Der Einstieg erfolgt über ein ungewöhnliches Rollenspiel: Zwei „Klassenfotos“ werden aufgenommen – zunächst frei, dann mit willkürlich verteilten weißen Maleranzügen (symbolisch für „sichtbare“ Andersartigkeit oder Ausgrenzung). Dadurch entsteht ein starker Kontrast zwischen äußerer Erscheinung und sozialer Zuschreibung. Anschließend diskutiert die Klasse die Wirkung der Bilder: Hat Kleidung die Wahrnehmung beeinflusst? Wie verändert sich das Gruppengefühl durch äußere Unterschiede?
Im nächsten Schritt entwerfen die Schüler:innen mit dem Onlinetool Stylefruits in Kleingruppen Outfits – jedoch mit unterschiedlichen finanziellen Budgets, die soziale Schichten vom wohlhabenden Teenager bis zur Jugendhilfeempfängerin abbilden. Jede Gruppe erstellt drei Outfits (für Sommer, Winter, Übergangszeit) und präsentiert ihre Auswahl. In der anschließenden Diskussion wird deutlich: Wer wenig Geld hat, steht unter zusätzlichem Druck, „mithalten“ zu können – nicht nur modisch, sondern oft auch sozial.
Ziel des Impulses ist es, das Bewusstsein für versteckte Armut mitten unter uns zu schärfen und Empathie für Betroffene zu wecken. Die Reflexion zielt auf die Frage: Wie stark prägt Kleidung unseren Status? Und was bedeutet das für Menschen, die sich „Trendiges“ nicht leisten können?
Im katholischen Religionsunterricht lassen sich mit diesem Impuls zentrale Themen wie Würde, Solidarität, gesellschaftliche Teilhabe und christliche Gerechtigkeit bearbeiten. Die Methode bietet einen modernen, lebensweltorientierten Zugang zur Sozialethik und sensibilisiert für Werte wie Mitgefühl, Verantwortung und die kritische Auseinandersetzung mit Konsum und Statusdenken. Der Impuls lässt sich außerdem gut mit biblischen Inhalten verknüpfen – etwa dem Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus (Lk 16,19–31) oder Jesu Wertschätzung für Außenseiter:innen.