Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe sowie für den Unterricht in Ethik, Politik und Sozialkunde. Die Unterrichtseinheit eröffnet einen lebensweltorientierten Zugang zu den Themen Flucht, Migration, Menschenwürde und christliche Verantwortung. Bereits der Einstieg über die Frage nach dem Platzbedarf in einer Gemeinschaftsunterkunft fordert die Lernenden heraus, eigene Vorstellungen mit den tatsächlichen Lebensbedingungen geflüchteter Menschen zu vergleichen. Dadurch entsteht ein emotionaler und zugleich sachorientierter Zugang zum Thema.
Im weiteren Verlauf recherchieren Lernende in Partnerarbeit Informationen zur Wohn und Lebenssituation von Geflüchteten und werten diese gemeinsam aus. Die authentischen Berichte ermöglichen einen Perspektivwechsel und fördern Empathie sowie die Fähigkeit, unterschiedliche Lebenswirklichkeiten wahrzunehmen. Besonders die Erzählungen eines minderjährigen Geflüchteten und einer geflüchteten Familie eröffnen Möglichkeiten, über Ängste, Hoffnungen, Verlust, Heimat, Zukunft und Integration ins Gespräch zu kommen. Die Lernenden können Briefe, Collagen, Bilder oder andere kreative Ausdrucksformen gestalten und dabei die Gefühle und Erfahrungen der dargestellten Personen aus deren Perspektive nachvollziehen. Die abschließende Ausstellung der Ergebnisse bietet Raum für Austausch, Reflexion und Wertschätzung unterschiedlicher Sichtweisen.
Im Religionsunterricht lassen sich vielfältige Bezüge zu den Themen Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Gastfreundschaft, Menschenwürde, Gerechtigkeit und Bewahrung der Menschenrechte herstellen. Ebenso können biblische Fluchtgeschichten wie die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten oder Erfahrungen des Fremdseins in der Bibel einbezogen werden. Das Material fördert dialogisches Lernen, Urteilsbildung, Empathiefähigkeit sowie die Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Durch die Verbindung von Sachinformationen, persönlichen Lebensgeschichten und kreativen Arbeitsformen unterstützt das Medium einen kompetenzorientierten und werteorientierten Religionsunterricht, der die Lernenden zu einem reflektierten Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen befähigt.
Zu Beginn werden die Jugendlichen durch eine Raumaufgabe im Klassenzimmer direkt in die Thematik eingeführt: Wie viele Menschen müssten in diesem Raum wohnen, wenn es eine Flüchtlingsunterkunft wäre? Diese provokative Einstiegsmethode aktiviert nicht nur Vorwissen, sondern sensibilisiert sofort für das Ausmaß räumlicher Enge.
Im Verlauf der 90-minütigen Einheit recherchieren die Lernenden anhand von Arbeitsmaterialien oder Onlineangeboten zur Wohnsituation in Flüchtlingsunterkünften. Sie beschäftigen sich mit gesetzlichen Mindeststandards, dem Zugang zu Gesundheitsversorgung, der Rolle von Sozialberatung sowie mit der alltäglichen Realität von Kindern und Familien auf der Flucht.
Ein zentrales Element des Unterrichts bildet die Perspektivübernahme: In kreativen Aufgaben gestalten die Lernenden aus Sicht geflüchteter Kinder Briefe, Collagen oder Bilder, um ihre emotionalen Eindrücke auszudrücken. Abschließend werden diese Beiträge zu einer Ausstellung im Klassenraum zusammengeführt, die Gefühle wie Angst, Hoffnung, Einsamkeit oder Dankbarkeit sichtbar macht.
Im katholischen Religionsunterricht bietet das Material vielfältige Anknüpfungspunkte: Menschenwürde, Fluchterfahrungen, Gerechtigkeit, Mitgefühl, Barmherzigkeit und christliche Nächstenliebe werden hier lebensnah erfahrbar. Die Arbeit mit echten Fallgeschichten und persönlichen Schicksalen eröffnet Zugänge zu zentralen ethischen und theologischen Fragestellungen. Auch die christliche Option für die Armen und das Engagement für Benachteiligte wird konkret greifbar – etwa durch die vorgestellten ehrenamtlichen Hilfen von Caritas-Mitarbeitenden.
Die Einheit eignet sich sowohl für den regulären Unterricht als auch für Projektwochen oder fächerverbindenden Unterricht in Kombination mit Politik, Geografie oder Ethik.