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Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

Warum arbeiten Menschen?

Veröffentlichung:1.1.2025

Die Unterrichtsreihe "Warum arbeiten Menschen?" mit 38 Seiten führt Lernende schrittweise an die zentrale Leitfrage heran, wie sich Arbeit, Berufe und Arbeitswelten historisch und gegenwärtig verändern. Es beginnt mit einer grundlegenden Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Arbeit für Individuen und Gesellschaft: Eine Mindmap zeigt verschiedene Dimensionen – von Existenzsicherung über sozialen Status und Selbstverwirklichung bis hin zu Belastungen und Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Verschiedene Zitate aus Antike, Aufklärung und Moderne regen dazu an, die Begriffe „Job“, „Beruf“ und „Berufung“ voneinander zu unterscheiden und eigene Wertvorstellungen zu entwickeln.

Das Medium „Zeitreisende: Entdeckt die Berufe im Wandel“ ist eine umfangreiche Sammlung von Kopiervorlagen zur Berufsorientierung und zur historischen, technologischen sowie gesellschaftlichen Entwicklung von Arbeit. Die 38 Seiten enthalten 33 Arbeitsblätter, die vier thematischen Bereichen zugeordnet sind. Zu Beginn setzen sich die Lernenden mit der Bedeutung von Arbeit, dem Verhältnis von Beruf und Berufung, eigenen Interessen, beruflichen Erwartungen und möglichen Ausbildungswegen auseinander. Der historische Teil zeichnet den Wandel der Arbeitswelten von der Antike über das Mittelalter und die Industrialisierung bis zur Gegenwart nach. Dabei werden technische Veränderungen, Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten und soziale Folgen behandelt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Digitalisierung, Automatisierung, Robotik, Industrie 4.0, intelligenten Fabriken, 3D Druck, autonomem Fahren und lebenslangem Lernen. Abschließend thematisiert das Material Erwerbsbiografien, flexible Arbeitszeitmodelle, den demografischen Wandel, Fachkräftemangel, Pflegeroboter sowie die Erwartungen verschiedener Generationen an die Arbeitswelt. Texte, Fotografien, Schaubilder, Statistiken, Zitate, Wahlzettel und Verweise auf ergänzende Videos eröffnen unterschiedliche Zugänge. Das Material stammt aus dem Jahr 2018. Deshalb müssen statistische Angaben, Berufsbezeichnungen, digitale Verweise und Zukunftsprognosen vor dem Einsatz auf ihre Aktualität geprüft werden.


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Das Material eignet sich für die Sekundarstufe I und für ausgewählte Themen der Sekundarstufe II. Es kann im Religionsunterricht, im Ethikunterricht, in der Berufsorientierung und im fächerübergreifenden Unterricht mit Geschichte, Politik, Wirtschaft und Informatik verwendet werden. Für den Religionsunterricht sind besonders die Fragen nach Beruf und Berufung, Menschenwürde, gerechter Arbeit, Verantwortung, Selbstverwirklichung, sozialer Gerechtigkeit, technischer Entwicklung und dem Verhältnis von Arbeit und Ruhe bedeutsam.

Die Sammlung sollte nicht vollständig und linear bearbeitet werden. Sinnvoll ist eine Auswahl einzelner Arbeitsblätter entsprechend der Lerngruppe und dem Unterrichtsziel. Eine Unterrichtsreihe kann mit der Mindmap zur Frage beginnen, warum Menschen arbeiten. Die Lernenden sammeln persönliche, wirtschaftliche, gesellschaftliche und ethische Gründe. Dabei können Existenzsicherung, Anerkennung, Gemeinschaft, Freude, Selbstverwirklichung, Verantwortung und gesellschaftlicher Nutzen unterschieden werden. Anschließend überlegen die Lernenden, welche dieser Bedeutungen für sie selbst besonders wichtig sind.

Das Arbeitsblatt zu Beruf und Berufung eröffnet einen unmittelbaren religionspädagogischen Zugang. Die Lernenden unterscheiden zwischen einer Tätigkeit zum Lebensunterhalt, einer beruflichen Karriere und einer als Berufung verstandenen Aufgabe. Diese Unterscheidung kann mit biblischen Berufungsgeschichten verglichen werden. Geeignet sind die Berufung Abrahams, die Berufung des Mose, die Berufung Samuels, die Berufung der ersten Jünger oder die Berufung des Paulus. Dabei sollte deutlich werden, dass eine biblische Berufung nicht mit einem modernen Berufswunsch gleichgesetzt werden kann. Sie bezeichnet zunächst die Erfahrung, von Gott angesprochen und mit einer Aufgabe betraut zu sein.

Zur persönlichen Vertiefung können die Lernenden einen Satz wie „Eine sinnvolle Tätigkeit ist für mich eine Tätigkeit, die …“ vervollständigen. Die Ergebnisse werden freiwillig vorgestellt und nach gemeinsamen Kriterien geordnet. Die Lehrkraft sollte vermeiden, nur hoch bezahlte, akademische oder gesellschaftlich angesehene Berufe als besonders wertvoll erscheinen zu lassen. Jede ehrliche und menschenwürdige Arbeit verdient Anerkennung.

Die Arbeitsblätter zur persönlichen Berufswahl können als geschützter Raum für Selbstreflexion genutzt werden. Die Lernenden wählen Tätigkeitsfelder, Arbeitsbedingungen und Werte aus, die ihnen wichtig sind. Dazu gehören etwa Sicherheit, Kreativität, gerechte Bezahlung, gesellschaftlicher Nutzen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Schutz von Mensch und Umwelt. Persönliche Ergebnisse müssen nicht öffentlich präsentiert werden. Gerade Lernende ohne klare berufliche Vorstellung dürfen nicht unter Rechtfertigungsdruck geraten.

Die historischen Materialien ermöglichen eine Zeitreise durch unterschiedliche Vorstellungen von Arbeit. In Gruppen können die Lernenden Antike, Mittelalter, Industrialisierung und Gegenwart untersuchen. Jede Gruppe beschreibt typische Tätigkeiten, gesellschaftliche Bewertungen von Arbeit, technische Hilfsmittel, Arbeitsbedingungen und soziale Ungleichheiten. Anschließend werden Veränderungen und bleibende Fragen herausgearbeitet.

Ein biblischer Vergleich kann unterschiedliche Aussagen über Arbeit einbeziehen. In der Schöpfungserzählung gestaltet und bewahrt der Mensch die Erde. Nach der Vertreibung aus dem Garten Eden wird Arbeit zugleich als mühevoll erfahren. Das Sabbatgebot begrenzt die Arbeit und schützt die Ruhe. Die paulinische Vorstellung von einer Gemeinschaft mit verschiedenen Gaben betont, dass unterschiedliche Aufgaben zum gemeinsamen Leben beitragen. Die Lernenden erkennen so, dass Arbeit biblisch sowohl Gestaltungsmöglichkeit als auch Belastung sein kann.

Das Thema Industrialisierung eignet sich für eine Auseinandersetzung mit Menschenwürde und sozialer Gerechtigkeit. Die Lernenden untersuchen historische Arbeitsbedingungen, lange Arbeitszeiten, Kinderarbeit, Armut und Krankheit. Anschließend vergleichen sie diese Bedingungen mit heutigen Arbeitsverhältnissen. Dabei können globale Lieferketten, prekäre Beschäftigung, Arbeitsschutz, gerechte Löhne und Verantwortung von Unternehmen berücksichtigt werden. Die Lehrkraft sollte aktuelle Beispiele ergänzen, da das Material von 2018 stammt.

Bei der Arbeit mit Statistiken lernen die Lernenden, Daten kritisch auszuwerten. Sie klären Erhebungsjahr, Quelle, Bezugsgröße, Darstellungsform und mögliche Aussagegrenzen. Veraltete Statistiken können bewusst mit aktuellen Daten verglichen werden. Dadurch wird die zeitliche Distanz des Materials zu einem Lernanlass. Die Lernenden erkennen, dass gesellschaftliche Prognosen überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden müssen.

Der technologische Teil bietet zahlreiche Möglichkeiten zur ethischen Urteilsbildung. Beim Thema Automatisierung können die Lernenden Chancen wie körperliche Entlastung, höhere Genauigkeit, Sicherheit und neue Berufsfelder den Risiken von Arbeitsplatzverlust, Überwachung, Abhängigkeit und sozialer Ungleichheit gegenüberstellen. Eine strukturierte Urteilsbildung kann sich an den Kriterien Menschenwürde, Gerechtigkeit, Freiheit, Verantwortung, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Teilhabe orientieren.

Das Arbeitsblatt zum autonomen Fahren führt zu ethischen Entscheidungssituationen. Dabei sollte vermieden werden, moralische Dilemmata als bloßes Gedankenspiel zu behandeln. Die Lernenden müssen zunächst technische, rechtliche und gesellschaftliche Bedingungen klären. Danach können sie diskutieren, ob Maschinen moralische Entscheidungen treffen können, wer für Fehlentscheidungen verantwortlich ist und ob Menschenleben gegeneinander abgewogen werden dürfen.

Besonders ergiebig für den Religionsunterricht ist das Arbeitsblatt zu Pflegerobotern. Die Lernenden unterscheiden zwischen technischen Hilfen und menschlicher Zuwendung. Ein Pflegeroboter kann schwere körperliche Tätigkeiten übernehmen, Medikamente bereitstellen oder an Termine erinnern. Er kann menschliche Nähe, Mitgefühl, Aufmerksamkeit und Beziehung jedoch nicht vollständig ersetzen. Die Diskussion sollte nicht auf eine einfache Ablehnung von Technik hinauslaufen. Entscheidend ist die Frage, wie Technik eingesetzt werden kann, damit sie pflegebedürftigen Menschen und Pflegekräften dient.

Die Auseinandersetzung mit Industrie 4.0 und intelligenten Fabriken kann mit der Frage verbunden werden, ob alles technisch Mögliche auch moralisch wünschenswert ist. Die Lernenden entwickeln Kriterien für eine menschenfreundliche Arbeitswelt. Dazu gehören Schutz der Gesundheit, faire Bezahlung, Mitbestimmung, Datenschutz, berufliche Weiterbildung, ökologische Verantwortung und ausreichende Ruhezeiten.

Das Material zum lebenslangen Lernen sollte sensibel verwendet werden. Weiterbildung kann Selbstständigkeit fördern und neue Möglichkeiten eröffnen. Sie kann aber auch als ständiger Leistungsdruck erlebt werden. Die Lernenden diskutieren deshalb, welche Verantwortung sie selbst, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und der Staat für berufliche Bildung tragen. Eine gerechte Gesellschaft darf die Folgen des technologischen Wandels nicht allein einzelnen Beschäftigten überlassen.

Die Arbeitsblätter zu Arbeitszeitmodellen ermöglichen eine Verbindung mit dem Sabbatgebot. Die Lernenden untersuchen, weshalb Menschen verlässliche Zeiten für Ruhe, Familie, Gemeinschaft und persönliche Interessen benötigen. Das Sabbatgebot kann als Schutz vor grenzenloser Verfügbarkeit und wirtschaftlicher Ausbeutung verstanden werden. Anschließend entwerfen die Lernenden ein Arbeitszeitmodell, das sowohl betriebliche Anforderungen als auch menschliche Bedürfnisse berücksichtigt.

Für eine arbeitsteilige Unterrichtsphase können Gruppen verschiedene Zukunftsfelder bearbeiten. Mögliche Themen sind Pflege, Mobilität, Produktion, Landwirtschaft, Handel, Bildung und Verwaltung. Jede Gruppe beschreibt technische Veränderungen, betroffene Berufe, Chancen, Risiken und ethische Konflikte. Anschließend erstellt sie ein begründetes Zukunftsszenario. Dieses kann als Plakat, digitaler Beitrag, Podcast oder Präsentation gestaltet werden.

Eine abschließende Aufgabe kann in der Entwicklung einer Charta für gute Arbeit bestehen. Darin formulieren die Lernenden Regeln für eine gerechte und menschenfreundliche Arbeitswelt. Die Charta kann Aussagen zu Menschenwürde, gerechter Bezahlung, Mitbestimmung, Arbeitsschutz, Ruhe, Nachhaltigkeit, Weiterbildung, Inklusion und dem verantwortlichen Einsatz von Technik enthalten.

Das Material ist übersichtlich gestaltet und bietet abwechslungsreiche Zugänge. Viele Seiten verbinden Informationstexte mit Bildern, Statistiken und konkreten Aufgaben. Teilweise sind die Seiten jedoch sehr textreich und setzen eine sichere Lesekompetenz voraus. Für Lernende mit Unterstützungsbedarf sollten Texte gekürzt, Fachbegriffe erklärt und Aufgaben sprachlich vereinfacht werden. Grafiken können vergrößert und komplexe Arbeitsaufträge in einzelne Schritte gegliedert werden.

Da das Material ältere Daten und Verweise enthält, ist eine Aktualisierung unerlässlich. Besonders Angaben zu Fachkräftemangel, Arbeitszeit, demografischer Entwicklung, Robotik, autonomem Fahren und digitaler Produktion sollten durch aktuelle Quellen ergänzt werden. Auch die verlinkten Videos müssen vor der Unterrichtsstunde auf Erreichbarkeit und Eignung geprüft werden.


Darauf aufbauend werden die Lernende angeregt, ihre beruflichen Wünsche und Erwartungen zu reflektieren. Beispiele realer Schüleraussagen veranschaulichen Hoffnungen und Befürchtungen hinsichtlich Digitalisierung, Arbeitszeiten, internationaler Projekte oder Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wahlzettel zu Tätigkeitsprofilen und zu persönlichen Einstellungen helfen ihnen, berufliche Interessen sowie Vorstellungen vom ersten Job systematisch einzugrenzen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der beruflichen Orientierung über Branchen. Die Lernenden recherchieren Berufsbilder, analysieren deren Entwicklung und setzen Stellenausschreibungen mit berufsspezifischen Anforderungen in Beziehung. Gleichzeitig lernen sie, historische Zukunftsprognosen kritisch zu beurteilen und denken über utopische und dystopische Zukunftsszenarien nach.

Im historischen Modul erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie der Wert und die Organisation von Arbeit sich von der Antike über Mittelalter, Reformation, Aufklärung, Industrialisierung bis in die Gegenwart gewandelt haben. Textquellen und Bildmaterial unterstützen die Zuordnung der Epochen. Besonderes Augenmerk liegt auf der industriellen Revolution, ihren technischen Neuerungen und den massiven sozialen Folgen, etwa den schwierigen Arbeitsbedingungen des 19. Jahrhunderts und dem daraus entstehenden Sozialstaat. Statistiken zu Arbeitszeiten und demografische Grafiken („Lebensbäume“) verdeutlichen, wie gesellschaftliche Entwicklungen Arbeitsmärkte beeinflussen.

Im Modul „Berufe im Wandel“ untersuchen die Schülerinnen und Schüler anhand von Bildreihen aus Handwerk, industrieller Fertigung, Landwirtschaft, Medien- und Telekommunikationsbranche, wie technische Neuerungen Berufsprofile verändern, welche Tätigkeiten verschwinden, welche konstant bleiben und welche neu entstehen. Ein vertiefendes Beispiel liefert die Bahn, bei der Digitalisierung, Automatisierung und veränderte Signaltechnik den Berufsalltag neu strukturieren.

Das technologische Modul widmet sich dem Wandel durch Automatisierung, Robotik und Digitalisierung. Statistiken zum Robotereinsatz weltweit zeigen globale Trends. Bildmaterial aus Fabrikarbeit, OP-Technik oder öffentlichem Verkehr ermöglicht es den Lernenden, Chancen und Risiken wachsender Automatisierung für Beschäftigte zu diskutieren. Weitere Materialien thematisieren Digitalisierung im Alltag, neue Berufsbilder wie Roboter-Erziehende oder Tele-Mediziner und den Umgang von Unternehmen wie Lego, Hasbro oder Kodak mit digitalen Herausforderungen.

Ein wichtiges Querschnittsthema bildet das lebenslange Lernen als Voraussetzung moderner Erwerbsbiografien. Beispiele wie der Wandel des Berufs Kfz-Mechatroniker/-in zeigen, wie technische Innovation die Kompetenzanforderungen stetig erweitert.

In einem vorausblickenden Teil erarbeiten die Lernende Zukunftsszenarien zur „Industrie 4.0“, zur Gestaltung zukünftiger Arbeitsplätze oder zur Smart Factory am Beispiel digital gesteuerter Schuhproduktion. Abschließend analysieren sie gesellschaftliche Folgen neuer Technologien wie autonomem Fahren, etwa die Auswirkungen auf Stau, Umwelt, Unfallstatistiken sowie die entstehenden ethischen und rechtlichen Probleme.

Das Material verbindet somit berufliche Orientierung, historische Bildung und technologisches Zukunftswissen. Es fördert nicht nur die Analysefähigkeit der Lernenden, sondern ermutigt sie auch, eigene Erwartungen an Arbeitswelten zu formulieren und kritisch über Chancen und Herausforderungen des Wandels nachzudenken.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.5 Zukunft der Erde, Zukunft des Menschen und kirchliche Positionen.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3 Das Leben verantworten: Grundfragen medizinischer Ethik.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Schöne, neue Welt! – Science-Fiction oder bereits Realität?

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 7. Wie sollen/wollen wir leben?.

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