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Die schwächste Maus - Solidarität in einer Gruppe

Veröffentlichung:8.7.2025

Der Unterrichtsimpuls „Die schwächste Maus“, entwickelt von youngcaritas Deutschland, ist ein handlungsorientiertes Spiel, das sich für den katholischen Religionsunterricht ab etwa 11 Jahren eignet. Im Mittelpunkt steht die thematische Auseinandersetzung mit Solidarität, Hilfsbedürftigkeit und Gruppendynamik. Durch ein bewegungsintensives Rollenspiel erfahren die Schüler:innen unmittelbar, was es heißt, Schwächere zu schützen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam stark zu sein.

Das Medium „Die schwächste Maus“ von youngcaritas ist ein handlungsorientiertes Unterrichtsmedium zum Thema Solidarität, Hilfsbereitschaft und Verantwortung innerhalb einer Gemeinschaft. Im Mittelpunkt steht ein Bewegungsspiel, bei dem die Lernenden in die Rollen von Mäusen und Katzen schlüpfen. Eine zuvor ausgewählte „schwächste Maus“ muss von der Gruppe geschützt werden, während die Katzen versuchen, diese Person zu entdecken und zu fangen. Da die Identität der schwächsten Maus geheim bleibt, entwickeln die Mäuse gemeinsam Strategien, um sie zu schützen. Im anschließenden Reflexionsgespräch werden die Erfahrungen aus dem Spiel aufgegriffen und auf gesellschaftliche Situationen übertragen. Dabei stehen Fragen nach Stärke und Schwäche, Ausgrenzung, Schutzbedürftigkeit und solidarischem Handeln im Mittelpunkt. Das Medium verdeutlicht, dass Gemeinschaft dann besonders tragfähig ist, wenn sie Verantwortung für ihre schwächeren Mitglieder übernimmt.

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Das Medium eignet sich in besonderer Weise für den Religionsunterricht, da es grundlegende christliche Werte wie Nächstenliebe, Solidarität, Mitgefühl und Verantwortung erfahrbar macht. Durch den spielerischen Zugang erleben die Lernenden unmittelbar, welche Bedeutung Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung für eine Gemeinschaft besitzen. Die anschließende Reflexion ermöglicht es, die eigenen Erfahrungen mit biblischen Erzählungen und christlichen Wertvorstellungen zu verbinden. Dabei können Bezüge zum Gleichnis vom barmherzigen Samariter, zur Goldenen Regel oder zu Jesu besonderer Zuwendung zu benachteiligten Menschen hergestellt werden. Methodisch eignet sich das Medium besonders als motivierender Einstieg in Unterrichtseinheiten zu sozialer Gerechtigkeit, Armut, Inklusion oder Verantwortung. In Kleingruppen können die Lernenden anschließend Beispiele aus ihrem Alltag sammeln, in denen Menschen Schutz oder Unterstützung benötigen, und gemeinsam überlegen, wie solidarisches Handeln konkret aussehen kann. Ebenso bietet sich eine Diskussion darüber an, wer in Schule, Gesellschaft oder weltweit als besonders schutzbedürftig gilt und welche Verantwortung Gemeinschaften für diese Menschen tragen. Die Lehrkraft sollte während der Durchführung auf eine wertschätzende Atmosphäre achten und darauf achten, dass die Rollen ausschließlich Teil des Spiels bleiben und keine Lernenden persönlich ausgegrenzt oder bloßgestellt werden. Die abschließende Sicherung der Ergebnisse unterstützt die Entwicklung von Empathie, sozialer Verantwortung und ethischer Urteilsfähigkeit.

Das Spiel basiert auf einer einfachen Mechanik: Aus der Gruppe werden zwei Schüler:innen als „Katzen“ ausgewählt, die anderen übernehmen die Rolle von „Mäusen“. Im Geheimen bestimmen die Mäuse eine „schwächste Maus“, die sie im anschließenden Laufspiel vor den Katzen beschützen müssen. Die Katzen wiederum versuchen, die schwächste Maus zu erkennen und zu fangen. Dabei entwickeln die Mäuse kooperative Schutzstrategien und erleben spielerisch die Bedeutung von Zusammenhalt und Fürsorge.

In der anschließenden Reflexionsphase sprechen die Jugendlichen über ihre Rollen: Wie fühlte es sich an, die „schwächste Maus“ zu sein? Welche Emotionen entstanden bei den Katzen? Wie wirksam war der Schutz der Gruppe? Aufbauend darauf wird diskutiert, wer in unserer Gesellschaft heute die „schwächsten Mäuse“ sind – also Menschen, die besonderen Schutz benötigen. Ebenso wird reflektiert, wer als „Katze“ – im Sinne eines Angreifers oder Verursachers von Ungerechtigkeit – agiert. Die Erkenntnisse werden gemeinsam gesichert und weitergedacht: Wie kann solidarisches Handeln im Alltag gestärkt werden?

Didaktisch bietet das Spiel einen ausgezeichneten Zugang zur christlich-sozialethischen Bildungsarbeit. Begriffe wie Nächstenliebe, Schutz der Schwachen und Verantwortung in Gemeinschaft werden hier nicht nur besprochen, sondern leiblich erfahrbar gemacht. Das Spiel eignet sich hervorragend für die Thematisierung der Option für die Armen (eine zentrale Leitlinie der katholischen Soziallehre) sowie zur Verbindung mit biblischen Erzählungen, z. B. vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25–37).

Der Impuls lebt von der aktiven Beteiligung der Schüler:innen und fördert neben der Sozialkompetenz auch Empathie und Verantwortungsbewusstsein – Fähigkeiten, die zentral für eine werteorientierte religiöse Bildung sind.

Medien, die Teil des aufgelisteten Materials sind und in weiteren Kontexten Verwendung finden können.

young caritas

8.7.2025

Umfang: Anregung

Schulbereich: Sekundarstufe I

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.4 Arbeiten müssen – arbeiten dürfen. Herausforderung für die katholische Soziallehre.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Soziale Fragen im 19. Jh. und heute

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