Didaktisch eignet sich das Video in besonderer Weise für einen ästhetisch-theologischen Zugang zum Religionsunterricht, vor allem in der Sekundarstufe I und II. Methodisch kann das Bild als stiller Impuls zu Beginn eingesetzt werden, verbunden mit einem genauen Wahrnehmungsauftrag („Was siehst du? Was irritiert dich?“), um vorschnelle Deutungen zu vermeiden. In der Erarbeitungsphase bietet sich eine bildhermeneutische Vorgehensweise an: arbeitsteilige Gruppen analysieren einzelne Apostel, Gesten oder Raumstrukturen und deuten deren Bedeutung im Licht der biblischen Abendmahlserzählungen. Besonders lernwirksam ist der Perspektivwechsel, etwa durch kreative Schreibaufgaben (innerer Monolog eines Jüngers) oder szenische Standbilder. Theologisch kann das Medium genutzt werden, um zentrale Themen wie Eucharistie, Verrat, Gemeinschaft und Schuld zu vertiefen und mit Erfahrungen heutiger Gemeinschaften zu verknüpfen. Auch eine liturgische Anbindung ist möglich, etwa im Kontext von Gründonnerstag. Eine abschließende meditative Phase – z. B. mit der Frage „Wo stehe ich in diesem Bild?“ – fördert persönliche Reflexion und religiöse Sprachfähigkeit. So verbindet das Medium Kunstkompetenz, Bibelarbeit und existenzielle Deutung.