Das Themenheft eignet sich in besonderer Weise für einen kompetenzorientierten Religionsunterricht, der an den Erfahrungen und Fragen der Lernenden anknüpft. Die Unterrichtseinheiten sind nach einem klaren didaktischen Aufbau gestaltet und gliedern sich in die Phasen Initiieren und Vorbereiten, Erarbeiten und Erschließen, Vernetzen und Festigen sowie Überprüfen und Reflektieren. Dadurch werden sowohl fachliche als auch personale und soziale Kompetenzen gefördert. Besonders hilfreich ist die konsequente Orientierung an der Lebenswelt der Lernenden. Eine Identifikationsfigur begleitet die einzelnen Unterrichtseinheiten und eröffnet lebensnahe Gesprächsanlässe, die einen persönlichen Zugang zu den Themen ermöglichen. Methodisch bietet das Heft eine große Vielfalt an Möglichkeiten wie Gesprächsimpulse, Think Pair Share, Gruppenarbeit, Portfolioarbeit, Lernplakate, digitale Werkzeuge, kreative Schreibaufgaben, Rollenspiele, Bildimpulse, Bibelarbeit, Reflexionsaufgaben und Präsentationen. Die Materialien fördern eigenständiges Denken und laden dazu ein, unterschiedliche Positionen zur Kirche kritisch zu prüfen und miteinander ins Gespräch zu bringen. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass religiöse Bildung nicht in der Vermittlung fertiger Antworten besteht, sondern Raum für Fragen, Zweifel und persönliche Urteilsbildung eröffnet. Das Themenheft versteht sich ausdrücklich als Impuls für einen offenen Religionsunterricht, der die Vielfalt heutiger Lebenswelten berücksichtigt und den Lernenden Orientierung für ihr eigenes Christsein in einer pluralen Gesellschaft bietet.
Der Einstieg gelingt über einen Text der kritisch den Bezug von jugendlichen zum Glauben und zur Kirche hinterfragt. Ein Jugendlicher konzentriert sich auf seine Hauptfächer in den Prüfungen und stellt fest dass Fächer wie Musik Sozialkunde und Religion eine unnötige Belastung darstellen.
Im nächsten Schritt werden Gedankenwolken zur Hoffnung auf die persönliche Zukunft und die Priorisierung im eigenen Leben ausgefüllt
Im nachfolgenden Schritt wird ein Text zu Erfahrungen mit Religion in der Grundschulzeit ausgewertet. Persönliche Erfahrungen werden reflektiert.
Der nächste Schritt enthält den Versuch einer Definition von Kirche. Dabei werden in einem Material 8 Definitionen vorgestellt.
Ein weiterer Schritt stellt die Kirche als Gemeinschaft der Getauften vor. Das Verständnis von Gemeinschaft wird untersucht. Als Impulse werden fünf Bilder von Gemeinschaft Bilder in einem weiteren Material verwendet.
Persönliche Beziehung zu verschiedenen Gemeinschaften werden gesammelt und reflektiert.
Dann erfolgt der Transfer zu christlichen Festen in der Familie. Persönliche Erfahrungen mit Tauffeiern in der Familie werden besprochen. Texte mit Beispielen anderer Personen werden erarbeitet.
Im nachfolgenden Schritt werden die Aufgaben von Kirche thematisiert. Hast du wieder einen Text erarbeitet. Vier Bibelzitate zur Aufgabe der Kirche werden ausgewertet und mit eigenen Worten wiedergegeben. Ein weiteres Material enthält die vier grundvollzüge der christlichen Kirche: Liturgia, martyria, diakonia und coinonia. In einem weiteren Material werden Beispiele in Form von Bildern den vier grundvoll Zügen zugeordnet.
Ein weiterer Schritt enthält als Thema den karitativen Dienst. Ein Text thematisiert die Arbeit als Pfleger bei der Caritas und damit als Mitarbeiter der katholischen Kirche. Beispiele von tätiger Nächstenliebe werden ausgewertet und verglichen.
Der Nächste Schritt entwickelt in Grupenarbeit einen Steckbrief einer kirchlichen Hilfsorganisation.
Ein weiterer Schritt untersucht die Religionsfreiheit und die Christenverfolgung weltweit über zwei Texte. Gründe der Verfolgung werden ermittelt und gesammelt. Ein Rollenspiel zu einem von vier Beispielen im Material wird in Gruppen entwickelt. Der Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu Religionsfreiheit wird besprochen.
Der nachfolgende Schritt behandelt die drei Prinzipien der christlichen Soziallehre: Personalität, Solidarität, Subsidiarität und die Erweiterung um die Nachhaltigkeit.
Die christliche Nächstenliebe wird anhanddes Gleichnisses vom Barmherzigen Samriter untersucht. Er hilft, obwohl andere die stärker zur Hilfe verpflichtet wären nicht handeln.
Die Materialien des Themenheftes sind als aufeinander aufbauende Unterrichtsreihe konzipiert und führen die Lernenden schrittweise an das Thema „Kirche in der Welt – Christsein heute“ heran. Zu Beginn lernen die Lernenden mit Material M1 die Identifikationsfigur Christoph kennen, die sie durch die gesamte Unterrichtsreihe begleitet. Seine Lebenssituation dient als Ausgangspunkt, um eigene Wünsche, Hoffnungen, Sorgen und Zukunftsvorstellungen zu reflektieren. Diese werden anschließend mit Material M1a in Form von Gedankenwolken gesammelt und gemeinsam ausgewertet.
Mit Material M2 setzen sich die Lernenden mit ihren bisherigen Erfahrungen von Kirche auseinander. Eine Alltagssituation regt dazu an, über eigene Erinnerungen, Einstellungen und Vorwissen nachzudenken. Darauf aufbauend werden mit Material M3 verschiedene Definitionen von Kirche verglichen. Die Lernenden diskutieren unterschiedliche Sichtweisen und entwickeln eine eigene Definition von Kirche als Gebäude, Gemeinschaft und Glaubensort.
Die Unterrichtseinheit zur Kirche als Gemeinschaft beginnt mit Material M4, das verschiedene Formen von Gemeinschaft anhand von Bildimpulsen zeigt. Dadurch erkennen die Lernenden Gemeinsamkeiten zwischen Vereinen, Freundeskreisen und der Kirche. Anschließend führt Material M5 über eine lebensnahe Erzählung zur Frage nach der Bedeutung der Taufe. Mit Material M6 erschließen die Lernenden schließlich die Taufe als Aufnahme in die Gemeinschaft der Kirche und lernen ihre theologischen Grundlagen sowie wichtige Symbole kennen.
In der folgenden Unterrichtseinheit beschäftigt sich Material M7 mit der Frage nach den Aufgaben der Kirche. Ausgangspunkt ist eine kritische Alltagssituation, die viele Vorurteile gegenüber der Kirche aufgreift. Mithilfe von Material M8 werden biblische Grundlagen erarbeitet, aus denen die Grundaufträge der Kirche hervorgehen. Ergänzend vermittelt Material M9 Sachinformationen zu den Grundvollzügen der Kirche. Abschließend ordnen die Lernenden mit Material M10 verschiedene Beispiele kirchlichen Handelns den Bereichen Verkündigung, Gottesdienst, Gemeinschaft und Diakonie zu und erkennen so die Vielfalt kirchlicher Aufgaben.
Die Materialien M11 und M12 widmen sich dem karitativen Dienst der Kirche. Die Lernenden lernen verschiedene Formen kirchlicher Hilfe kennen und setzen sich mit sozialem Engagement sowie der Verantwortung von Christinnen und Christen für benachteiligte Menschen auseinander. Anschließend richtet Material M13 gemeinsam mit den Materialien M14 bis M17 den Blick auf Christsein in Krisenregionen. An konkreten Beispielen erfahren die Lernenden, unter welchen schwierigen Bedingungen Menschen ihren Glauben leben und welche Herausforderungen sie dabei bewältigen müssen. Die Ergebnisse werden arbeitsteilig erarbeitet und präsentiert.
Die Materialien M18 bis M20 behandeln die christliche Soziallehre. Die Lernenden erschließen deren Grundprinzipien und wenden diese auf gesellschaftliche Fragestellungen an. Dadurch erkennen sie, wie christliche Werte Orientierung für verantwortliches Handeln geben können. In den Materialien M21 bis M23 steht das Gleichnis vom barmherzigen Samariter im Mittelpunkt. Die biblische Erzählung wird kreativ erschlossen, auf heutige Situationen übertragen und in Rollenspielen, Dialogen oder Bildarbeiten vertieft. Dadurch reflektieren die Lernenden die Bedeutung von Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe für ihr eigenes Leben.
Zum Abschluss führt Material M24 bis M26 in das Projekt Weltethos ein. Die Lernenden beschäftigen sich mit gemeinsamen ethischen Grundwerten der Religionen und diskutieren deren Bedeutung für Frieden, Gerechtigkeit und ein respektvolles Zusammenleben. Den Abschluss der gesamten Unterrichtsreihe bildet Material M27, das zur persönlichen Reflexion und Standortbestimmung einlädt. Die Lernenden setzen sich nochmals mit ihrem eigenen Verständnis von Kirche und Christsein auseinander und formulieren, welche Einsichten sie aus der Unterrichtsreihe für ihr eigenes Leben mitnehmen.