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Religionspädagogische BeiträgeUdo Tworuschka

Religionspädagogische Beiträge,

Udo Tworuschka

Religiöses Lernen heute?

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel stellt eine religionswissenschaftliche Außenperspektive auf religiöses Lernen dar und plädiert für eine Praktische Religionswissenschaft, die sich als Kooperationspartnerin des Religionsunterrichts versteht. Der Autor entwickelt fünf Thesen zur Förderung von Verständnis, Empathie, kritischem Denken und Handlungsfähigkeit im Umgang mit Religion(en).

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Udo Tworuschka argumentiert für eine Praktische Religionswissenschaft, die religionswissenschaftliche Erkenntnissuche mit praktischer Nützlichkeit verbindet. Der Autor kritisiert das gegenwärtige Selbstverständnis des religionswissenschaftlichen Denkkollektivs, das sich streng neutral-deskriptiv positioniert und Religion zunehmend zu einer beliebigen Kulturform degradiert hat, statt ihre existenzielle Bedeutung anzuerkennen. In fünf Thesen entwickelt Tworuschka ein Konzept für den Religionsunterricht: (1) Praktische Religionswissenschaft soll als Kooperationspartnerin des Religionsunterrichts fungieren und sich konstruktiv der Theologie nähern, ohne aus Neutralitätszwang Brücken abzubrechen. (2) Neben dem verbreiteten interreligiös-partikularen Ansatz (Dialog, Trialog, Abrahamsreligionen) sollte der universalistische Ansatz der vergleichenden Religionswissenschaft stärker zum Tragen kommen. (3) Gegenstand sind konkrete religiöse Menschen aller Zeiten und Räume in ihren vielfältigen Ausdrucksformen (Töne, Bilder, Tänze, Riten, Texte), sowie Religion als Ganzes mit ihren Dimensionen, Beziehungen und politisch-ökonomisch-sozialen Determinanten. Der Autor fordert eine Erweiterung der Wahrnehmung um auditive und ästhetische Dimensionen. (4) Affektive und pragmatische Dimensionen spielen neben kognitiven bei interreligiösen Begegnungen eine Rolle; Empathie wird zu einer Schlüsselkompetenz. (5) Urteils- und Handlungsfähigkeit müssen gefördert werden, wobei Tworuschka eine „Religionskritik in humanisierender Absicht" mit Rückgriff auf Herder vertritt, die zwischen „Überlappungen" verbindender Überzeugungen in Religionstraditionen sucht, ohne in Relativismus zu verfallen.

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