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Die Geburt Jesu

Veröffentlichung:2.12.2016

Jesus wird geboren! Weihnachten in seiner ursprünglichen, christlichen Bedeutung nachzuerleben und zu feiern, ist eine wahre Freude! Hier wird die biblische Geschichte nacherzählt – liebevoll illustriert und professionell vertont.

Das etwa dreizehn Minuten lange Video erzählt die Geburt und frühe Kindheit Jesu vor dem Hintergrund der römischen Herrschaft. Zu Beginn werden das Römische Reich, Kaiser Augustus, die römische Besetzung von Judäa, Samaria und Galiläa sowie die Hoffnung vieler jüdischer Menschen auf den Messias vorgestellt. Aufgrund einer angeordneten Erfassung reisen Maria und Josef von Nazareth nach Bethlehem. Dort wird Jesus unter einfachen Bedingungen geboren und in eine Futterkrippe gelegt. Engel verkünden Hirten auf den Feldern die Geburt des Retters. Später folgen Sterndeuter einem Stern nach Bethlehem und bringen Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe. König Herodes sieht in dem neugeborenen Kind eine Bedrohung seiner Herrschaft. Josef wird deshalb im Traum gewarnt und flieht mit Maria und Jesus nach Ägypten. Herodes befiehlt die Tötung kleiner Jungen in Bethlehem. Nach seinem Tod kehrt die Familie zurück und lässt sich in Nazareth nieder. Das Video verbindet damit die Weihnachtsgeschichten des Lukasevangeliums und des Matthäusevangeliums zu einer fortlaufenden Erzählung.

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Das Video eignet sich für den Religionsunterricht in der Grundschule und in den ersten Jahrgangsstufen der Sekundarstufe. Es vermittelt nicht nur die Geburt Jesu, sondern stellt sie in einen politischen, sozialen und religiösen Zusammenhang. Die Lernenden erfahren etwas über die römische Herrschaft, die Hoffnung auf den Messias, die Lebensbedingungen einfacher Menschen und den Gegensatz zwischen dem mächtigen König Herodes und dem schutzbedürftigen Kind Jesus. Aufgrund der Fülle an Personen, Orten und Ereignissen sollte das Video in mehreren Abschnitten angesehen werden.

Eine sinnvolle Gliederung umfasst die römische Herrschaft und die Messiaserwartung, die Reise nach Bethlehem und die Geburt, die Verkündigung an die Hirten, den Besuch der Sterndeuter, die Bedrohung durch Herodes, die Flucht nach Ägypten sowie die Rückkehr nach Nazareth. Nach jedem Abschnitt können die Lernenden das Geschehen zusammenfassen und eine Zeitleiste ergänzen. Bildkarten mit Augustus, Maria, Josef, Krippe, Hirten, Engel, Stern, Sterndeutern, Herodes und Ägypten unterstützen die Orientierung. Auf einer Karte können Rom, Nazareth, Bethlehem, Jerusalem und Ägypten gesucht und die Reisewege eingezeichnet werden.

Als Einstieg eignen sich die Begriffe Macht, Hoffnung und Frieden. Die Lernenden können überlegen, woran Menschen Macht erkennen und was sie von einem König erwarten. Anschließend wird betrachtet, wie das Video Kaiser Augustus, Herodes und Jesus darstellt. Augustus herrscht über ein großes Reich, Herodes lebt in einem Palast und schützt seine Stellung mit Gewalt. Jesus wird dagegen in Armut geboren und ist vollständig auf die Fürsorge anderer angewiesen. Dieser Gegensatz eröffnet ein theologisches Gespräch über das christliche Verständnis von Königtum. Die Macht Jesu zeigt sich nicht in Waffen oder Zwang, sondern in Nähe, Liebe, Frieden und Rettung.

Die historischen Informationen des Videos sollten altersgemäß eingeordnet werden. Das Römische Reich beherrschte zur Zeit Jesu große Teile des Mittelmeerraumes. Judäa, Samaria und Galiläa standen jedoch nicht zu jedem Zeitpunkt in genau derselben Weise unter römischer Verwaltung. Auch die Bevölkerung reagierte unterschiedlich auf die römische Herrschaft. Pauschale Aussagen über die jüdische Bevölkerung sollten deshalb vermieden werden. Jüdisches Leben war vielfältig, und auch die Vorstellungen vom erwarteten Messias unterschieden sich.

Das Video beschreibt Propheten ausschließlich als Männer. Im Unterricht kann ergänzt werden, dass die Bibel auch Prophetinnen wie Mirjam, Debora und Hulda kennt. Ebenso sollte erklärt werden, dass die christliche Deutung Jesu als Sohn Gottes und Messias eine Glaubensaussage ist. Jüdische Menschen teilen diese Deutung nicht. Eine solche Unterscheidung fördert religiöse Bildung und verhindert, dass das Judentum nur als Vorbereitung auf das Christentum dargestellt wird.

Die Geburtsgeschichten aus dem Lukas und dem Matthäusevangelium sollten miteinander verglichen werden. Lukas erzählt von der Reise nach Bethlehem, der Krippe, den Engeln und den Hirten. Matthäus berichtet vom Stern, den Sterndeutern, Herodes, der Flucht nach Ägypten und der Rückkehr nach Nazareth. Das Video verbindet beide Erzählungen. Die Lernenden können die Motive den beiden Evangelien zuordnen und erkennen, dass die Evangelisten unterschiedliche theologische Schwerpunkte setzen.

Ein Vergleich zwischen Video und Bibeltext fördert die Medienkompetenz. Die Lernenden können untersuchen, welche Einzelheiten aus der Bibel stammen und welche durch Bilder, Sprache oder erzählerische Ergänzungen ausgestaltet werden. Im Lukasevangelium wird beispielsweise kein Stall ausdrücklich genannt. Dort ist von einer Krippe und einem fehlenden Platz in der Unterkunft die Rede. Auch die Zahl der Sterndeuter wird nicht genannt. Die Tradition spricht häufig von drei Personen, weil drei Gaben erwähnt werden. Eine solche Beobachtung zeigt, wie biblische Texte und spätere Weihnachtsvorstellungen zusammenwirken.

Das Motiv der Hirten eignet sich für eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Anerkennung und Ausgrenzung. Das Video stellt sie als arme und wenig angesehene Menschen dar. Gerade ihnen wird die Geburt Jesu zuerst verkündet. Die Lernenden können darüber nachdenken, warum die Botschaft nicht zuerst an mächtige oder wohlhabende Menschen ergeht. Ein Standbild zur Verkündigung oder ein innerer Monolog eines Hirten kann Gefühle wie Angst, Staunen, Freude und Hoffnung sichtbar machen.

Die Sterndeuter eröffnen einen Zugang zu den Themen Suche, Orientierung und Vertrauen. Die Lernenden können überlegen, welche Zeichen Menschen auf ihrem Lebensweg Orientierung geben. Der Stern kann gestaltet und mit persönlichen oder allgemeinen Hoffnungsworten versehen werden. Die Geschenke lassen sich symbolisch deuten. Gold verweist auf königliche Würde, Weihrauch auf Verehrung und Gottesnähe, Myrrhe auf Heilung, Leid und Sterblichkeit. Dabei sollte erklärt werden, dass es sich um kostbare Gaben der damaligen Zeit handelt.

Die Flucht nach Ägypten kann vorsichtig mit gegenwärtigen Erfahrungen von Flucht und Schutzsuche verbunden werden. Jesus und seine Familie verlassen ihre Heimat, weil ihr Leben bedroht ist. Im Unterricht kann darüber gesprochen werden, was Menschen auf einer Flucht benötigen und welche Verantwortung Gesellschaften gegenüber Schutzsuchenden haben. Persönliche Fluchterfahrungen von Lernenden dürfen nur freiwillig thematisiert werden. Niemand sollte aufgefordert werden, belastende Erlebnisse vor der Lerngruppe zu erzählen.

Besondere Sensibilität verlangt die Darstellung der Tötung kleiner Kinder in Bethlehem. Die Szene kann jüngere oder belastete Lernende stark verunsichern. Die Lehrkraft sollte sie ankündigen und gegebenenfalls überspringen oder in zurückhaltender Sprache zusammenfassen. In der Bibel wird dieses Geschehen im Matthäusevangelium erzählt. Außerhalb dieses Textes gibt es dafür keinen eindeutigen historischen Nachweis. Im Unterricht sollte deshalb zwischen der Aussage der biblischen Erzählung und historischer Nachweisbarkeit unterschieden werden. Theologisch verdeutlicht die Erzählung den Gegensatz zwischen der gewaltsamen Machtsicherung des Herodes und dem gefährdeten Friedenskönig Jesus.

Methodisch eignen sich Bodenbilder, Standbilder, Rollengespräche, Tagebucheinträge und kreative Schreibaufgaben. Die Lernenden können einen Brief eines Hirten, einen Reisebericht eines Sterndeuters oder einen Tagebucheintrag Josefs während der Flucht verfassen. In einem Rollengespräch kann Herodes mit einem Hirten oder einem Sterndeuter verglichen werden. Eine Nachrichtensendung aus Bethlehem ermöglicht es, verschiedene Perspektiven auf die Geburt Jesu darzustellen. Für eine Ergebnissicherung können die Lernenden jedem wichtigen Ort ein Ereignis, ein Gefühl und eine theologische Bedeutung zuordnen.

Zur Differenzierung können kürzere Texte, Bildfolgen, Wortkarten, Satzanfänge und Hörangebote bereitgestellt werden. Lernende mit höherer Lesekompetenz vergleichen Auszüge aus Lukas 2 und Matthäus 2. Andere ordnen Bilder, Symbole und kurze Sätze. Wahlaufgaben ermöglichen Zugänge über Malen, Schreiben, Erzählen, Spielen oder Forschen. Als Abschluss gestalten die Lernenden ein Hoffnungslicht oder einen Stern und formulieren, welche Friedensbotschaft sie aus dem Video mitnehmen.



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