Im ersten Modul recherchieren die Schüler:innen in ihrer Umgebung Orte aus verschiedenen Lebensbereichen (z. B. Schule, Supermarkt, Haltestelle) auf der Plattform wheelmap.org und bewerten deren Zugänglichkeit für Menschen im Rollstuhl. Sie erkennen dabei, wie viele Orte bereits bewertet sind, welche Informationen noch fehlen und was zur Barrierefreiheit beiträgt oder diese verhindert. Die Reflexion über Farbkennzeichnungen (grün, orange, rot, grau) schärft ihr Bewusstsein für strukturelle Ausgrenzung im Alltag.
Im zweiten Modul erhalten die Schüler:innen die Möglichkeit, selbst einen Rollstuhl zu erproben – mit Fokus auf Beweglichkeit, Grenzen und Hindernisse. Dabei erfahren sie durch eigene körperliche Auseinandersetzung, wie herausfordernd es ist, sich mit einem Rollstuhl fortzubewegen – z. B. an Bordsteinen, über Seile oder bei engen Passagen. Die Erfahrung stärkt Empathie, sensibilisiert für Alltagshürden und vermittelt grundlegende Kenntnisse zur Barrierefreiheit als Menschenrecht.
Im katholischen Religionsunterricht eröffnet dieser Impuls zentrale Perspektiven zur christlichen Ethik: Menschenwürde, gelebte Nächstenliebe, Teilhabe und Solidarität. Der Perspektivwechsel durch die eigene Erfahrung im Rollstuhl fördert eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Gerechtigkeit und Inklusion. Biblisch lassen sich Bezüge z. B. zu Jesu Heilungswundern, zur Option für die Ausgegrenzten oder zum „Leben in Fülle für alle“ (Joh 10,10) herstellen.
Das Material eignet sich hervorragend für Projektunterricht, Sozialaktionen (z. B. im Rahmen von Stadtprojekten), fächerübergreifende Inklusionswochen oder zur Vorbereitung auf eine City Bound Wheelmap-Challenge im öffentlichen Raum.