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Katholisch.de | Aufgekreuzt

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Was Häretiker und Schismatiker für die Kirche bedeuten # 65

Veröffentlichung:8.5.2023

Das Video beziehungsweise der Podcast beschäftigt sich mit den Begriffen Häresie, Schisma und Apostasie und erklärt deren Bedeutung innerhalb der Kirchengeschichte. Ausgangspunkt sind die kirchenrechtlichen Definitionen dieser Begriffe. Anschließend erläutert der Kirchenhistoriker Thomas Prügl ihre historischen Ursprünge sowie ihre Entwicklung von den ersten christlichen Gemeinden bis in die Gegenwart. Dabei werden frühe Glaubensstreitigkeiten, die Entstehung von Dogmen, mittelalterliche Reformbewegungen wie die Katharer und Waldenser sowie Persönlichkeiten wie Jan Hus vorgestellt. Darüber hinaus wird die Frage behandelt, wie die Kirche mit unterschiedlichen theologischen Auffassungen umgeht, welche Bedeutung Toleranz besitzt und warum Grenzen des gemeinsamen Glaubens gezogen werden. Das Medium vermittelt einen differenzierten Blick auf kirchliche Konflikte und zeigt, dass Auseinandersetzungen um den rechten Glauben die Geschichte der Kirche bis heute prägen.

Häretiker, Schismatiker oder Apostaten – sie alle weichen von der Lehre der Kirche ab. In früheren Zeiten wurden sie dafür verfolgt. Doch warum? Eine Reise in die Geschichte und das, was katholisch ist.

In der Theorie ist die Welt ganz einfach: Ein Schismatiker trennt sich von der Kirche, weil er Probleme mit einer Leitungspersönlichkeit, deren Leitungsanspruch oder mit der praktischen Umsetzung bestimmter Dinge hat. Eine neue Lehre stellt er jedoch nicht auf. Anders bei der Häresie: Hier sind theologische Überlegungen der Grund für die Trennung, persönliche Leitungsambitionen spielen weniger eine Rolle. In der Praxis überschneiden sich beide oft – und stellen die Kirche vor Herausforderungen.

"Aufgekreuzt" ist der Wissenspodcast von katholisch.de für alle Themen rund um Kirche und Religion. In jeder Folge gehen unsere Hosts aus journalistischer Perspektive einem Thema aus dem Raum der Kirche auf den Grund. Mit renommierten Expertinnen und Experten sprechen Sie über folgenreiche Ereignisse, Glaubenssätze und faszinierende Persönlichkeiten. "Aufgekreuzt" erzählt die Geschichte hinter den Stichwörtern und zeigt die Vielseitigkeit der Kirche von heute, ihre Fragestellungen und Traditionslinien.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Klassen 10 bis 13 in den Themenbereichen Kirchengeschichte, Kirche und Macht, Reformation, Ökumene, Gewissensfreiheit und Glaubensentwicklung. Die Verbindung von historischen Beispielen und theologischen Grundfragen ermöglicht den Lernenden eine differenzierte Auseinandersetzung mit Konflikten innerhalb des Christentums.

Als Unterrichtseinstieg bietet sich die Frage an, wie Gemeinschaften mit unterschiedlichen Meinungen umgehen. Die Lernenden sammeln Beispiele aus ihrem Alltag, etwa aus Schule, Politik oder Sport, und überlegen, warum Gruppen Regeln und gemeinsame Überzeugungen benötigen. Anschließend kann der Begriff Häresie eingeführt und mit den historischen Beispielen des Videos verglichen werden.

Während des Videos können arbeitsteilige Beobachtungsaufträge vergeben werden. Eine Gruppe untersucht die Unterschiede zwischen Häresie, Schisma und Apostasie. Eine zweite Gruppe sammelt historische Beispiele aus der Alten Kirche und dem Mittelalter. Eine dritte Gruppe analysiert die Entwicklung des kirchlichen Umgangs mit Andersdenkenden bis in die Gegenwart. Die Ergebnisse werden anschließend gemeinsam ausgewertet und auf einem Zeitstrahl eingeordnet.

Das Medium eignet sich außerdem hervorragend für Diskussionen über Meinungsfreiheit, Gewissensfreiheit und religiöse Vielfalt. Die Lernenden können darüber nachdenken, warum Gemeinschaften gemeinsame Überzeugungen benötigen, wo Grenzen gezogen werden und wie Konflikte heute friedlich gelöst werden können. Dabei bietet sich auch ein Vergleich mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten an.

Methodisch können Rollenspiele eingesetzt werden. Die Lernenden übernehmen beispielsweise die Perspektive eines mittelalterlichen Kirchenvertreters, eines Reformators oder eines heutigen Christen und diskutieren über den Umgang mit unterschiedlichen Glaubensauffassungen. Ebenso kann eine Quellenarbeit mit Auszügen aus Konzilsbeschlüssen oder aus der Apostelgeschichte erfolgen. Dadurch werden historische Urteilskompetenz, religiöse Dialogfähigkeit und ethische Reflexionsfähigkeit gleichermaßen gefördert.

Besonders gewinnbringend ist ein Vergleich zwischen der historischen Entwicklung und der heutigen Kirche. Die Lernenden erkennen, dass die katholische Kirche heute wesentlich stärker auf Dialog, ökumenische Zusammenarbeit und religiöse Toleranz setzt als in früheren Jahrhunderten. Dadurch wird deutlich, dass sich kirchliche Positionen und Formen des Umgangs mit Konflikten im Laufe der Geschichte weiterentwickelt haben.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


1. Was bedeutet der Begriff Häresie?

Häresie bezeichnet das beharrliche Leugnen oder den Zweifel an einer verbindlichen Glaubenswahrheit der Kirche.


2. Was versteht man unter einem Schisma?

Ein Schisma ist die Trennung von der kirchlichen Gemeinschaft oder die Verweigerung der Gemeinschaft mit der Kirche.


3. Was bedeutet Apostasie?

Apostasie ist die vollständige und öffentliche Abkehr vom christlichen Glauben.


4. Warum entstanden bereits in der frühen Kirche Glaubensstreitigkeiten?

Christinnen und Christen deuteten den Glauben unterschiedlich. Dadurch entstanden verschiedene Auffassungen über zentrale Glaubensinhalte.


5. Welche Aufgabe hatten die Konzilien?

Sie klärten grundlegende Glaubensfragen und formulierten verbindliche Aussagen über den christlichen Glauben.


6. Warum spielten die Katharer und Waldenser eine wichtige Rolle?

Sie forderten ein einfaches und konsequentes christliches Leben und kritisierten die damalige Kirche.


7. Warum wurde Jan Hus verurteilt?

Er setzte sich für Reformen der Kirche ein und hielt trotz Verurteilung an seinen Überzeugungen fest.


8. Wie ging die Kirche früher mit Häresien um?

In früheren Jahrhunderten kam es zu Exkommunikationen und teilweise auch zu staatlichen Strafen gegen Andersdenkende.


9. Wie beurteilt das Video den heutigen Umgang der Kirche mit unterschiedlichen Meinungen?

Heute setzt die Kirche deutlich stärker auf Dialog, theologische Vielfalt innerhalb gemeinsamer Grenzen und einen friedlichen Umgang mit unterschiedlichen Positionen.


10. Welche zentrale Erkenntnis vermittelt das Video?

Unterschiedliche Meinungen gehören seit den Anfängen zur Geschichte des Christentums. Gleichzeitig benötigt jede Glaubensgemeinschaft gemeinsame Grundlagen, um ihre Identität zu bewahren und miteinander im Gespräch zu bleiben.

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