Die Podcastfolge widmet sich der bekannten, zugleich verstörenden Erzählung von der sogenannten „Kindermord“-Episode in Mt 2 und fragt, welchen historischen Kern diese dramatische Weihnachtserzählung besitzt. Dabei wird die Figur des Herodes des Großen, seine Biografie, seine politische Lage und seine Beziehung zu Rom neu ausgeleuchtet. Die Episode zeigt, wie eng religiöse Überlieferungen, politische Interessen und spätere Deutungen miteinander verflochten sind und wie schnell historische Personen zu Projektionsflächen für Angst, Gewaltfantasien und moralische Urteile wurden. Die Folge lädt dazu ein, die biblische Erzählung nicht nur als theologischen Text, sondern auch als kulturelles Narrativ zu verstehen, das über Jahrhunderte das Bild des „Gegenspielers Gottes“ geprägt hat.