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Hubertus Holschbach | ru-digital

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Was ist die Seele?

Zwischen Gottesbeziehung, Unsterblichkeit und Identität

Veröffentlichung:12.6.2025

Die Unterrichtsstunde "Was ist die Seele?" mit einer Seite nutzt einen Text zum Versuch einer Definition der Seele. Darin sind die Darstellungen biblischer und antiker Autoren zur Seele enthalten. Diese werden in Gruppen erarbeitet. Dann wird versucht durch persönliche Reflexion das eigene innere Abzubilden, dies kann über die Beantwortung von Fragen oder durch eine künstlerische Umsetzung eines Seelenportraits erfolgen.

Die Stunde ist im Feld methodisch-didaktischer Kommentar beschrieben. 

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Was ist die Seele? – Zwischen Gottesbeziehung, Unsterblichkeit und Identität

I. Einführung (ca. 10 Minuten)

Ziel: Interesse wecken, Relevanz aufzeigen, eigene Vorannahmen aktivieren

Methode: Sofort-Einstieg mit Impulsbild + Denkfrage

Zeige ein Bild: Eine stilisierte Darstellung von „Leib und Seele“ (z. B. Michelangelos „Die Erschaffung Adams“ oder eine moderne Grafik mit Körper/Schatten/Geist).

Frage an die Klasse (Stillarbeit auf Zettel, dann kurze Blitzlichtrunde):

„Was ist für dich die Seele?“

Was ist sie nicht?

Woher weißt du, dass du eine hast?


II. Diskussion (ca. 20 Minuten)

Ziel: Inhaltlich tiefer einsteigen, zentrale Aussagen des Textes herausarbeiten

Methode: Gruppenarbeit mit Textkarten + Debatte

Kurze Einführung (durch die Lehrkraft):

"Der Text, den wir heute lesen, zeigt uns verschiedene Zugänge zur Seele: biblisch, theologisch, philosophisch."

Gruppenarbeit (4 Gruppen, je ca. 5 Schüler):

Jede Gruppe erhält einen Ausschnitt + Fragestellung:

Gruppe 1: Die Seele im Alten Testament

Was bedeutet „lebendige Seele“? Was ist mit Gottebenbildlichkeit gemeint?

Gruppe 2: Die Seele im Neuen Testament und bei den Kirchenvätern

Was bedeutet Auferstehung mit Leib und Seele? Warum ist das wichtig?

Gruppe 3: Die Seele bei späteren Theologinnen*

Was heißt „Transzendenz“? Warum ist das typisch menschlich?

Gruppe 4: Die Seele aus philosophischer Sicht

Wie könnte man philosophisch begründen, dass die Seele unsterblich ist?

Kurze Ergebnisrunde (pro Gruppe 2 Min.)


III. Praktische Anwendung (ca. 20 Minuten)

Ziel: Transfer in persönliche Lebenswelt, Förderung von Selbstreflexion

Methode: Kreativer Selbstausdruck: „Seelenporträt“ gestalten

Aufgabe (Einzelarbeit):

„Erstelle ein Seelenporträt von dir – was gehört zu dir als Seele? Was macht deine innere Person aus?“

Materialien: Papier, Farben, Collagematerial, ggf. Tablets

Alternativ (für schriftliche Ausarbeitung): „Schreibe 5 Sätze über dich, die nicht auf deinem Ausweis stehen – und doch tief wahr sind.“


IV. Präsentation der praktischen Anwendung (ca. 15 Minuten)

Ziel: Teilen, gegenseitige Wertschätzung, Individualität der Seele sichtbar machen

Methode: Galerierundgang mit Impulskärtchen

Die Seelenporträts werden aufgehängt oder aufgelegt.

Alle gehen herum, lesen/betrachten, hinterlassen Gedanken auf Kärtchen („Das hat mich berührt …“, „Das regt mich zum Nachdenken an …“).

2–3 freiwillige Schüler teilen ihre Gedanken im Plenum.


V. Reflexion und Zusammenfassung (ca. 10 Minuten)

Ziel: Erkenntnisse sichern, neue Fragen zulassen

Methode: Fishbowl-Diskussion + Lehrerimpuls

Innere Runde (3 Schüler): „Was habe ich heute über die Seele gelernt?“

Äußere Runde hört zu, ergänzt anschließend.

Lehrerimpuls am Ende:

„Die Bibel spricht von der Seele nicht als etwas Abstraktes – sondern als Ausdruck der Beziehung zwischen Gott und Mensch. Was könnte das für unser Leben bedeuten?“

Wenn die Bibel die Seele als Ausdruck der Beziehung zwischen Gott und Mensch versteht, bedeutet das für unser Leben, dass wir nicht allein durch unsere äußeren Merkmale oder Leistungen definiert sind. Unsere Seele zeigt, dass wir auf Beziehung hin geschaffen sind – auf eine tiefe Verbindung mit Gott und mit anderen Menschen.

Das heißt auch:

Wir haben einen inneren Wert, der nicht verloren geht, selbst wenn wir scheitern.

Unser Leben bekommt Sinn durch diese göttliche Beziehung, nicht nur durch materielle Dinge.

Wir sind zur Liebe, Verantwortung und Mitgefühl fähig – nicht nur zu Funktion und Erfolg.

Unser Leben ist mehr als begrenzt – es trägt eine Hoffnung in sich, die über den Tod hinausgeht.

Kurz: Die Seele macht unser Leben kostbar, weil sie zeigt, dass wir in Beziehung leben – mit dem Göttlichen, mit anderen, mit uns selbst.


VI. Hausaufgabe

Aufgabe zur Vertiefung:

Schreibe einen inneren Monolog einer biblischen Figur (z. B. David, Maria, Paulus) zum Thema „Meine Seele ist …“

Ziel: Verbindung von biblischer Sprache und persönlicher Vorstellung

Alternative kreative Aufgabe:

Gestalte ein modernes „Psalm-Fragment“ (4–6 Verse) über deine Seele und deine Hoffnung.


VII. Abschließende Worte (3 Minuten)

Lehrkraft:

„Die Frage nach der Seele ist uralt – und bleibt aktuell. Sie verbindet Philosophie, Glaube und unser eigenes Menschsein. Vielleicht ist die Seele das, was uns wirklich miteinander verbindet – und mit Gott.“

VIII. Zusätzliche kreative Ideen (für Vertiefung oder Differenzierung):

Rollenspiel/Debatte: Gnosis vs. Christlicher Glaube: Was passiert nach dem Tod?

„Seelenbox“: Schüler bringen Gegenstände mit, die für sie „Seele“ symbolisieren.

Philosophischer Dialog nach Sokrates-Methode: „Wer bin ich – wenn mein Körper stirbt?“

Interreligiöser Vergleich: Was sagen andere Religionen über die Seele? (z. B. Judentum, Islam, Hinduismus)

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.1a Sehnsucht nach einem erfüllten Leben. Sinn und Lebensglück.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.1 Beziehungen gestalten: Freundschaft – Liebe – Partnerschaft.

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