Das Spiel „Ich sehe was, was du nicht hörst!“ simuliert durch Rollenzuweisungen (blind, stumm, ohne Sicht) Barrieren in der Kommunikation und Koordination. Die Schüler:innen müssen gemeinsam ein Ziel erreichen – etwa Wasserflaschen auf einem Feld einsammeln – unter eingeschränkten Wahrnehmungsbedingungen. Diese Selbsterfahrung macht eindrücklich spürbar, wie stark Alltagsaktivitäten durch Einschränkungen beeinflusst werden können, und fördert zugleich Teamgeist, Empathie und Perspektivübernahme.
Das Arbeitsblatt „Was bedeutet Behinderung?“ strukturiert die Auseinandersetzung mit verschiedenen Behinderungsformen (körperlich, geistig, seelisch, Sinnes- und Lernbehinderungen). Es thematisiert konkrete Barrieren, benennt Unterstützungsbedarfe und sensibilisiert für die Wirkung gesellschaftlicher Vorurteile. Die gemeinsame Auswertung lenkt den Blick auf übergreifende Herausforderungen für Menschen mit Behinderungen und die Bedeutung von Aufgeschlossenheit, Sensibilität und aktiver Teilhabe.
Im katholischen Religionsunterricht bietet der Impuls zahlreiche Anknüpfungspunkte: Inklusion, Nächstenliebe, Menschenwürde und Solidarität sind zentrale ethisch-theologische Themen, die hier erlebbar gemacht und reflektiert werden. Die didaktische Verbindung von Selbsterfahrung, Reflexion und konkretem Wissen fördert ein tiefgreifendes Verständnis für Inklusion als Ausdruck christlicher Verantwortung und gesellschaftlicher Gerechtigkeit – im Sinne der biblischen Botschaft: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40).
Das Material eignet sich für Einzelstunden, Projekttage, Ethikunterricht oder schulische Inklusionsinitiativen – auch in fächerverbindendem Kontext.