Für den Religionsunterricht bietet der Film zahlreiche didaktische und methodische Anknüpfungspunkte. Nach einer Einführung in die Themen Sucht, Freiheit und Verantwortung können die Lernenden ihre Vorstellungen von Glück, Erfolg und einem erfüllten Leben austauschen. Während oder nach der Filmsichtung bietet sich eine Figurenanalyse an, bei der insbesondere die Entwicklung von Ickarus sowie das Verhalten seiner Partnerin, seiner Freunde und der behandelnden Fachkräfte betrachtet wird. Anschließend können die Ursachen und Folgen von Abhängigkeit sowie Möglichkeiten der Hilfe und des Neuanfangs erarbeitet werden. Im Zusammenhang mit dem christlichen Menschenbild lassen sich Fragen nach Würde, Schuld, Vergebung, Versöhnung und Hoffnung behandeln. Ebenso können biblische Erzählungen von Umkehr und Neubeginn sowie kirchliche Positionen zu Verantwortung, Freiheit und dem Umgang mit menschlichen Schwächen einbezogen werden. Methoden wie Schreibgespräche, Tagebucheinträge aus der Sicht der Hauptfigur, Rollenspiele, Pro und Kontra Diskussionen oder kreative Gestaltungsaufgaben fördern Perspektivwechsel und persönliche Reflexion. Darüber hinaus eignet sich der Film für fächerübergreifenden Unterricht mit Ethik, Psychologie oder Sozialkunde und ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit psychischer Gesundheit, Leistungsdruck und der Suche nach Sinn im Leben.
"Der Film ‚Berlin 36‘ erzählt die wahre Geschichte von Gretel Bergmann, die unter dem Druck internationaler Kritik von den Nazis in die Olympiavorbereitung aufgenommen, letztlich aber ausgegrenzt wurde. Neben ihr steht Marie Ketteler, die sich ebenfalls als Randfigur der Gesellschaft behauptet. Der Film thematisiert Ausgrenzung, Antisemitismus, Machtverhältnisse, Widerstand, Solidarität und Mut sowie die Instrumentalisierung des Sports durch totalitäre Systeme.
Im Religions- und Ethikunterricht ab Klasse 8 lassen sich Fragen von Ausgrenzung, Zivilcourage, Identität, Moral, Menschenwürde und Verantwortung erörtern. Der Film eignet sich auch für Geschichte (Nationalsozialismus, Sportpolitik, Olympia 1936) und Sport (Fairness, Doping, Gleichberechtigung).
Methodisch können biografisches Arbeiten, Szenenanalyse, Rollen- und Perspektivwechsel, Tagebucheinträge aus Sicht der Protagonistinnen, Bibelarbeit zu Gerechtigkeit und Widerstand (z. B. Exodus, Propheten), Filmanalyse (Montagetechniken, Kontrastgestaltung), historische Recherche und Diskussionen eingesetzt werden. Auch Mobbing, Genderfragen und Diskriminierung im Alltag können aufgegriffen werden.
Das Material bietet weiterführende Fragestellungen und Vergleichsmöglichkeiten mit aktuellen Formen von Diskriminierung sowie Medienbildung und Spuren historischer Verantwortung in der Gegenwart."