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Katholisches Filmwerk

Katholisches Filmwerk

Begleitmaterial zum Film Demenz erleben - Ich verlier' den Verstand

Veröffentlichung:23.7.2025

Der Kurzfilm „Demenz erleben – Ich verlier’ den Verstand“ von Gerd Christian Altmann ist ein eindrucksvolles audiovisuelles Zeugnis über das Innenleben eines Menschen mit Demenz. In nur 16 Minuten gelingt es dem Autor, auf poetische, berührende und zugleich realistische Weise das fragmentierte Erleben, die Angst, die Desorientierung und die tiefen Emotionen darzustellen, die das Leben von Menschen mit Demenz prägen. Der Film verzichtet auf konventionelle Erklärungen und belehrt nicht, sondern lädt zur empathischen Perspektivübernahme ein. Text, Bild und Klang verschmelzen zu einer dichten atmosphärischen Darstellung, in der Erinnerung, Identität, Verlorenheit und der Wunsch nach Zuwendung miteinander ringen.

Das Medium Demenz erleben – Ich verlier den Verstand setzt sich einfühlsam mit dem Leben von Menschen auseinander, die an einer Demenzerkrankung leiden. Anhand authentischer Beispiele, persönlicher Erfahrungen und alltagsnaher Situationen werden die Veränderungen im Denken, Erinnern und Handeln sowie die Auswirkungen auf Betroffene und ihre Angehörigen dargestellt. Das Medium vermittelt grundlegendes Wissen über das Krankheitsbild und eröffnet zugleich einen emotionalen Zugang zu den Herausforderungen, die mit Demenz verbunden sind. Dabei stehen die Würde des Menschen, der respektvolle Umgang sowie die Bedeutung von Mitgefühl, Verständnis und Begleitung im Mittelpunkt. Das Begleitmaterial bietet zahlreiche Informationen, Arbeitsanregungen und Impulse für die Auseinandersetzung mit dem Thema im Unterricht.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe sowie für den fächerübergreifenden Unterricht mit Ethik, Biologie oder Sozialwissenschaften. Es ermöglicht den Lernenden, sich mit den Fragen nach Identität, Menschenwürde, Verantwortung, Krankheit, Alter und Vergänglichkeit auseinanderzusetzen. Zu Beginn bietet sich ein Gespräch über eigene Erfahrungen mit älteren Menschen oder demenzkranken Angehörigen an, um Vorwissen und persönliche Bezüge zu aktivieren. Während der Arbeit mit dem Medium können einzelne Filmsequenzen oder Fallbeispiele analysiert und mithilfe von Beobachtungsaufträgen ausgewertet werden. Anschließend fördern Partnergespräche, Gruppenarbeiten oder Schreibaufgaben die Vertiefung der Inhalte und ermöglichen eine persönliche Reflexion. Aus religiöser Perspektive lassen sich biblische Aussagen zur Würde des Menschen, zur Nächstenliebe, zu Mitgefühl und Fürsorge sowie Fragen nach dem Sinn von Krankheit und Leid einbeziehen. Ebenso können ethische Fragestellungen zur Verantwortung gegenüber pflegebedürftigen Menschen, zum Umgang mit Schwäche und zur Bedeutung von Erinnerung thematisiert werden. Kreative Methoden wie Perspektivwechsel, Rollenspiel, Tagebucheinträge aus der Sicht eines betroffenen Menschen oder die Gestaltung von Symbolen und Gebeten unterstützen einen empathischen Zugang. Aufgrund der emotionalen Thematik sollte ausreichend Zeit für Austausch, Reflexion und einen sensiblen Umgang mit persönlichen Erfahrungen der Lernenden eingeplant werden. Das umfangreiche Begleitmaterial bietet hierfür zahlreiche differenzierte Unterrichtsanregungen und Hintergrundinformationen.

Aus der Sicht des Betroffenen formuliert der Film Sätze wie: „Ich verlier’ den Verstand. Das muss man sich erst mal bewusst machen.“ – und erreicht so eine besondere Authentizität. Die Darstellung eröffnet einen emotionalen und ethischen Zugang zum Thema Demenz, der Zuschauerinnen und Zuschauer herausfordert, ihre eigenen Bilder und Bewertungen zu hinterfragen. Unterstützt durch ein reichhaltiges Begleitmaterial – von Hintergrundinformationen über Arbeitsblätter bis hin zu konkreten Methoden für Unterricht und Gespräch – lässt sich der Film differenziert erschließen.

Im katholischen Religionsunterricht eignet sich der Film ab Klasse 7 für eine sensible Auseinandersetzung mit Themen wie Würde des Menschen, Identität, Vergänglichkeit, Solidarität, Pflege, Generationenverhältnis, Hilfsbedürftigkeit und christliches Menschenbild. Besonders die Frage, wie wir mit Menschen umgehen, deren Fähigkeiten nachlassen, lässt sich aus theologischer Perspektive fruchtbar bearbeiten: Was macht einen Menschen „wertvoll“, wenn Sprache, Logik und Erinnerung verblassen? Was bedeutet „Mensch sein“ in der Abhängigkeit? Welche Haltung fordert der christliche Glaube im Umgang mit Schwäche und Verletzlichkeit?

Didaktisch bietet sich ein gestufter Zugang an – vom Assoziieren über Gesprächsrunden bis zu kreativen Gestaltungsformen. Die im Material vorgeschlagenen Sequenzunterbrechungen, Rollenzuweisungen und Reflexionsaufgaben eröffnen vielfältige Möglichkeiten zur individuellen und gemeinschaftlichen Verarbeitung. Auch biblische Bezüge (z. B. Heilung von Kranken, das Bild des barmherzigen Samariters oder das Gottesbild eines mitgehenden und tragenden Gottes) können eingebunden werden.

„Ich verlier’ den Verstand“ ist mehr als ein Film über Demenz – er ist ein Beitrag zur Menschenkunde, zur Ethik des Mitgefühls und zur spirituellen Auseinandersetzung mit Verletzlichkeit, Alter und Menschlichkeit. Ein wertvoller Impuls für einen Religionsunterricht, der Haltung bilden will.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.3 Das Leben verantworten: Grundfragen medizinischer Ethik.

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