Methodisch bietet sich ein problemorientierter Einstieg an, etwa über Konfliktsituationen aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler (Mobbing, Ausgrenzung, Streit, soziale Medien), die zunächst spontan bewertet werden. Anschließend kann Jesu Forderung der Feindesliebe als Kontrastfolie eingeführt und gemeinsam erschlossen werden. In Gruppenarbeit lassen sich einzelne Aspekte (Vergeltung vs. Vergebung, Gebet für Feinde, Gewaltlosigkeit) vertiefen und auf heutige Situationen übertragen. Rollenspiele oder Perspektivwechsel-Übungen ermöglichen es, die emotionale Schwierigkeit der Feindesliebe nachzuvollziehen. Eine stille Reflexionsphase oder ein angeleitetes Gebet kann helfen, die spirituelle Dimension dieser Ethik erfahrbar zu machen. Ziel ist nicht moralischer Druck, sondern die Einsicht, dass Jesu Ethik eine herausfordernde Orientierung bietet, die Gewissen bildet und zum Nachdenken über eigene Reaktionsmuster anregt.