Ziel des Materials ist es, Lernende für die konkreten historischen Abläufe der nationalsozialistischen Judenverfolgung im südwestdeutschen Raum zu sensibilisieren. Besonderer Wert wird dabei auf die regionale Verankerung gelegt: Anhand von Beispielen aus Württemberg und Hohenzollern werden abstrakte historische Prozesse greifbar und lokal erfahrbar gemacht. Durch biografische Zugänge – also durch die Darstellung individueller Schicksale deportierter Menschen – wird der Geschichtsunterricht personalisiert und Empathie gefördert.
Didaktisch setzt das Material auf vielfältige Methoden. Es enthält Arbeitsblätter, Lückentexte, Quellenauszüge, Bildmaterialien und Aufgaben zur selbstständigen Recherche und Präsentation. Die Schülerinnen und Schüler werden so zu einer aktiven Auseinandersetzung mit historischen Quellen angeregt und lernen, diese kritisch einzuordnen. Damit fördert das Material nicht nur fachliche, sondern auch methodische und soziale Kompetenzen.
Der Einsatz im Unterricht ist flexibel möglich. Der Einstieg kann über Zeitzeugenberichte oder authentische Dokumente erfolgen, die das Thema greifbar machen. In der Arbeitsphase bieten sich Gruppenarbeiten, Diskussionen und Präsentationen an. Abschließend können die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung von Erinnerungskultur für unsere heutige Gesellschaft reflektieren – etwa im Hinblick auf demokratische Werte und den Umgang mit Antisemitismus in der Gegenwart.
Insgesamt zeichnet sich das Material durch seine hohe Praxisnähe, seine klare Struktur und seine Anschlussfähigkeit an Lehrpläne aus. Es verbindet historisches Lernen mit politischer Bildung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer reflektierten und empathischen Haltung gegenüber der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Deutschland.