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Frank Lüdke

Frank Lüdke

Die Kirche in der DDR

KG 182

Veröffentlichung:17.12.2020

Das Video behandelt die Geschichte der Kirchen in der Deutschen Demokratischen Republik von 1949 bis 1990. Es beschreibt die Entwicklung des Verhältnisses zwischen dem sozialistischen Staat und den christlichen Kirchen sowie die Auswirkungen der marxistisch leninistischen Staatsideologie auf das kirchliche Leben. Thematisiert werden die Einschränkung religiöser Freiheit, die Benachteiligung christlicher Menschen, die Einführung der Jugendweihe als Alternative zur Konfirmation, die Entwicklung der evangelischen und katholischen Kirche sowie die Rolle der Kirchen in der Friedlichen Revolution des Jahres 1989. Darüber hinaus zeigt das Video, wie sich die Kirchen zwischen Anpassung, Abgrenzung und gesellschaftlicher Verantwortung bewegten und schließlich einen wichtigen Beitrag zum Ende der Deutschen Demokratischen Republik leisteten.

Das Video „Die Kirche in der DDR“ beleuchtet die Situation der christlichen Kirchen im atheistisch geprägten Staat der Deutschen Demokratischen Republik. Es zeigt die Spannung zwischen staatlicher Kontrolle und kirchlicher Selbstbehauptung, thematisiert die Rolle der Kirchen als Orte von Opposition und Freiheit, und geht auf wichtige Ereignisse und Entwicklungen ein, etwa die Einschränkungen religiösen Lebens, das Engagement für Frieden und Gerechtigkeit sowie die Bedeutung kirchlicher Räume als geschützte Orte im Widerstand gegen das SED-Regime.



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Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der gymnasialen Oberstufe sowie für den Unterricht an berufsbildenden Schulen. Es verbindet kirchengeschichtliche Inhalte mit politischer Bildung und eröffnet den Lernenden einen anschaulichen Zugang zum Verhältnis von Kirche, Staat und Gesellschaft in einer Diktatur.

Als Einstieg bietet sich die Frage an, welche Aufgaben Kirchen in einem Staat übernehmen können, der Religion ablehnt. Die Lernenden können zunächst Vermutungen über das Leben von Christinnen und Christen in der Deutschen Demokratischen Republik formulieren und diese anschließend mit den Informationen des Videos vergleichen.

Während der Rezeption empfiehlt sich die Erstellung eines Zeitstrahls. Wichtige Stationen wie die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik, die Einführung der Jugendweihe, die Trennung der evangelischen Kirchen von der Evangelischen Kirche in Deutschland, die Entwicklung der Kirche im Sozialismus, der Fall Oskar Brüsewitz sowie die Friedensgebete und die Friedliche Revolution werden chronologisch eingeordnet. Dadurch erkennen die Lernenden historische Entwicklungen und Veränderungen im Verhältnis zwischen Kirche und Staat.

Für die Gruppenarbeit können unterschiedliche Themen vergeben werden. Eine Gruppe untersucht die Religionspolitik der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Eine weitere Gruppe analysiert die Bedeutung der Jugendweihe. Andere Gruppen beschäftigen sich mit der evangelischen Kirche, der katholischen Kirche, der Friedensbewegung oder der Rolle der Kirchen während der Friedlichen Revolution. Die Ergebnisse werden anschließend präsentiert und miteinander verglichen.

Das Video eignet sich außerdem für die Analyse unterschiedlicher Formen kirchlichen Handelns. Die Lernenden können herausarbeiten, wann Kirchen Anpassung suchten, wann sie sich gegen staatliche Eingriffe stellten und welche Folgen dies für einzelne Christinnen und Christen hatte. Dabei lassen sich Fragen nach Gewissensfreiheit, Religionsfreiheit und persönlicher Verantwortung diskutieren.

Ein weiterer Schwerpunkt kann auf der Bedeutung kirchlicher Räume als Orte gesellschaftlicher Freiheit liegen. Die Lernenden untersuchen, weshalb Friedensgebete, kirchliche Gruppen und Gemeindehäuser zu wichtigen Treffpunkten für oppositionelle Bewegungen wurden und welche Bedeutung dies für die Friedliche Revolution des Jahres 1989 hatte.

Zum Abschluss bietet sich eine Transferaufgabe an. Die Lernenden reflektieren, welche Bedeutung Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit heute besitzen und weshalb Kirchen auch in demokratischen Gesellschaften Verantwortung für Frieden, Menschenrechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt übernehmen können. Dadurch wird deutlich, dass Kirchengeschichte nicht nur Vergangenheit beschreibt, sondern Orientierung für gegenwärtige gesellschaftliche Herausforderungen bietet.


Für den Religionsunterricht bietet das Video vielfältige Anknüpfungspunkte. Es kann im Rahmen einer Unterrichtsreihe zur Zeitgeschichte oder zu Kirche und Staat eingesetzt werden. Methodisch empfiehlt es sich, das Video zunächst mit einem Arbeitsauftrag zu strukturieren, etwa durch Beobachtungsaufgaben (Welche Konflikte zwischen Kirche und Staat treten auf? Welche Chancen eröffneten die Kirchenräume für gesellschaftlichen Diskurs?). Im Anschluss können die Schüler:innen in Gruppenarbeit einzelne Aspekte vertiefen, z. B. die Rolle von Jugendweihe und Konfirmation, die Funktion der Friedensgebete oder die Frage, wie Glauben im Alltag unter staatlichem Druck gelebt werden konnte. Durch den Vergleich mit der Situation der Kirche in der Bundesrepublik wird der Kontrast zwischen Freiheit und Repression deutlich. Eine kreative Methode wäre die Arbeit mit fiktiven Zeitzeugeninterviews: Lernende übernehmen die Perspektive von Jugendlichen in der DDR und reflektieren die Möglichkeiten und Grenzen religiöser Praxis. So wird das Video nicht nur informativ rezipiert, sondern in eine persönliche Auseinandersetzung mit Fragen von Glaube, Freiheit und gesellschaftlichem Engagement überführt.


Fragestellungen zum Video mit Antworten


Warum gerieten die Kirchen in der Deutschen Demokratischen Republik unter Druck?

Die marxistisch leninistische Staatsideologie war atheistisch geprägt und wollte den Einfluss der Religion auf die Gesellschaft langfristig zurückdrängen.


Wie entwickelte sich die Zahl der Kirchenmitglieder in der Deutschen Demokratischen Republik?

Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche verloren innerhalb weniger Jahrzehnte einen großen Teil ihrer Mitglieder. Dadurch entstand eine dauerhafte Entkirchlichung der ostdeutschen Bevölkerung.


Welche Ziele verfolgte die Jugendweihe?

Die Jugendweihe sollte als staatlicher Übergangsritus die Konfirmation ersetzen und die Bindung junger Menschen an den sozialistischen Staat stärken.


Welche Folgen hatte die Jugendweihe für die Kirchen?

Viele Jugendliche entschieden sich für die Jugendweihe und verzichteten auf die Konfirmation. Dadurch verloren die Kirchen zahlreiche junge Mitglieder.


Wie unterschied sich die evangelische Kirche von der katholischen Kirche in der Deutschen Demokratischen Republik?

Die evangelische Kirche suchte zeitweise den Dialog mit dem Staat und entwickelte das Leitbild Kirche im Sozialismus. Die katholische Kirche blieb stärker auf ihre Gemeindearbeit konzentriert und hielt größere Distanz zum sozialistischen Staat.


Wer war Oskar Brüsewitz?

Oskar Brüsewitz war evangelischer Pfarrer. Mit seiner öffentlichen Selbstverbrennung protestierte er gegen die Benachteiligung von Christinnen und Christen sowie gegen die Religionspolitik des Staates.


Welche Bedeutung hatten die Kirchen für die Friedliche Revolution?

Kirchengemeinden boten oppositionellen Gruppen Schutzräume. Friedensgebete und kirchliche Veranstaltungen wurden zu wichtigen Ausgangspunkten der Protestbewegung des Jahres 1989.


Warum waren Friedensgebete so bedeutsam?

Sie ermöglichten Begegnung, Austausch und gewaltfreien Protest und stärkten das Vertrauen der Menschen, sich gemeinsam für politische Veränderungen einzusetzen.


Wie beschreibt das Video das Verhältnis zwischen Kirche und Staat?

Das Verhältnis war von Spannungen, staatlicher Kontrolle, zeitweiser Zusammenarbeit und immer wieder neuen Konflikten geprägt. Die Religionspolitik veränderte sich je nach politischer Situation.


Welche zentrale Aussage vermittelt das Video?

Das Video zeigt, dass die Kirchen trotz staatlicher Einschränkungen ihre religiöse und gesellschaftliche Bedeutung bewahren konnten und schließlich einen wichtigen Beitrag zur Friedlichen Revolution und zum Ende der Deutschen Demokratischen Republik leisteten.

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