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ARTE

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Jüdisches Leben in der arabischen Welt (2/2)

Veröffentlichung:29.8.2025

Die zweiteilige ARTE-Dokumentation „Jüdisches Leben in der arabischen Welt (2/2)“ knüpft an den ersten Teil an und erzählt von den dramatischen Entwicklungen nach der Gründung des Staates Israel 1948. In vielen arabischen Ländern verschlechterte sich die Lage der jüdischen Bevölkerung rapide: Verfolgung, Diskriminierung, Pogrome und staatliche Repressionen führten dazu, dass nahezu alle jüdischen Gemeinden im Nahen Osten und Nordafrika zwischen 1948 und den 1970er-Jahren aufgelöst wurden. Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus dem Jemen, Ägypten, Libyen und anderen Ländern schildern eindrücklich ihre persönlichen Erfahrungen: Kindheit im Ghetto, Angst vor Gewalt, willkürliche Verhaftungen, traumatische Fluchterlebnisse und schließlich das Ankommen in Israel. Die Dokumentation zeigt dabei nicht nur die Zerbrechlichkeit jüdischen Lebens in der arabischen Welt, sondern auch die Hoffnungen und Chancen, die mit der Auswanderung und dem Aufbau eines neuen Lebens in Israel verbunden waren.

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Der Film ist für den katholischen Religionsunterricht ab der Sekundarstufe II von besonderem Wert, da er Themen wie Diaspora, Heimatverlust, Religionsfreiheit und interreligiöses Zusammenleben anschaulich macht. Im Fokus stehen die individuellen Lebensgeschichten, die stellvertretend für eine große historische Bewegung stehen: den Exodus fast einer ganzen Million Jüdinnen und Juden aus arabischen Ländern im 20. Jahrhundert. Damit eröffnet die Dokumentation sowohl einen historischen als auch einen theologischen Zugang, denn sie erinnert daran, wie eng Fragen nach Identität, Glaube und Zugehörigkeit miteinander verknüpft sind.

Im Unterricht kann die Dokumentation zunächst als Einstieg dienen, indem einzelne Zeugnisse ausgewählt und in Sequenzen gezeigt werden. Besonders die Schilderungen aus dem Jemen oder Ägypten, die konkrete Alltagserfahrungen von Diskriminierung und Angst beinhalten, wirken unmittelbar und emotional. Auf dieser Grundlage können die Schülerinnen und Schüler in Gruppenarbeiten die Lebensumstände in verschiedenen Ländern vergleichen und herausarbeiten, welche Parallelen und Unterschiede es gibt. Methodisch bietet sich ein Perspektivwechsel an, indem die Lernenden Tagebucheinträge, fiktive Briefe oder kurze Szenen aus Sicht der Zeitzeugen verfassen. Dadurch wird nicht nur kognitives Wissen, sondern auch Empathiefähigkeit gefördert.

Eine theologische Vertiefung ergibt sich aus der Reflexion über die Bedeutung des Exils und des Bundes Gottes mit seinem Volk. Wie im biblischen Zeugnis vom babylonischen Exil wird auch hier deutlich, dass jüdische Identität in der Fremde und unter Bedrohung geprägt und gestärkt wurde. Die Schüler:innen können darüber hinaus den Bogen zum heutigen interreligiösen Miteinander schlagen: Welche Lehren lassen sich aus diesen Erfahrungen für ein friedliches Zusammenleben der Religionen ziehen? Welche Verantwortung tragen Christinnen und Christen angesichts der Geschichte des Antisemitismus und der Verfolgung jüdischer Menschen? So verbindet die Dokumentation historische Erinnerung, theologische Reflexion und ethische Orientierung.

Darüber hinaus bietet der Film die Möglichkeit, aktuelle Themen wie Migration, Flucht und Integration in den Blick zu nehmen. Die Berichte über den schwierigen Neuanfang in Israel lassen sich mit heutigen Flüchtlings- und Migrationserfahrungen vergleichen und können zu Diskussionen über Gerechtigkeit, Solidarität und die Verantwortung von Religionen in einer globalisierten Welt anregen. Der Unterricht mit diesem Medium trägt dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler ein Bewusstsein für die Bedeutung historischer Erfahrungen von Minderheiten entwickeln, Empathie für Leidensgeschichten gewinnen und Kompetenzen für interreligiösen Dialog und ethische Urteilsbildung stärken.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Widerstehe den Anfängen: Wo werden heute Menschenrechte verletzt?

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 2. Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit – eine Herausforderung an die Christen.

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