Für den katholischen Religionsunterricht bietet das Medium die Möglichkeit, die Verantwortung der Kirchenleitung zu thematisieren und kritisch zu diskutieren, welche Schritte für eine glaubwürdige Aufarbeitung notwendig sind. Methodisch kann der Beitrag als Impuls für eine Pro-Contra-Diskussion genutzt werden, in der Schüler:innen die Positionen von Betroffenen, Kirchenleitung und Öffentlichkeit herausarbeiten. Ergänzend können kirchliche Dokumente, Presseberichte oder Stellungnahmen von Opferverbänden eingebracht werden. Geeignet ist dieses Medium besonders für die Oberstufe, da es eine differenzierte Auseinandersetzung mit Machtstrukturen, kirchlicher Glaubwürdigkeit und theologischen Fragen nach Schuld, Umkehr und Vergebung ermöglicht.
Da das Thema sexualisierte Gewalt sehr belastend sein kann, ist besondere Sensibilität notwendig. Die Lehrkraft sollte das Thema ankündigen und den Schüler:innen die Möglichkeit geben, sich zurückzuziehen. Es ist wichtig, Beratungsstellen und Hilfsangebote (z. B. Schulsozialarbeit, anonyme Hotlines, kirchliche und staatliche Fachstellen) zu nennen. Ein geschützter Gesprächsrahmen sollte gewährleistet sein, in dem persönliche Betroffenheit respektiert wird und Schüler:innen ihre Fragen und Gefühle ernst genommen wissen.