Verständnis von Fasten: Fasten wird hier nicht als Disziplin um der Disziplin willen vorgestellt, sondern als eine bewusste Zeit zur inneren Umkehr, zur Reflexion und zur Stärkung der Beziehungen — zu Gott, zu anderen, zu sich selbst.
Verbindung von Verzicht und Aktion: Das Medium stellt Verzicht nicht allein als Enthaltsamkeit vor, sondern koppelt ihn mit konkretem Handeln: Hilfe leisten, teilen, aufmerksam werden auf andere.
Religiöse und kulturelle Pluralität: Informationen darüber, wie auch andere Religionen fasten, bieten Anlass, Fasten nicht isoliert, sondern in Dialog mit dem, was Glaubensgemeinschaften gemeinsam haben, wahrzunehmen.
Symbolik und Rituale: Aschenkreuz, Fastenbox, Fastentrunk etc. machen abstrakte Formen greifbar; das Ritual des Verzichts wird mit Sinn versehen.
Persönlicher Zugang: Die Geschichte von Lucy lädt zur Identifikation ein; die Kinder sehen, wie jemand skeptisch beginnt und zunehmend eigene Entscheidungen trifft – das fördert das Bewusstsein, dass Glaube und Fasten keine bloßen Vorgaben sind, sondern Entscheidungen.
Methodische Hinweise:
Einstiegsimpuls:
Ein Bild vom Aschenkreuz oder ein kurzer Clip/Video, das den Aschermittwoch/Gottesdienst zeigt, könnte Interesse wecken. Fragen wie: „Was bleibt übrig, wenn ich auf etwas verzichte?“ oder „Womit kann ich stattdessen mein Herz öffnen?“
Vorlese- und Gesprächseinheiten:
Die Lucy-Geschichte vorlesen und mit den Kindern darüber sprechen: Was sind ihre Widerstände? Warum fällt Verzicht schwer? Was hat sich verändert? Welche Verzichtsideen gefallen mir?
Stationenarbeit / Gruppenarbeit:
• Station „Fasten und Verzicht“: Verschiedene Verzichtsformen sammeln (Süßes, Medien, Konsum etc.), Pro und Contra, und überlegen, was Kinder konkret schaffen können.
• Station „Fastenkiste gestalten“: Eigene Verzichtsideen aufschreiben, gestalten und sammeln – vielleicht in einer physischen oder digitalen Fastenkiste.
• Station „Fasten weltweit / in anderen Religionen“: Vergleich von Fastenzeiten (Islam, Judentum, östliche Kirchen etc.), gemeinsame Elemente und Unterschiede herausarbeiten.
• Station „Symbole und Rituale“: Aschenkreuz, Farbe Violett, Gottesdienste, Gebete – was bedeuten sie und wie erlebt man sie?
Kreative und praktische Aufgaben:
Bastelprojekte wie Dekoration der Fastenbox, Zeichnungen zu Verzicht und Hilfe; ein Rezept zubereiten (z. B. der Fasten-Trunk) und gemeinsam genießen; kleine Akte des Teilens und Helfens in der Klasse oder Gemeinde organisieren.
Reflexions- und Transferaufgaben:
Kinder können Tagebuch führen: „Was fällt mir heute schwer? Was tue ich stattdessen?“ Gespräche über innere Haltung: Warum verzichte ich – für mich, für andere, für Gott? Welche Wirkung hat mein Verzicht? Welche Freude kann daraus entstehen?
Einsatz digital / ru-digital:
• Interaktive Aufgaben: digitales Puzzle, Quiz zu Symbolik, Fastenzeiten in anderen Religionen.
• Virtuelle Fastenkiste: online Ideen sammeln, teilen, evtl. ein Klassen-Padlet.
• Einsatz von Videos oder kurzen Clips, in denen Kinder erzählen, wie sie fasten; oder von Gottesdiensten/ liturgischen Momenten (Aschermittwoch, Karfreitag).
• Digitales Tagebuch, Blogs oder Foren, in denen Schüler*innen Erfahrungen austauschen über ihren Verzicht und ihr Tun.
Differenzierung & Altersgerechtigkeit:
Für jüngere Kinder einfache kleinere Verzichtsformen und mehr Anleitung; viele Bilder; für ältere Kinder Reflexion über persönliche Motive, über ethische Fragen, über den Zusammenhang von Verzicht, Umwelt, Konsum und Solidarität.
Zeitlicher Rahmen einer möglichen Unterrichtseinheit (~90 Min):
Einstieg mit Impuls (Bild, Video, Gespräch) – ca. 15 Min
Vorlesegeschichte + Diskussion – ca. 20 Min
Stationenarbeit / Gruppenarbeit – ca. 25-30 Min
Praktisch / kreativ – Basteln / Gestalten / Gemeinschaftsaktion – ca. 15-20 Min
Reflexion und Gebet / Abschluss – ca. 10 Min
Integration in den Jahreskreis: Das Heft passt genau in die Fastenzeit im Kirchenjahr, ideal für RU-Einheiten in dieser Zeit. Es kann über mehrere Wochen als Begleitmedium genutzt werden, um die Fastenzeit bewusster zu gestalten.