Unternehmen die Arbeitsbedingungen in ihren Lieferketten überprüfen müssen. Die Lernenden entwickeln Kriterien für unternehmerische Verantwortung und führen eine Diskussion über freiwillige Maßnahmen und gesetzliche Pflichten.
Auch Care Arbeit ist politisch, ab Seite 135
Das Material behandelt bezahlte und unbezahlte Sorgearbeit. Die Lernenden sammeln Beispiele aus Pflege, Betreuung, Haushalt und Erziehung. Danach untersuchen sie, weshalb diese Arbeit häufig gering bezahlt, unsichtbar oder ungleich verteilt wird.
Fairer Handel für Menschenrechte, ab Seite 138
Der Beitrag stellt den Fairen Handel als Möglichkeit zur Verbesserung von Lebensbedingungen vor. Die Lernenden untersuchen Kriterien des Fairen Handels, vergleichen Siegel und bewerten Möglichkeiten sowie Grenzen fairer Produkte.
Faire und verantwortungsvolle Produktion im Familienunternehmen, ab Seite 143
Der Unternehmensbeitrag beschreibt die Umsetzung sozialer und ökologischer Verantwortung. Die Lernenden prüfen, welche Maßnahmen konkret genannt werden und ob diese strukturelle Veränderungen bewirken. Der Text kann mit kritischen Gegenfragen zur Selbstdarstellung von Unternehmen verbunden werden.
Infografik Fairer Handel, ab Seite 146
Die Grafik zeigt Umsätze, Produktgruppen und die Verteilung des Verkaufspreises. Die Lernenden analysieren, welcher Anteil bei produzierenden Menschen ankommt und welche Beteiligten entlang der Handelskette verdienen. Danach berechnen oder visualisieren sie beispielhaft die Verteilung des Preises einer Tafel Schokolade.
Möglichkeiten kirchlichen Handelns, ab Seite 148
Der abschließende Beitrag nennt Projektarbeit, Bildung, faire Beschaffung, Spenden, politische Interessenvertretung, Prävention und die Beteiligung junger Menschen. Die Lernenden bewerten diese Möglichkeiten nach Wirkung, Reichweite und Umsetzbarkeit. Zum Abschluss entwickeln sie eine konkrete Aktion für Schule, Gemeinde oder Alltag.