Das Material eignet sich besonders für einen inklusiven Religionsunterricht, da die Heilungsgeschichte nicht auf die körperliche Heilung reduziert wird, sondern unterschiedliche Zugänge und Deutungen ermöglicht. Die Lernenden erschließen die Erzählung über Körperhaltungen, Figuren, Bilder, Gefühlskarten, Klanginstrumente und weitere Sinneserfahrungen. Dadurch können auch Lernende mit eingeschränkten sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten aktiv am Unterricht teilnehmen. Die Unterrichtsvorschläge fördern die Wahrnehmung von Gefühlen und Perspektiven der beteiligten Personen sowie die Entwicklung eigener Deutungen. Fragen nach Ausgrenzung, Gemeinschaft, Unterstützung, Hoffnung und Dankbarkeit werden mit der eigenen Lebenswelt verbunden. Gleichzeitig regt das Material dazu an, Heilungsgeschichten kritisch und differenziert zu betrachten. Die Lernenden erkennen, dass biblische Wunder unterschiedliche Bedeutungen haben können und nicht nur als körperliche Heilung verstanden werden müssen. Die Lehrkraft begleitet den Lernprozess wertschätzend und eröffnet einen geschützten Raum, in dem persönliche Erfahrungen, unterschiedliche Glaubensvorstellungen und individuelle Sichtweisen Platz finden. Das Material kann im Unterricht flexibel eingesetzt und durch Rituale, Symbolarbeit, Unterstützte Kommunikation oder kreative Gestaltungsaufgaben erweitert werden.
Im Unterricht eröffnen sich dabei zahlreiche Anknüpfungspunkte: Schülerinnen und Schüler können über ihr Bild von Jesus sprechen, die Frage nach seiner Menschlichkeit und Göttlichkeit bedenken oder sich mit seiner Botschaft der Nächstenliebe auseinandersetzen. Auch Zweifel oder kritische Fragen gehören dazu: Wer war Jesus wirklich? Warum glauben Christen, dass er auferstanden ist? Didaktisch ist es sinnvoll, diese Fragen nicht vorschnell zu beantworten, sondern sie in den Dialog mit den biblischen Texten und der christlichen Tradition einzubringen. So wird die Möglichkeit eröffnet, Jesus als Orientierungsperson für ein gelingendes Leben zu verstehen – auch wenn dies für jede und jeden ganz unterschiedlich aussehen kann.
Geschichte mit allen Sinnen erleben
Die biblische Erzählung wird mit einer biegsamen Figur der gekrümmten Frau, einer Jesusfigur sowie weiteren Figuren erzählt. Die Lernenden erleben die Geschichte durch das Betrachten, Anfassen und Verändern der Körperhaltungen der Figuren. Sie versetzen sich in die Situation der Frau und der anderen beteiligten Personen hinein und erschließen die Erzählung über Körperwahrnehmung und Handlung.
Arbeit mit Figuren und Körperhaltungen
Die Lernenden stellen die gekrümmte und die aufgerichtete Haltung der Frau mit Figuren oder dem eigenen Körper nach. Dadurch wird die Veränderung zwischen Belastung und Aufrichtung unmittelbar erfahrbar. Die Körperhaltungen dienen als Gesprächsanlass über Gefühle, Hoffnung, Befreiung und neue Lebensmöglichkeiten.
Bildvorlagen und Bilderpuzzle
Mithilfe von Bildern und einem Bilderpuzzle wird die Geschichte Schritt für Schritt erschlossen. Die Lernenden ordnen die Bilder, beschreiben die dargestellten Situationen und entwickeln Gedanken und Gefühle der beteiligten Personen. Anschließend verändern sie einzelne Bilder, indem sie die Frau aufgerichtet darstellen und neue Gedanken oder Gefühle ergänzen.
Smileys und Gefühlskarten
Die Lernenden ordnen den einzelnen Personen passende Gefühle zu. Smileys, Gefühlskarten oder andere Symbole helfen dabei, Emotionen wie Angst, Freude, Erleichterung, Dankbarkeit oder Verwunderung sichtbar zu machen. Dadurch wird das Einfühlen in die Geschichte unterstützt.
Gedankenblasen und Sprechblasen
Zu einzelnen Szenen schreiben oder legen die Lernenden Gedanken und Aussagen der gekrümmten Frau, Jesu oder der Zuschauenden in Sprechblasen. Satzanfänge unterstützen dabei, eigene Formulierungen zu entwickeln und verschiedene Perspektiven einzunehmen.
Klanginstrumente
Mit Klanginstrumenten werden Stimmungen und Wendepunkte der Geschichte begleitet. Unterschiedliche Klänge können Belastung, Spannung, Freude oder Erleichterung ausdrücken und die Erzählung emotional vertiefen.
Kerze oder Jesus Symbol
Eine Kerze oder ein anderes Jesus Symbol bildet die Mitte des Unterrichts und macht die besondere Bedeutung der Begegnung mit Jesus sichtbar. Sie unterstützt eine ruhige und konzentrierte Lernatmosphäre und kann für Gebet oder Abschlussritual genutzt werden.
Knete und Materialien zum Gestalten
Mit Knete oder ähnlichen Materialien gestalten die Lernenden Figuren oder Szenen aus der Heilungsgeschichte. Dadurch setzen sie sich kreativ mit der Erzählung auseinander und bringen ihre eigenen Vorstellungen zum Ausdruck.
Angenehme und unangenehme Gegenstände
Verschiedene Materialien laden dazu ein, über angenehme und belastende Erfahrungen nachzudenken. Die Lernenden verbinden Sinneseindrücke mit den Erfahrungen der gekrümmten Frau und übertragen diese auf ihre eigene Lebenswelt.
Insgesamt zielen alle Materialien darauf ab, die Heilungsgeschichte nicht nur als Wundergeschichte zu verstehen. Die Lernenden setzen sich mit Fragen nach Ausgrenzung, Teilhabe, Hoffnung, Würde und Gottes Zuwendung auseinander und entdecken, dass die Geschichte unterschiedliche Deutungen zulässt und persönliche Glaubenserfahrungen